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Künstler Gunter Demnig setzt Zeichen in Fürstenwalde - Stolpersteine erinnern an Euthanasie-Opfer

Der Künstler Gunter Demnig verlegt vor dem Verwaltungsgebäude der Samariteranstalten in Fürstenwalde zwei weitere Stolpersteine, die an Euthanasie-Opfern erinnern sollen. Von Eva Kirchner-Rätsch

Zwei weitere Stolpersteinen sollen an die Euthanasie-Opfern des Zweiten Weltkriegs erinnern. In Fürstenwalde verlegte der Künstler Gunter Demnig nun die kleinen Messingplatten auf dem Gelände der Samariteranstalten.

Insgesamt erinnern dort nun 16 Stolpersteine an die sogenannten Euthanasie-Opfer. Etwa 35 Bewohner der Samariteranstalten wurden zwischen 1940 und Kriegsende abgeholt und kehrten nie wieder zurück. So wie Ursula Kowalski und Erwin Bendig. 

Künstler erinnert in Fürstenwalde an Holocaust-Opfer
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Bewohner aus Fürstenwalde betroffen

Mit wenigen Handgriffen verlegt Gunter Demnig die Gedenksteine auf dem Gehweg. Sie sollen an das Schicksal der beiden Bewohner erinnern. Die Messingtafeln erhalten neben dem Namen, dem Geburtsjahr und dem Hinweis „Verlegt" aber nur wenige Informationen über die Opfer, so Paul-Gerhardt Voget Vorstand der Samariteranstalten.

Verlegt - und das steht ganz bewusst in Anführungsstrichen auf den Stolpersteinen - wurden die Bewohner der Samariteranstalten nach Bernburg im heutigen Sachsen-Anhalt.

Künstler erinnert in Fürstenwalde an Holocaust-Opfer
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70.000 Menschen kamen ums Leben

Rund 70.000 Menschen kamen im Rahmen dieser sogenannten T4 Aktion ums Leben. Menschen, die geistig oder körperlich behindert waren oder krank. In Fürstenwalde weiß man von rund 35 dieser sogenannten Euthanasie-Opfer, die zwischen 1940 und Kriegsende verlegt wurden und nie wieder kamen. Ihr Schicksal und das der vielen anderen nicht zu vergessen, sei eine wichtige Aufgabe für die Zukunft, so Fürstenwaldes stellvertretender Bürgermeister Eckhard Fehse.

Und so wird die Fürstenwalder Arbeitsgruppe „Stolpersteine" weiter recherchieren. Auch wenn dies laut Stadthistoriker Guido Strohfeld immer mehr zur Herausforderung wird.

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