Tag der offenen Tür bei der Freiwilligen Feuerwehr Prenzlau im September 2017 (Quelle: Blaulicht Prenzlau/Pressefotograf Tobias Olm).
rbb Studio Frankfurt | 12.09.2017 | Autorin: Katja Geulen | Bild: Blaulicht Prenzlau -- Pressefotograf Tobias Olm.

Freiwillige Feuerwehr im Netz - Twitter und Tatü-tata

Laut trötete es vor 150 Jahren aus dem Signalrohr, wenn die Feuerwehr auf sich aufmerksam machen wollte. Heute ist sie online auch ganz lautlos unterwegs. So wie die Freiwillige Feuerwehr Prenzlau, die bei Facebook und Twitter über ihre Einsätze informiert.

Ob Großbrand im Industriegebiet oder ein Kaninchen, das in einem Schacht festsitzt - die Einsätze manch freiwilliger Feuerwehr können Sie auch ohne Tageszeitung oder rbb verfolgen: Auf Facebook und Twitter. Die Freiwilligen Kameraden aus Prenzlau machen damit seit Jahren gute Erfahrungen, und die Prenzlauer nutzen das Online-Angebot gern. "Wir leben in der digitalen Welt, und das gehört einfach dazu", kommentiert ein Anwohner die Online-Präsenz der Feuerwehr. Ein anderer bestätigt: "Das habe ich auch abonniert, da informiere ich mich regelmäßig."

Tag der offenen Tür im September 2017 bei der Freiwilligen Feuerwehr Prenzlau (Quelle: Blaulicht Prenzlau/Pressefotograf Tobias Olm).
| Bild: Blaulicht Prenzlau -- Pressefotograf Tobias Olm

Schneller Kontakt zu den Bürgern

Über 2.500 Facebook-Freunde hat der Account der Prenzlauer Feuerwehr. Und die bekommen fast täglich etwas neues zu lesen. Am vergangenen Wochenende zum Beispiel Fotos vom Tag der offenen Tür und dem neuen Einsatzfahrzeug. Die Ortswehrführerin Sandra Hidde schwört auf die Öffentlichkeitsarbeit über Facebook und Twitter. "Das ist für uns natürlich auch eine große Anlaufstelle, wo sich viele Bürger melden, die Infos haben wollen - vielleicht, weil sie auch in die Feuerwehr wollen. Sie können direkt nachfragen, so kann man viel schneller und besser mit ihnen kommunizieren." 

Kaninchen im Schacht

Derjenige, der da Fotos und Updates postet und alle Fragen beantwortet (und dabei durchaus Sinn für Humor beweist) ist Christian Straßburg. In seinem jüngsten Einsatzbericht wünschte er einem Kaninchen alles Gute: Hasi hatte sich, unverletzt und mit Möhrchen versorgt, in einem Schacht versteckt. "Trotz all dem Ernst, der uns in den Einsätzen erwarten kann, muss auch ein bisschen Spaß dabei sein", sagt er.  

Neue Mitglieder

Mindestens eine Stunde am Tag verbringt der stellvertredende Ortswehrführer mit den Berichten und Updates online. Natürlich greift er erst nach dem Einsatz zu Smartphone oder Tablet. "Über die Facebookseite sind auch schon Kameraden zu uns gestoßen. Die sind bei uns jetzt fest dabei und fahren auch mit uns Einsätze", freut Straßburg sich über das gute Feedback. Neue Mitglieder zu gewinnen bleibt eine wichtige Aufgabe der freiwilligen Feuerwehren im Land - aber auch die Akzeptanz in der Bevölkerung. Immer öfter werden Abperrungen umfahren oder Einsätze behindert. Die sozialen Medien können aufklären, so Straßburg. "Die Neugier der Bürger ist da, und bevor sie irgendwo Gaffen fahren, sollte man sie so auf dem Laufenden halten."    

Beifall von der Stadt Prenzlau

Auch die Prenzlauer Stadtverwaltung sieht das online-Engagement der freiwilligen Feuerwehr als Gewinn, sagt der Beigeordnete Andreas Heinrich. "Wenn wir hier die jungen Leute heranziehen wollen, dann müssen wir einfach mit diesen Medien arbeiten. Es ist allerdings auch eine hohe Verantwortung, denn nicht jeder Inhalt, den man manchmal bei den Einsätzen sieht, eignet sich auch zum Posten. Aber ich denke, sie haben die erforderliche Sensibilität." Wenn das die modernen Medien seien, mit denen man kommuniziere, dann müsse man sie auch in geeigneter Weise nutzen, meint er. Was die Freiwillige Feuerwehr Prenzlau daraus macht, können Sie bei Twitter oder Facebook mitverfolgen.  

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