Feld wird mithilfe einer Wasserpumpe beregnet (Quelle: dpa/Patrik Pleul)
Bild: Audio: Antenne Brandenburg | 02.08.2019 | Björn Haase-Wendt

Kein Abpumpen aus Seen und Flüssen - Barnim und Uckermark verbieten Wasserentnahme

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit darf in den Brandenburger Landkreisen Barnim und Uckermark kein Wasser mehr aus Seen, Flüssen und Gräben gepumpt beziehungsweise durch Schöpfen entnommen werden. Im Barnim gilt das Verbot ab sofort, wie das Landratsamt in Eberswalde mitteilte. In der Uckermark gilt das Verbot nach Angaben der Kreisverwaltung ab Sonntag (4. August). Denn die aktuelle Wetterlage, so die Pressemeldung des Landkreises Uckermark, lasse eine Änderung der Situation nicht erwarten.

Die Landkreise haben angekündigt, die Einhaltung des Wasserentnahmeverbots zu kontrollieren. Wer gegen die Auflagen verstößt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Auch das Havelland hat eine Wasserentnahme verboten.

Kritische Wasserstände sind erreicht

Das Verbot gilt in der Uckermark allerdings nicht für Viehtränken am Gewässer und für die Wassernutzung durch gewerbliche Landwirtschaftsbetriebe, Gärtnereien und die Fischzucht, sofern diese eine gültige wasserrechtliche Erlaubnis besitzen. Diese Betriebe dürfen allerdings zwischen 7 und 21 Uhr kein Wasser aus den Gewässern pumpen.

Die Landkreise wollen mit dem Verbot verhindern, dass die Wasserstände in den Flüssen, Seen und Gräben weiter sinken. Aufgrund fehlender Zuflüsse und der hohen Verdunstung seien bereits jetzt kritische Wasserstände in den beiden Landkreisen erreicht. Es bestehe die "Gefahr von erheblichen Beeinträchtigungen des ökologischen Zustands der Gewässer", so Oliver Köhler, Pressesprecher des Landkreises Barnim.

Wasserentnahme in sechs weiteren Landkreisen verboten

Seit Anfang bzw. Mitte Juli sind auch in weiteren Landkreisen Brandenburgs Wasserentnahmen nicht mehr erlaubt. Erst hatten die Landkreise Oberspreewald-Lausitz, Dahme-Spreewald, Spree-Neiße und die kreisfreie Stadt Cottbus Einschränkungen in der Entnahme von Oberflächenwasser, beispielsweise zum Gießen von Kleingärten, ausgesprochen. Der Landkreis Elbe-Elster folgte am 12. Juli.

Der Landkreis Märkisch-Oderland appellierte in der vergangenen Woche zum Wassersparen und wies daraufhin, dass eine Genehmigung notwendig sei, um Wasser mittels Pumpem aus Flüssen, Seen oder anderen Oberflächengewässern zu entnehmen. Und auch wenn eine Erlaubnis vorliege, solle derzeit zwischen 6 und 21 Uhr kein Wasser entnommen werden, da dann die Verdunstungsverluste am höchsten seien.

Sendung: Inforadio, 02.08.2019, 10 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ich gehe Mal davon aus, dass für die Tagebaue weiterhin Tag und Nacht das Grundwasser abgepumpt wird. Wieviel ist das aktuell täglich? Weiß da jemand mehr? Wie wirkt sich das kurz-, mittel- und langfristig aus?

  2. 3.

    Private, die an den Gewässern wohnen. Und die pumpen auch ordentlich Wasser z.B. zum Rasensprengen. Man dürfte das Wohnen an Gewässern erst gar nicht erlauben. Bzw. sollte es untersagen. Jedenfalls wenn man keine ausgetrockneten Gewässer haben will.

  3. 2.

    ...ja, erstens dies und zweitens interessiert mich in diesem Zusammenhang schon immer mal, worin für die Wasserstände der Unterschied zwischen einer Entnahme tagsüber und nachts besteht. Führte Entnahme UND Verdunstung zu so signifikant niedrigeren Ständen? Das wäre ja "weit nein böse ", wie wir zu sagen pflegen, da, wo ich herkomme...

  4. 1.

    Wenn gewerbliche Landwirtschaftsbetriebe und co immer noch Wasser entnehmen können, wer bleibt dann eigentlich noch übrig, der von dem Verbot betroffen ist?

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