Deicheröffnung u.a. mit Minister Vogelsänger 3.v.l. und Landrat Schulze r. | Bild: Elke Bader|rbb

Deichsanierung bei Schwedt - Wir sind auf den Klimawandel eingestellt

An Mosel und Rhein kämpfen die Menschen mit dem Hochwasser. Das Gefühl kennen wir an der Oder. Die Warte in Polen führt auch schon wieder Hochwasser. Gegen Hochwasser helfen nur gut gebaute Deiche. Ein zwei Kilometer langer sanierter Abschnitt ist in Schwedt übergeben worden. Aber reicht das aus? Einer Studie des Instituts für Klimafolgenforschung in Potsdam zufolge müssen wir künftig mit noch mehr Überschwemmungen rechnen und noch mehr Menschen wären bedroht.

Das rot-weiße Absperrband flattert im Wind. Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger übergibt einen fertig gestellten Deichabschnitt bei Schwedt. Er ist Bestandteil des Landes-Programms "Sicherheit und Zukunft für die Oderregion" und ein weiterer Meilenstein eines modernen Hochwasserschutzes für Schwedt und die Umgebung. An Hochwasser, die die Papierfabrik oder die Menschen in Schwedt bedrohen, denkt Schwedts Bürgermeister Jürgen Pohlzehl aber erstmal nicht. „Wir sind froh, dass man das Signal von 97 aufgegriffen hat und ein umfassendes Deichsanierungsprogramm aufgelegt hat.“

Die Deiche sind höher

Die neuen Deiche sind höher, fester und mit modernen Biberschutzgittern ausgestattet. So sieht es das Deichsanierungsprogramm von 1997 vor. Jetzt 20 Jahre später legt das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung eine Studie vor, aus der hervorgeht, dass wir extremere Niederschläge und Hochwasser haben werden. Minister Vogelsänger sieht aber keine Notwendigkeit, die aktuellen Hochwasserschutz-Pläne zu verändern. „Wir nehmen die neuen Forschungen zwar ernst, aber unsere Deiche werden jetzt schon so gebaut, dass sie standhalten."

Wir sind gut vorbereitet

Uckermark-Landrat Dietmar Schulze sagt: „Ich sehe das so, dass das Land Brandenburg gut vorbereit ist.“ Auch die neuen Forschungsergebnisse des Instituts für Klimafolgenforschung tun dem keinen Abbruch. „Wir haben große Polder hier. Eigentlich hat das Land Brandenburg schon auf die neuen Verhältnisse eingestellt.“ Der rund 2 200 Meter lange Deich verläuft von der Schleuse Schwedt parallel zur Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße bis auf Höhe des Schwedter Hafens. Insgesamt wurden in diese Lückenschließung rund 6,5 Millionen Euro investiert. Neu aufgebaut werden musste die sehr flach verlaufende Böschung auf der Flussseite. Zuvor waren Ton-Dichtungsbahnen und Biberschutz-Gitter eingebaut sowie Höhen ausgeglichen worden. Eine besondere Herausforderung bei den bereits im vergangenen Herbst beendeten Bauarbeiten war eine für die Schwedter Industrie wichtige Abwasserdruckleitung, die den Abschnitt quert.

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