Manuela Schwesig (SPD) (Quelle: imago images/Peter Meissner)
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Audio: Inforadio | 10.09.2018 | Virginie Konarski | Bild: imago images/Peter Meissner

Wegen Krebserkrankung - Manuela Schwesig legt SPD-Vorsitz nieder

Manuela Schwesig ist nach eigenen Angaben an Brustkrebs erkrankt. Deshalb hat sie ihr Amt als kommissarische Vorsitzende der SPD niedergelegt. Ministerpräsidentin und Parteivorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern will die Brandenburgerin aber bleiben.

Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, legt wegen einer Krebserkrankung ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Das gab die 45-jährige gebürtige Brandenburgerin bei einer Kabinettssitzung in Schwerin bekannt.

Das Amt der Ministerpräsidentin und auch den SPD-Parteivorsitz in Mecklenburg-Vorpommern wolle sie aber weiter ausüben, erklärte Schwesig. Im Juni hatte Manuela Schwesig den SPD-Bundesvorsitz zusammen mit ihren Kollegen Thorsten Schäfer-Gümbel und Malu Dreyer übernommen, nachdem Partei- und Fraktionschefin Nahles zurückgetreten war. Zu dritt wollten sie die Partei bis zur geplanten Wahl eine neuen Führungsduos im Dezember anführen.

"Dieser Krebs ist heilbar"

"Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig", sagte Schwesig. Dies werde dazu führen, dass sie in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen könne.

Sie sei sehr zuversichtlich, wieder vollständig gesund zu werden. "Allerdings ist auch klar, dass ich in den kommenden Monaten meine Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, meine Gesundheit und meine Familie konzentrieren muss. Deshalb werde ich meine Parteiämter auf Bundesebene niederlegen", sagte Schwesig.

Müller und Woidke wünschen Schwesig viel Kraft

Zahlreiche Politikerinnen und Politiker aus der SPD, aber auch aus anderen Parteien, zeigten sich betroffen von Schwesigs Gesundheit und äußerten Genesungswünsche. [tagesschau.de] Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), teilte mit, er sei "zutiefst bestürzt". "Ich empfinde tiefen Respekt für ihre Entscheidung, insbesondere ihre Funktion als Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern beizubehalten." Der Berliner Senat wünsche Schwesig von Herzen rasche und nachhaltige Genesung: "Alles Gute, Manuela!"

Auch Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke wünschte Schwesig "alles Gute, Kraft und Zeit für sich". "Wie sie selbst sagt: Es gibt gute Gründe für Optimismus", erklärte Woidke am Dienstag in Potsdam. "Diesen Optimismus unterstütze ich gerne und bin sicher, dass sie in besten medizinischen Händen ist."

Im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik

Schwesig hatte sich in den vergangenen zehn Jahren im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet. Nach nur vier Jahren als Stadtvertreterin in Schwerin wurde sie 2008 - gerade 34 Jahre alt - Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns und 2013 dann Bundesfamilienministerin. Nach nur sechs Jahren Parteizugehörigkeit war Schwesig 2009 als Hoffnungsträgerin der Ost-SPD Bundesvize ihrer Partei geworden.

Im Sommer 2017 gab sie ihr Ministeramt in Berlin vorzeitig auf und übernahm vom damals an Krebs erkrankten Erwin Sellering (SPD) auf dessen Wunsch das Ministerpräsidenten-Amt. Doch auch in ihrer neuen Funktion blieb die heute 45-Jährige bundespolitisch aktiv und trat dabei vorrangig als Fürsprecherin für die Interessen der Ostdeutschen in Erscheinung.

Schwesig wurde 1974 in Frankfurt (Oder) geboren. Im Land Brandenburg verlebte sie auch ihre Kindheit und Jugend, legte das Abitur ab und absolvierte ihr Studium zur Diplom-Finanzwirtin. Im Jahr 2000 zog sie nach ihrer Heirat nach Schwerin, wo sie heute mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt.

Sendung: Inforadio, 10.09.2019, 11:20 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    "... im Eilzugtempo in die erste Reihe der deutschen Politik vorgearbeitet." - Auf welche Weise? - Besitzen sämtliche Jobcenter und Sozialgerichtsbarkeiten in Mecklenburg-Vorpommern gemäß UN-Behindertenrechtskonvention ein geschärftes Bewusstsein für die Würde und Rechte behinderter Menschen? Das würde mich bei einer Diplom-Finanzwirtin als Ministerpräsidentin erstaunen. Ich würde in dieser Situation spürbar innehalten und vom "auf die Dauer hilft nur Power" sicheren Abstand nehmen, denn ernsthafte Erkrankungen sind nicht en passant zu bewältigen.

  2. 3.

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich Frau Schwesig nur eines raten:

    Nehmen Sie Ihre Erkrankung sehr ernst, Brustkrebs zählt zu den immer noch am Häufigsten wiederkehrenden Krebsdiagnosen. Als geheilt zählt man erst, wenn man mindestens 5 Jahre keinen Rückfall hatte. Als Risikopatient wird man bis 10 Jahre nach der Diagnose geführt.

    Daher hoffe ich, das Sie gesund werden, jedoch achten Sie darauf was Ihr Körper Ihnen für Signale gibt und ganz ehrlich, die Krankheit ist schlimm, aber nehmen Sie nicht die Hand vor den Mund, sonder gehen Sie offen mit um.

    Später werden Sie merken, was oder wie es zu verstehen ist.

  3. 2.

    Ich wünsche ihr alles Gute und volle Genesung. Viel Kraft auf ihrem Weg.

  4. 1.

    Ich wünsche Ihr auf Ihrem Weg der Genesung alles Gute und das Sie wieder vollkommen gesund wird.

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