Ein Arzt untersucht eine junge Frau im Ohr. (Quelle: imago/blickwinkel)
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Neuansiedlung auf dem Land - Ärzte können bis zu 55.000 Euro Zuschuss beantragen

Um dem Ärztemangel in Brandenburg entgegenzuwirken, werden in diesem Jahr erneut Ärzte gefördert, die sich im Land neu ansiedeln. Gerade in ländlichen Regionen gestalte sich eine "bedarfsgerechte medizinische Versorgung" immer schwieriger, wie der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) erklärte.

Die märkischen Krankenkassen und die KVBB weisen insgesamt 22 Förderregionen aus, wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Donnerstag hervorgeht. Ärzte können dort eine finanzielle Unterstützung von bis zu 55.000 Euro erhalten. 

Förderung muss nicht zurückgezahlt werden

Dabei handele es sich um mehrere sich ergänzende Förderprogramme, erläuterte der Sprecher der KVBB, Christian Wehry, am Freitag auf Nachfrage. Darunter ein Investitionskostenzuschuss von bis zu 30.000 Euro für Geräte oder Einrichtung. Außerdem ein sogenannter Sicherstellungszuschlag von bis zu 25.000 Euro, der nicht gebunden sei. Voraussetzung sei in beiden Fällen, dass der Zulassungsausschuss eine drohende oder bestehende Unterversorgung festgestellt hat. Bei den Geldern handele es sich um eine Förderung, die nicht zurückgezahlt werden muss, so Wehry weiter.

Ärzte fehlen vor allem im Süden und Osten

Neben Hausärzten werden auch Kinder- und Frauenärzte, Augen- und HNO-Ärzte sowie Dermatologen unterstützt, wenn sie eine Praxis eröffnen oder übernehmen.  Besonders im Süden und Osten des Landes fehlen Ärzte. Bei Hausärzten sind unter anderem Städte wie Beeskow, Eisenhüttenstadt (Oder-Spree), Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) und Spremberg (Spree-Neiße) aufgeführt.

Auch die Suche nach nicht-ärztlichem Fachpersonal werde immer schwieriger, räumte Wehry ein. Noch werde darüber diskutiert, wie hier Abhilfe geschaffen werden könnte.

Von 2006 bis 2017 insgesamt 64 Arztpraxen gefördert, davon 19 im vergangenen Jahr. Die Zuschüsse werden den Angaben zufolge je zur Hälfte von der KVBB und den märkischen Krankenkassen finanziert.

Sendung: Brandenburg aktuell, 11.01.2018, 19.30 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Guten Tag, vielen Dank für Ihre Nachfragen. Wir haben die entsprechenden Infos ergänzt. Beste Grüße aus der Redaktion

  2. 1.

    " Ärzte können dort eine finanzielle Unterstützung von bis zu 55.000 Euro erhalten. "
    klingt erst einmal gut , aber was bedeutet das genauer ? ein zinsloses Darlehen ? oder eine " geschenkte" Prämie für eine Niederlassung ? gibt es in den Regionen überhaupt ausreichend med. Fachangestellte ? gibt es bezahlbare Praxisräumlichkeiten ? wenn Ärzte insgesamt fehlen, fehlen dann evtl auch qualifizierte Praxismitarbeiter ? haben die sich evtl. inzwischen anderweitig orientiert ? welches fachbezogene Budget räumt die zuständige KV der neuen Praxis ein ?
    alles Detailfragen von Bedeutung, die nicht nachgefragt wurden , vielleicht aus Unkenntnis ?
    ein fünfstelligen Zuschuss hört sich dabei viel besser an..

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