Dietmar Woidke, Michael Stübgen, und Ursula Nonnemacher (Quelle: dpa/Stache)
Bild: dpa/Stache

BrandenburgTrend - Jeder zweite Brandenburger sieht Kenia-Koalition kritisch

Die rot-schwarz-grüne Kenia-Koalition löst bisher keine große Aufbruchstimmung in Brandenburg aus. 52 Prozent der Befragten sehen die Polit-Troika im aktuellen BrandenburgTrend eher kritisch - obwohl einige Vorhaben auf Zustimmung stoßen.

Das neue Regierungskoalition aus SPD, CDU und Bündnis90/Die Grünen ist unter den Brandenburgerinnen und Brandenburgern umstritten. Laut BrandenburgTrend von infratestdimap im Auftrag von Brandenburg aktuell bewerten 44 Prozent der Befragten diese Koalition als gut beziehungsweise sehr gut für das Land. 52 Prozent sehen die neue Landesregierung eher kritisch.

Am zufriedensten mit der neuen Regierungskonstellation sind Anhänger der Grünen (75 Prozent), gefolgt von SPD-Anhängern (71 Prozent) und CDU-Anhängern (59 Prozent). Bei den Koalitionsverhandlungen haben sich nach Ansicht der Befragten eher SPD und Grüne durchgesetzt (18 bzw. 17 Prozent), weniger die CDU (10 Prozent). Die Hälfte der Bürger kann nicht beurteilen, wessen Handschrift der Koalitionsvertrag am meisten trägt. 

Dietmar Woidke konnte sein Image als Regierungschef in den vergangenen Wochen verbessern. 62 Prozent halten ihn für einen guten Ministerpräsidenten, unmittelbar vor der Wahl waren es 59 Prozent. Am Dienstag unterzeichnete Vertreter der drei künftigen Regierungsparteien den neuen Koalitionsvertrag.

Besonders viele Anhänger von BVB/Freie Wähler und AfD gegen mehr Windenergie

Die Kernpunkte des Vertrags, wie die personelle Aufstockung der Polizei und die Elternbeitragsfreiheit für Kinder ab dem dritten Lebensjahr, werden nahezu einhellig und parteiübergreifend von den befragten Brandenburgern befürwortet. 94 Prozent halten die Einstellung von mehr Polizisten für richtig, 85 Prozent befürworten die beitragsfreie Kita ab dem dritten Lebensjahr.

Aber in puncto Aufstellung höherer und leistungsfähiger Windkraftanlagen sagen nur 48 Prozent, dies gehe in die richtige Richtung – 47 Prozent sind dagegen. Besonders Anhänger von BVB/Freie Wähler und AfD sehen den Ausbau der Windenergie mehrheitlich kritisch. Der geplante Kohleausstieg bis 2038 bei gleichzeitigem Strukturwandel ist für 55 Prozent der richtige Weg zur Verbesserung des Klimaschutzes. 

Den sogenannten "Zukunftsinvestitionsfonds", der eine Milliarde Euro neue Schulden bedeutet, bewerten mit 53 Prozent mehr als die Hälfte der befragten Brandenburger positiv.

Wenn am Sonntag in Brandenburg Landtagswahlen wären, käme die SPD auf 25 Prozent der Stimmen, die AfD auf 22 und die CDU auf 14 sowie Bündnis90/Die Grünen und Linke auf jeweils 12 Prozent. Das entspricht in etwa dem Ergebnis der Landtagswahl am 1. September.

Für den BrandenburgTrend sind vom 11. bis 16. November 1.000 Wahlberechtigte in Brandenburg repräsentativ befragt worden. 

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

33 Kommentare

  1. 33.

    Tja, da haben Sie eine recht subjektive Meinung geäußert, denn wenn ich es Ihnen gleichtue, muss ich sagen, dass es aus meiner Sicht zu begrüßen wäre, wenn die Grünen keine Regierungsverantwortung übernähmen. Und Ihre Frage zum Wählerwille: 90% der Brandenburger haben die Grünen nicht gewählt, aber knapp ein Viertel dann doch die AfD. Ist der Wählerwille denn so schwer zu erkennen?

  2. 32.

    Ja,ja,wieder der mit den Glöckchen an der Narrenkappe......
    Machen Sie sich die Mühe selbst nach den Fakten zu suchen, sind alle im Netz zu finden.

    Hören Sie denn diese Glöckchen auch schön klingen? Wenn ja, empfehle ich einen guten Doc aufzusuchen. Glöckchen sind genauso gefährlich wie Stimmen, die es nur im eigenen Kopf existieren ;-)
    Warum soll ich mir die Mühe machen um nach Fakten zu suchen, welche nur im Geiste von irgendwelchen Weltuntergangsfanatikern bestehen und wissenschaftlich überhaupt nicht belegt sind? Das wäre nur verschwendete Zeit, da es diese Fakten einfach nicht gibt.

    Aber es ist so einfach mit dem "wir haben keine Zeit mehr" Gelaber Panik zu verbreiten, damit man seine Ziele erzwingen kann.
    Wenn Sie allerdings reale echte Fakten und Infos haben, die das mit den 7 Jahren wissenschaftlich belegen, bitte her damit. Da würden sich sicherlich alle User beim RBB24 drüber freuen.

  3. 31.

    Na das ist ja mal ein starkes Stück. Der Beitrag ist sogar noch online und wenn man die Schlagzeile googelt gleich an erster Stelle....

  4. 30.

    Unter der Schlagzeile "Stübgen im Tee" berichtete einst die Lausitzer Rundschau. Nun ist er Innenminister und Chef der Polizei!
    Schöne Karriere; Schönes Vorbild!

  5. 29.

    Ja,ja,wieder der mit den Glöckchen an der Narrenkappe......
    Machen Sie sich die Mühe selbst nach den Fakten zu suchen, sind alle im Netz zu finden.

  6. 28.

    Dass "Minderheiten" Parteien die 12% haben ein Land regieren aber eine die 22% hat nicht, ist offensichtlich undemokratisch. Egal ob das FDP oder die AfD betrifft. Das kann man sich schönreden wie man will. Genau wie Koalitionen hinterher zu schließen, wenn der Wähler keinen Einfluss mehr hat.
    So passiert es, dass man CDU wählt und plötzlich Links hat oder umgedreht, obwohl man das als Wähler gar nicht will.

  7. 27.

    Es sind nur noch 7 Jahre bis der Klimawandel nicht zu stoppen ist.

    Wo sind die wissenschaftlichen Fakten zu dieser Weltuntergangsprognose, die diese 7 Jahre belegen?
    Oder doch wieder nur zu Panik mache aus den Finger gesaugt?

  8. 26.

    Wo bleibt den nun eigentlich die Verbesserung des ÖPNV?
    Die versprochene Verbesserung der Strecke RB 10 und 14 ist auch nicht erfolgt.
    Es sind nur noch 7 Jahre bis der Klimawandel nicht zu stoppen ist.Eigentlich keine Zeit um jeden Pinocchio zu berücksichtigen und jeden Autohersteller die Füße zu küssen.

  9. 24.

    Woher wollen Sie denn den "Wählerwillen" wissen? Der ist dem Wahlergebnis und den daraus resultierenden Möglichkeiten einer Regierungsbildung zu entnehmen. Dass die AfD dabei für alle übrigen Parteien außen vor war und ist kann man nur begrüßen.

  10. 23.

    Ich würde vorschlagen man gibt dieser neuen Regierung erst einmal eine Chance. In 6 Monaten können Presse und Bürger ja ein erstes Fazit ziehen. Ich pers. glaube es wird besser als RR. Schaun mer mal!

  11. 22.

    Nonnemacher von den Grünen steht als Ministerpräsidentin bereit, war von den Wahlen von den Grünen zu lesen. Die Ergebnisse von CDU, der Grünen, der Linken und der FDP blieben allesamt unterhalb der jeweiligen Erwartungen. Die SPD war allerdings der größte Wahlverlierer.
    Einziger Wahlgewinner war die AfD, sie konnte ihren Stimmenanteil fast verdoppeln.

  12. 21.

    Wenn Sie Höcke reden hören, merken Sie schnell woher der Wind weht - und das halte ich absolut für eine Gefahr für die Gesellschaft

    Wenn ich andere Politiker im Wahlkampf reden höre, ist es teilweise auch nicht besser. Da kann man oft nur die Hände übern Kopf zusammenschlagen und nur noch den Kopf schütteln.

    Klar mag die AfD viele Dinge offen ansprechen, welche auch vielen Bürgern "Kopfschmerzen" bereitet und schwer im Magen liegen nur damit ist die AfD in Europa nicht alleine. Allgemein ist in Europa und vielen westlichen Kulturen dieser starke Rechtsruck zu spüren.

    Auch ich sehe diese Entwicklung als sehr kritisch an nur ich kann es leider nicht ändern.
    Vielleicht sollte man mal hinterfragen, warum es diesen Rechtsruck überhaupt gibt?

    Die absolute Gefahr für die Gesellschaft in Deutschland sehe ich persönlich eher bei den Grünen.

  13. 20.

    In der NPD sind auch mehr als genug (Neo-) Nazis unterwegs und sie ist nicht verboten. Kein Argument. Wenn Sie Höcke reden hören, merken Sie schnell woher der Wind weht - und das halte ich absolut für eine Gefahr für die Gesellschaft. Aber gut, hier geht es ja um Brandenburg und da regiert die AfD glücklicherweise auch heute nicht. Bleibt nur, fünf Jahre lang verärgert Kommentarfeld im Internet vollzuschreiben, um sie sich herbeizuwünschen. Ändert zum Glück exakt nichts. Aber viel Freude dabei!

  14. 19.

    Wann hat das erste Bundesland MUT die AfD zu entzaubern ? Ihr die ,, Opferrolle " zu nehmen?
    Keine ,, Wahlhilfe zu leisten "
    denn nur mit Verantwortung uebernehmen zeigt sich das es nur Luft ist.
    Ich kann den Satz nicht mehr höhren ....einzigste Opposition...

  15. 18.

    Die Grünen sind Wahlverlierer? Interessant.

    Wenn man bedenkt, wieviele Stimmen andere Parteien in Brandenburg im Vergleich zu den Grünen erhalten haben, kann man das in der Tat so sehen. Abgesehen von Ballungszentren in Berlin / Brandenburg (Berlin, Potsdam usw.) scheinen die Grünen in der Tat, bis auf sehr sehr wenige Landkreise, recht unbeliebt zu sein. Ohne diese Ballungszentren, wo viel Grün gewählt wird, würde diese Partei sicherlich bestimmt um das Erreichen der 5% Hürde bangen.

    Bei der Europawahl 2014 in Brandenburg lagen die Grünen noch bei 6,1% und konnten sich auf 12,3% Stimmen aus Brandenburg freuen. Innerhalb von 5 Jahren hat man sich dort mit 6,2% mehr Stimmen verdoppeln können.

    Wenige Monaten später, Landtagswahlen Brandenburg sind es nur noch 10,8% Stimmen. Innerhalb sehr kurzer Zeit hat man mal eben wieder 1,5% Stimmen verloren.

    Wieviele Stimmen würden die Grünen heute von den Brandenburger bekommen, wenn heute Wahlen wären?

  16. 16.

    Offenbar ist kein Argument zu schräg, um zu begründen, dass die AfD regieren soll.


    Der AfD sagt man nach, das diese die Demokratie gefährden und deshalb darf diese nicht an die "Macht" kommen darf.

    Intressanterweise wurde das 2012 auch den Grünen zugesprochen und selbst 2018 noch wurde über dem Gedankengut der Grünen eine "Gefahr für Sicherheit und Zukunft" interpretiert. Auch gerne die "grüne Diktatur" genannt :D

    "Friedrich BusekrusBerlinDienstag, 19.11.2019 | 18:22 Uhr - Vielleicht lieber Nazis an der Regierung?"
    Na da bin ich mal gespannt, wo es die Möglichkeiten überhaupt gab, um legal echte Nazis, welche nicht bei irgendwelchen Filmen Komparse sind, hier in Deutschland wählen zu können.

    Die AfD wurde demokratisch gewählt, sonst wäre die nicht da, wo sie nun ist. Wären es Nazis, wäre die AfD verboten.

  17. 15.

    Die FDP pendelte in Deutschland immer um die 10% herum und war trotzdem jahrzehntelang Regierungspartei. Ihre Minister standen oft an der Spitze der Beliebtheit (Genscher!), und eine Mehrheit der Westdeutschen sehnt sich nostalgisch nach den Zeiten von Adenauer, Brandt, Schmidt und Kohl zurück. Aber wenn die Grünen zehn Prozent holen und gerade mal 2 Ministerposten bekommen, kann das auf einmal nicht richtig sein?

    Offenbar ist kein Argument zu schräg, um zu begründen, dass die AfD regieren soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Während einer Abstimmung über eine Diätenerhöhung steht eine Gruppe an Politikern und Politikerinnen im Berliner Abgeordnetenhaus (Bild: imago images/Olaf Wagner)
imago images/Olaf Wagner

rbb-Umfrage - Fast jeder Berliner Politiker wird beschimpft oder beleidigt

Wer in die Politik geht, braucht ein dickes Fell: Eine rbb-Umfrage unter Berliner Politikern zeigt, dass die allermeisten im Laufe ihrer Karriere schon beschimpft oder beleidigt wurden. Oft bleibt es nicht dabei. Von Florian Eckardt, Boris Hermel und Götz Gringmuth-Dallmer

Bild in groß
Bildunterschrift