Symbolbild: 11.10.2019, Berlin: Aktivisten von Fridays for Future bilden eine Menschenkette um das Rote Rathaus. (Quelle: dpa/Sommer)
Audio: rbb 88.8 | 29.11.2019 | Swetlana Oheim | Bild: dpa/Sommer

Sperrungen und Verkehrsbehinderungen - Zehntausende bei "Klimastreik"-Demo in Berlin erwartet

Bis zu 50.000 Menschen erwarten die "Fridays for Future"-Veranstalter am Freitag auf Berlins Straßen. Die Bewegung will Regierung und Bevölkerung dazu drängen, mehr für den Klimaschutz zu tun. Für den Demozug werden Straßen in Mitte weiträumig abgesperrt.

Weltweit ruft die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" am Freitag zu einem "globalen Klimastreik" auf, in insgesamt 513 deutschen Städten wollen Demonstranten für besseren Klimaschutz auf die Straße gehen.

Die größte Demonstration soll wie schon beim letzten Aktionstag am 20. September 2019 in der Hauptstadt stattfinden. Für Berlin erwarten die Veranstalter dieses Mal 50.000 Teilnehmer, wie die Berliner Polizei rbb|24 am Donnerstag sagte.

Im September gingen je nach Einschätzung zwischen 100.000 und 270.000 Menschen auf die Straße.

Demoroute in Berlin-Mitte

Die Auftaktkundgebung soll laut der Berliner Verkehrsinformationszentrale (VIZ) und der Berliner Polizei zwischen 12 und 13 Uhr am Brandenburger Tor, Platz des 18. März, stattfinden. Von dort aus wollen die Teilnehmer losgehen und auch dort zum Ende der Demonstration wieder ankommen. Dabei soll folgende Route eingeschlagen werden:

Brandenburger Tor - Ebertstraße - Behrenstraße - Glinkastraße - Neustädtische Kirchstraße - Reichstagufer - Weidendammbrücke - Friedrichstraße - Reinhardstraße - Luisenstraße - Marschallbrücke - Wilhelmstraße - Dorotheenstraße - Scheidemannstraße - Yitzhak-Rabin-Straße - Straße des 17. Juni - Brandenburger Tor

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Verkehrsbehinderungen auf Zubringerrouten

Im Zuge der Demonstration soll die Straße des 17. Juni in beide Richtungen zwischen 12 und 18 Uhr gesperrt sein. Auch die Demoroute wird laut Polizei großzügig abgesperrt.

Außerdem sind laut Mitteilung der VIZ folgende Zubringerdemonstrationen angekündigt:

Zwischen ca. 10:00 Uhr und ca. 11:30 Uhr: Friedrichstraße - Unter den Linden - Wilhelmstraße - Dorotheenstraße - Scheidemannstraße - Yitzhak-Rabin-Straße - Straße des 17. Juni

Zwischen ca. 10:00 Uhr und ca. 11:30 Uhr: Südstern - Hasenheide - Bergmannstraße - Schleiermacherstraße - Gneisenaustraße - Mehringdamm

Zwischen ca. 10:00 Uhr und ca. 11:00 Uhr: Ernst-Reuter-Platz - Straße des 17. Juni - Brandenburger Tor

Zwischen ca. 11:00 Uhr und ca. 11:45 Uhr: Invalidenstraße - Alt-Moabit - Paulstraße - Spreeweg - Großer Stern - Straße des 17. Juni

Verkehrsteilnehmer sollten mit erheblichen Verkehrsstörungen und Sperrungen ab dem Vormittag in Berlin-Mitte und in Tiergarten rechnen.

Demonstrationen in Brandenburg

Auch in Brandenburg sind Demonstrationen von "Fridays for Future" angekündigt:

- in Potsdam ab 12 Uhr am Alten Markt
- in Falkensee (Havelland) ab 11.30 Uhr am Bahnhof
- in Oranienburg (Oberhavel) ab 12 Uhr am Bahnhof
- in Eberswalde (Barnim) ab 13.30 am Bahnhof
- in Biesenthal (Barnim) ab 11.45 am Bahnhof
- in Bernau (Barnim) (bisher keine Uhrzeit genannt)
- in Schöneiche (Oder-Spree) ab 15 Uhr an der Dorfaue 1
- in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) am Bahnhof ab 11 Uhr
- in Rangsdorf (Teltow-Fläming) ab 10 Uhr am Rathaus

Alle Demonstrationen in Deutschland sind auf einer Karte von "Fridays for Future" angegeben [fridaysforfuture.de].

Blockade des Tagebaus Jänschwalde geplant

Am Samstag will das Bündnis "Ende Gelände" dann in der Lausitz demonstrieren und auch das Kohlekraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) blockieren. Unter dem Claim "Ende Gelände Massenaktion" sollen Kohlekraftwerke und Kohlebagger besetzt werden. Die Klimaaktivisten wollen sich dort für einen Ausstieg aus der Braunkohle einsetzen.

Unterstützt werden die Aktionen auch von den Bündnissen "Fridays for Future", "Alle Dörfer bleiben" und den "Anti-Kohle-Kidz". Anhänger von "Fridays for Future" wollen am Samstag vor dem Kraftwerk Jänschwalde demonstrieren.

Die Gewerkschaft der Polizei appelliert im Vorfeld der Aktion, auf Gewalt zu verzichten. "Gewaltsames Besetzen von Anlagen des Tagebau- und Kraftwerkbetreibers in der Lausitz sind keine Lösung", hießt es in einer Mitteilung von Andreas Schuster, dem landesbezirksvorsitzendem der Gewerkscahft der Polizei Brandenburg.

Das Klimabündnis "Ende Gelände" kündigte am Mittwoch an, die Aktivisten würden sich besonnen verhalten; von dem Bündnis werde keine Eskalation ausgehen, man werde keine Menschen gefährden. Der Energiekonzern Leag geht indes davon aus, dass Demonstranten in den Tagebau eindringen wollen. Ähnlich wie bei einer Aktion von Ende Gelände 2016 rechne die Leag damit, dass Bahnschienen und Zufahrten blockiert werden, hieß es. Die Leag kündigte zu Wochenbeginn an, man werde den Energiebetrieb nicht einschränken.

"Fridays for Future": Klimapaket "Pillepalle"

Konkreter Anlass für den neuerlichen Aktionstag ist die UN-Klimakonferenz vom 2. bis 13. Dezember in Madrid. "Deutschland wird dort mit leeren Händen dastehen", sagte Sprecher Quang Paasch. Wegen der "Untätigkeit" der Groko verfehle Deutschland alle selbstgesteckten Klimaziele.

"Fridays For Future" Deutschland äußern ihren Unmut gegen das von der Bundesregierung verabschiedenete "Klimapaket" - dieses sei laut Paasch "Pillepalle" und "klimapolitisches Versagen". Die Maßnahmen für den Klimachutz gehen der Bewegung nicht weit genug. Stattdessen wird für Deutschland gefordert, bis 2035 "Nettonull" zu erreichen, also klimaneutral zu sein, den Kohleausstieg bis 2030 und 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035.

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65 Kommentare

  1. 65.

    Die Temperatur in Indien lag bei 50,8 Grad nicht bei 70. Immer noch schlimm genug, aber bitte nicht so krass übertreiben. Danke.

  2. 64.

    Mir geht dieses "Astroturfing" mittlerweile gewaltig auf den Zeiger. FFF oder XR, beides ist künstlich, und mit viel Budget global zeitgleich choreografiert. Da hat eine "Klimabewegung" die als angebliche Graswurzelbewegung "von unten" daherkommt, weltweit die gleichen Logos, die gleiche Kampagnensprüche, gleich gelabelt, selbstverständlich auf englisch. Daran kann man auch erkennen wo die Kampagnenmacher sitzen, die das konfektioniert haben. Die Sprüche, die die Schüler skandieren dürfen, sind die gleichen wie weltweit, mit einer Ausnahme, die von den deutschen 68-er kopiert wurde ("wir sind hier, wir sind laut, ..."). Millionen muss das kosten, die Republik wird zugekleistert mit deren Plakaten und Aufklebern, das könnte sich keine private Ini leisten. Die Forderungen sind absurd überhöht und fanatisch, Weltrettung eben "um jeden Preis". Ziel ist Milliarden und Abermilliarden an öffentlichen Geldern zu schaufeln, und sie umzulenken in die Taschen derer, die das Ganze finanzieren.

  3. 63.

    " klimaneutral zu sein, den Kohleausstieg bis 2030 und 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035 "

    eine ambitionierte Forderung, aber wie soll die erreicht werden und welche Energieträger sollen die Lücken dann schließen ?
    bei Windkraft ist ja schon jetzt vom Rückbau die Rede

  4. 62.

    " Bei 20% Rabatt pfeift man dann doch aufs Klima. "

    wohl richtig, beim Geld ist dann die Ideologie plötzlich egal

  5. 61.

    Renten... ? Die Sache ist doch die, dass es dann wahrscheinlich gar keine Gesellschaft mehr gibt die so etwas wie Renten zahlt...Die Strassen werden wenn wir jetzt nichts tun, voller alter Bettler sein. Und zwar aus der ganzen Welt, weil es auf 70% der Erdoberfläche die jetzt noch bewohnt ist zu heiss sein wird (diesen Sommer in Indien schon teilweise 70!!! Tatsache 70 Grad. Da die Ernten dann ja auch ziemlich flau aussehen werden...puh...wir haben noch 9 Jahre um unter 2 Grad zu bleiben und drüber wird es völlig hoffnungslos. Lesen Leute! Lernen. Und nicht bloss die (nachweislich) von der Öl und Waffenindustrie finanzierten Sachen. Grüsse!

  6. 60.

    Verursacht der Hubschrauber der wegen diese klimaaktivisten jetzt rumfliegen muss auch nicht sinnlos Schadstoffe, außerdem muss der Hubschrauber bezahlt werden und wer zahlt das wir Steuerzahler.
    Oder auch Die Autofahrer jetzt extra ein Umweg fahren müssen, das verursacht auch mehr Verkehr und Schadstoffe.

  7. 59.

    Wenn die so viel Langeweile haben um sowas zu machen, dann können Sie aber auch selber was für den Umweltschutz tun und nicht wie sonst was Die Straßen blockieren, was soll denn das bitte bringen außer dass die Autofahrer ein Umweg fahren müssen was für mehr Verkehr sorgt und Schadstoffe in die Luft bläst.
    Das was für der Umweltschutz getan werden muss bin ich dahinter.

  8. 58.

    Habe gerade Pause. Arbeite in einem Center. Bei 20% Rabatt pfeift man dann doch aufs Klima.

    Fairer Handel ? Interessiert niemanden.

    Jeder Möchtegern - Weltverbesserer - Moralapostel sollte beginnen sich selbst mit offenen Augen zu betrachten.

  9. 57.

    Warum subventioniert das EEG trotz signifikant gefallener Börsen(Strom-)preise weiter energieintensive Unternehmen? Die EEG- Umlagebefreiung ist nicht sozial und hat klimatechnisch genau die falsche Steuerungswirkung!

  10. 56.

    Bäume pflanzen in Ostbrandenburg, sehr interessant, habe ich viel mit zu tun. Die sind Dank Klimawandel in höchst kritischem Zustand, noch 2 Sommer, wie dieser war und Sie haben Steppe statt Wald, vor ihrer Brandenurger Haustür.... Und leugnen den Klimawandel sicher dennoch.

  11. 55.

    Direkt aus dem AfD Flyer abgeschrieben? Dass der Klimawandel menschengemacht ist, ist wissenschaftlich sehr gut gesichert. Vielleicht informieren Sie sich mal. Google oder der Bibliothekar Ihres Vertrauens hilft.

  12. 52.

    Dem Party Doc. wirds freuen. Der Start ins WE ist gesichert.
    Ansonsten bin ich mal gespannt, wieviele es am Black Friday von FFF auf die Straßen treiben wird :D

    Gegen Konsumwahn streiken ist das eine
    dem Konsumwahn im Sparrausch um die besten Schnäppchen und Angebote zu erliegen, das andere

  13. 50.

    Ja wenn man die Energiewende stoppt ist es in der Tat unabdingbar weiter Kohle zu verbrennen. Darum wird ja auch gefordert die Energiewende endlich ambitioniert durchzuführen.

  14. 48.

    Wer jetzt immer noch glaubt es ist 5 vor 12, der hat durch seine Ignoranz nicht mitbekommen, dass es mindestens schon 13 h ist!
    Wir alle müssen jetzt handeln!

  15. 46.

    Es stimmt zwar, dass es für die Braunkohle keine direkten Subventionen gibt. die fließen jedoch indirekt. und die Folgekosten des Tagebaus dürften wohl ungleich höher sein als die der Windkraftanlagen, für die übrigens kein Wald gerodet wird, sonder allenfalls Nutzholzplantagen. https://rp-online.de/wirtschaft/rwe-und-vattenfall-braunkohle-kostet-15-milliarden_aid-19710147

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