Letzter Spieltag der Regionalliga Nordost - BFC sichert sich Meisterschaft - Rathenow und Fürstenwalde steigen ab

So 15.05.22 | 16:47 Uhr
Zweikampf im Spiel des BFC Dynamo gegen Altglienicke (Bild: IMAGO/Matthias Koch)
Bild: IMAGO/Matthias Koch

Der BFC Dynamo ist Meister in der Regionalliga Nordost. Den Einzug in die Aufstiegsrunde sicherte ein 4:2-Sieg gegen Altglienicke. Rathenow und Fürstenwalde steigen aus der Regionalliga ab - Letztere trotz eines Sieges gegen Spitzenteam Jena.

Die Fußballer vom BFC Dynamo sind Meister der Regionalliga Nordost. Was in den vergangenen Wochen schon nahezu feststand, ist nun auch rechnerisch sicher. Mit einem 4:2 (2:1)-Sieg gegen die VSG Altglienicke besiegelte Dynamo am letzten Spieltag der Saison seine Meisterschaft und somit auch den Einzug in die Aufstiegsspiele zur 3. Liga.

Am anderen Ende der Tabelle stehen nach Tasmania Berlin und dem VfB Auerbach nun auch Optik Rathenow und Union Fürstenwalde als Absteiger in die Oberliga fest.

BFC dreht das Spiel

In einem stimmungsvollen Spiel im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark erwischte der BFC Dynamo am Sonntag keinen guten Start. Keine fünf Minuten waren gespielt, als Dynamo einen Altglienicker Konter nicht konsequent genug verteidigte. Stürmer Julian Manske nutzte das zielstrebig aus und bescherte der VSG Altglienicke die 1:0-Führung. In der Folge wurde dann aber auch der BFC stärker, die Partie schneller und offensiver geführt. Dennoch dauerte es eine Weile, ehe sich das auch in weiteren Treffern widerspiegelte.

So brauchte Dynamo ehe Mittelfeldmann Darryl Geurts für den Ausgleich sorgte (28.). Nach einer Ecke landete eine Altglienicker Kopfball direkt vor den Füßen von Geurts, der den Ball mit einem satten Dropkick im Tor unterbrachte. Kurz vor der Halbzeitpause war es dann Dynamos Top-Torjäger Christian Beck vorbehalten, die Zuschauer im Stadion erneut jubeln zu lassen und das Spiel zu drehen. Abermals nach einer Ecke seines Teams stieg Beck im Strafraum am höchsten und verwandelte seinen Kopfball.

Höhepunkt einer starken Saison

In der zweiten Halbzeit drückte Dynamo dann darauf, die Führung auszubauen. Und das mit Erfolg: Bereits zwei Minuten nach Wiederanpfiff verschätzte sich die VSG-Abwehr so sehr, dass Andor Bolyki für den BFC im Strafraum freistehend nur noch einschieben musste. Noch dicker kam es für Altglienicke gut fünf Minuten später als Alexander Siebeck per schönem Schlenzer das 4:1 für Dynamo erzielte. Im weiteren Spielverlauf verkürzte Altglienicke durch Tugay Uzan (58.) zwar noch einmal auf 2:4, aber am Ende standen dennoch der verdiente Sieg und die Meisterschaft für den BFC Dynamo.

Für Dynamo ist die Meisterschaft der erste große Höhepunkt einer starken Saison und der Lohn für die in den vergangenen Monaten zumeist konstant überzeugenden Leistungen. Seit dem 18. Spieltag führten die Berliner die Tabelle der Regionalliga Nordost durchgehend an. Vor allem gegen vermeintlich schwächere Gegner gaben sich Christian Beck und Co. – mit Ausnahme des Saisonendspurts – kaum eine Blöße und sicherten sich so immer wieder wichtige Punkte im Kampf um den Einzug in die Aufstiegsrunde.

In dieser Aufstiegsrunde spielt der BFC nun gegen den Meister aus der Regionalliga Nord um den Aufstieg in die 3. Liga. Am 28. Mai hat im Hinspiel zunächst Dynamo das Heimrecht, ehe es am 4. Juni auswärts endgültig um die Rückkehr in den Profi-Fußball geht. Gegner wird höchstwahrscheinlich der VfB Oldenburg, der einen Spieltag vor Saisonende drei Punkte und neun Tore Vorsprung vor Weiche Flensburg hat.

Fürstenwalde und Rathenow steigen ab

Vor dem Spieltag deutlich offener als das Meisterschaftsrennen in der Regionalliga Nordost war der Abstiegskampf. Fest stand durch den Abstieg von Viktoria Berlin aus der 3. Liga, dass diese Saison mindestens vier Vereine in die regionalen Oberligen absteigen.

Während Tasmania Berlin und der VfB Auerbach bereits vor dem Wochenende chancenlos im Rennen um den Klassenerhalt waren, besteht nun auch für Optik Rathenow nach einem turbulenten Spiel und einer 5:7 (1:3)-Niederlage beim Berliner AK die Gewissheit wieder in die Oberliga abzusteigen. Union Fürstenwalde besiegte am Sonntag sogar noch den Tabellenzweiten Carl Zeiss Jena mit 1:0 (1:0) und zog nach Punkten mit dem Tabellensechzehnten Eilenburg gleich (beide 33 Zähler). Wegen eines um zwei Treffer schlechteren Torverhältnisses bleibt Fürstenwalde dennoch auf Rang 17 und ist somit vierter Absteiger.

Offensivpower auf den Plätzen

Insgesamt war der letzte Spieltag der Saison ein sehr offensiv geprägter: 46 Tore erzielten die 20 Regionalligisten in den finalen zehn Partien der Spielzeit 2021/22. Torreichste Partie war dabei besagtes Duell zwischen dem BAK und Optik Rathenow. In Eroll Zejnullahu, Pardis Fardjad-Azad (beide BAK) und Vassilios Polichronakis (Rathenow) trafen beim 7:5-Sieg des BAK gleich drei Spieler doppelt. Tasmania Berlin hingegen blieb gegen den Chemnitzer FC ohne eigenen Treffer, kassierte beim 0:5 gegen die Sachsen aber alleine in der Nachspielzeit zwei Gegentreffer.

Tennis Borussia gewann sein Heimspiel gegen Absteiger VfB Auerbach souverän mit 3:0. Montcheu, Cakmak und Mattmüller ftrafen. Der FSV Luckenwalde unterlag Lok Leipzig mit 1:3, einzig Budde traf für die Brandenburger.

Hertha II schägt Eilenburg

Die Zweitvertretung von Hertha BSC sicherte sich zum Saisonabschluss einen 3:2-Sieg beim FC Eilenburg. Nach einem Doppelpack von Derry Scherhant für die Hertha kam Eilenburg Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal zurück und zum Ausgleich. Julian Albrechts Treffer in der fünften Minute der Nachspielzeit brachte Hertha allerdings noch den Sieg. Als Tabellensechzehnter muss Eilenburg um den Klassenerhalt noch zittern. Setzt sich Dynamo in der Aufstiegsrunde durch, bleibt der FC in der Liga. Schafft der BFC Dynamo nicht den Aufstieg in die dritte Liga, muss auch Eilenburg den Gang in die Oberliga antreten.

Der SV Lichtenberg verlor seine letzte Partie der Spielzeit auswärts bei Germania Halberstadt mit 1:2. Nach einem Treffer durch Kevin Owczarek in der 68. Minute drehte Halberstadt das Spiel mit zwei Toren in den finalen zehn Minuten noch. Zumindest einen Punkt sicherte sich am Sonntag der SV Babelsberg beim ZFC Meuselwitz. In der Nachspielzeit besorgte Leonard Koch mit seinem Treffer zum 1:1 gleichermaßen den Ausgleich und den Endstand.

Cottbus souverän siegreich

Energie Cottbus hat sich mit einer starken Leistung und einem deutlichen 4:1-Sieg gegen Chemie Leipzig zusätzliches Selbstvertrauen für das Finale im Brandenburger Landespokal gesichert. Gut 7.600 Zuschauer im Stadion der Freundschaft sahen dabei zunächst konsequente Leipziger, die durch Denis Jäpel in Führung gingen. Cottbus berappelte sich allerdings schnell und drehte das Spiel noch vor der Pause. Arnel Kujovic, Maximilian Pronichev und Erik Engelhardt trafen zwischen der 35. und der 45. Minute. Axel Borgmann legte in der zweiten Hälfte nach für die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz. Die Cottbuser ziehen in der Tabelle so zum Saisonende noch an Altglienicke vorbei auf Rang drei.

Sendung: rbb UM6, 15.05.2022, 18 Uhr

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