Landrat Bodo Ihrke mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am 06.05.2014 in Eberswalde (Brandenburg). (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.07.2018 | Björn Haase-Wendt | Bild: dpa/Bernd Settnik

Abschied nach 28 Dienstjahren - Brandenburgs dienstältester Landrat hört auf

Bodo Ihrke war fast 30 Jahre lang Landrat des Landkreises Barnim - am Freitag feierte er seinen Abschied. Hunderte Gäste blickten auf die Amtszeit und das Geleistete zurück. Von Björn Haase-Wendt

Die Lobeshymnen für Bodo Ihrke (SPD) bei seiner Verabschiedung wollen nicht enden: Der Barnim steht nach fast 30 Jahren Amtszeit wirtschaftlich gut da, ist beliebt bei Zuzüglern und kann mit einer geringen Arbeitslosigkeit aufwarten. Bodo Ihrke selbst blickt hingegen gewohnt sachlich zurück: "Das müssen die Menschen sehen und das wird jeder für sich aus seinem eigenen Umfeld anders interpretieren", so der scheidende Landrat.

Blick auf das Paul-Wunderlich-Haus in Eberswalde im Bundesland Brandenburg. Es dient als Ausstellungsgebäude, als Hauptsitz der Kreisverwaltung Barnim und als Tagungsort des Landrates. (Quelle: dpa/Hans-Jürgen Wiedl)
Paul-Wunderlich-Haus in Eberswalde | Bild: dpa/Hans-Jürgen Wiedl

Mit dem Paul-Wunderlich-Haus setzt er sich ein Denkmal

Eberswaldes Bürgermeister Friedhelm Boginski erinnert an die Leistungen für die Stadt, die 1993 nach der Fusion der Altkreise Bernau und Eberswalde zur Kreisstadt wurde. Besonders der Bau des Kreishauses – dem Paul-Wunderlich-Haus – mitten in der Stadt sei ein Segen gewesen, sagt Bogisnki. "Den Dienstleistungsstandort des Landkreises mitten in die Stadt zu bringen war die genialste Entscheidung – neben der Hochschule für nachhaltige Entwicklung, die wir in den letzten 30 Jahren hier hatten", so der Bürgermeister. Das habe Eberswalde extrem positiv verändert. "Dafür sind wir alle dankbar", sagte er.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 01.07.2007 mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (lSPD), dem Barnimer Landrat Bodo Ihrke (SPD), dem Bürgermeister von Eberswalde, Friedhelm Boginski (FDP) und dem Künstler Paul Wunderlich (r.) bei der Eröffnung des Paul-Wunderlich-Hauses in Eberswalde. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Eröffnung des Paul-Wunderlich-Hauses am 1. Juli 2007 | Bild: dpa/Patrick Pleul

Das Paul-Wunderlich-Haus ist heute der Verwaltungssitz, kultureller Treffpunkt und zugleich eines der modernsten und energieeffizientestes Bürogebäude Deutschlands. Eine Art Denkmal, dass sich Bodo Ihrke selbst gesetzt hat und von den Eberswaldern angenommen wird. "Dass das so super geklappt hat, das haben wir uns zwar gewünscht, aber das konnte man nicht vorhersehen", freut sich auch Ihrke.

Weitere Erfolge: gemeinsamer Landkreis, kommunaler Klinikkonzern

Andere Gäste, wie Bernaus früherer Bürgermeister Hubert Handke, erinnern an Ihrkes Bemühungen aus dem anfangs zersplitterten Barnim einen gemeinsamen Landkreis zu schaffen. Auch die Gründung des kommunalen Klinikkonzerns Gesellschaft für Leben und Gesundheit mit seinen heute über 3.000 Mitarbeitern in Barnim und der Uckermark sei ein Erfolg. "Da hat er nicht die Privatisierung verfolgt, sondern das Gesundheitswesen kommunal strukturiert. Das war nicht einfach und ist ganz hervorragend gelungen", sagt Handke.

Verabschiedung des Barnim-Landrats Bodo Ihrke. (Quelle: rbb/Björn Haase-Wendt)
Abschiedsfeier für Bodo Ihrke (Mitte) am 20.07.2018 in Eberswalde | Bild: rbb/Björn Haase-Wendt

Wohnwagen-Urlaub nach der Amtsübergabe

Doch es gab auch Projekte, die Bodo Ihrke bis heute ärgern: der gescheiterte Kauf des Holzkraftwerkes in Eberswalde zum Beispiel. Der Landkreis wollte damit in die Strom- und Wärmeversorgung einsteigen. Ihrke hat damit mittlerweile aber seinen Weg gefunden und verabschiedet sich zufrieden aus dem Amt. Er hatte sich nicht noch einmal zur Wahl als Landrat gestellt.

Noch ganz hat Ihrke den Schlüssel zum Landratsbüro aber nicht abgegeben. Am 1. August übernimmt sein Nachfolger Daniel Kurth (SPD) das Amt – bis dahin führt Ihrke die Amtsgeschäfte weiter. Anschließend geht es aber in den Wohnwagen-Urlaub. Das Ziel? "Einfach losfahren", sagt der Noch-Landrat.

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