Stasi-Akten in einem Regal in der Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde in Frankfurt (Oder) (Quelle: dpa/Pleul).
Bild: dpa/Patrick Pleul

Trotz nachlassendem Interesse - Stasi-Unterlagen-Außenstelle in Frankfurt soll bleiben

Weil das Interesse an den Stasi-Akten rückläufig ist, droht der Außenstelle des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) in Frankfurt (Oder) die Schließung. Die Brandenburger Diktaturbeauftragte Maria Nooke hat nun ihren den Erhalt gefordert.

Brandenburger Diktaturbeauftragte Maria Nooke im Porträt (Quelle: dpa/Pleul)
Brandenburgs Diktaturbeauftrage Maria Nooke | | Bild: dpa/Patrick Pleul

Wichtige Rolle bei Aufarbeitung von SED-Unrecht

Für die Bildungsarbeit, aber vor allem auch für die Bürger Brandenburgs, die Einsicht in ihre Stasi-Akten oder die ihrer Angehörigen nehmen möchten, reiche es nicht aus, auf die Zentrale in Berlin zu verweisen. In dem Flächenland sei die BStU-Außenstelle in Frankfurt (Oder) einer der wichtigsten regionalen Partner bei der Aufarbeitung von SED-Unrecht, erklärte Nooke am Dienstag in Potsdam.

Brandenburg sei bereits jetzt das einzige ostdeutsche Land, das nur eine BStU-Außenstelle habe, während es in allen anderen Ländern zwei oder drei Einrichtungen gebe, kritisierte Nooke.

Nur noch 46 Aktennutzer im Jahr 2016

Die Stasi-Unterlagenbehörde soll in den kommenden Jahren verkleinert werden. Nach den Empfehlungen einer Experten-Kommission und einem entsprechenden Bundestagsbeschluss sollen die Akten unter das Dach das Bundesarchivs geführt werden und die Außenstellen in die jeweilige Gedenkstättenlandschaft eingebettet werden. Die Kommission hat dabei mindestens eine Außenstelle pro Bundesland vorgeschlagen.

Die nachlassende Nachfrage an den Stasi-Akten zeigt sich auch in Frankfurt (Oder). So wurden 2016 dort nur 46 Aktennutzer registriert. Zugleich gibt es in jeder der Außenstellen immer noch zwischen 30 und 60 Mitarbeiter.

Sendung: Radioeins, 03.07.2018, 17.30 Uhr

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