Ulf Buschmann
Inforadio|11.01.2018|10:45 Uhr|Vis à vis | Bild: Andreas Oppermann

Interview - Zehn Jahre deutsch-polnischer Polizeiarbeit

Am Donnerstag feiert "Das Gemeinsame Zentrum der Deutsch-Polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Swiecko" bei Frankfurt/Oder ihr zehnjährige Bestehen. Minister und Polizeichefs aus beiden Ländern kommen an die Oder, um die besondere Zusammenarbeit zu würdigen. Über Erfahrungen und Entwicklungen in dieser Zeit hat sich rbb-Redakteur Andreas Oppermann mit dem deutschen Leiter des Zentrums, Ulf Buschmann, unterhalten.

Es sind schlimme Klischees, die einst die Grenzregion von Polen und Deutschland bestimmten. "Kaum gestohlen, schon in Polen" - Sprüche wie diese führten zu einem Misstrauen. Und machten vor zehn Jahren die Idee einer gemeinsamen Polizeiarbeit der Polen und Deutschen zunächst nicht einfach. Zur sehr war das Bild der anderen Seite von Vorurteilen geprägt. So auch von Ulf Buschmann, dem deutschen Leiter des Zentrums "Deutsch-Polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Swiecko" bei Frankfurt/Oder. "Ich hatte auch erst ein mulmiges Bauchgefühl", so Buschmann. Er habe Angst gehabt, dass Stereotype den Arbeitsalltag im gemeinsamen Büro bestimmen.

Aus Stereotypen wurden gemeinsame Ziele

Doch es kam anders: "Aber wenige Wochen nach Einrichtung der Dienststelle war das Brummeln im Bauch weg, weil sich herausgestellt hat, dass es überhaupt keine Probleme gibt. Die Kollegen von deutscher und polnischer Seite waren Profis, haben jahrelange Polizeierfahrung." Im Vordergrund stand demnach das gemeinsame Ziel: Straftaten bekämpfen. 

Statt im gegenseitigen Misstrauen zu verharren, bemerkten die Beamten schnell den Vorteil der gemeinsamen Zusammenarbeit, so Buschmann. "Wo man früher gedacht hat: 'warum klappt das denn jetzt nicht, der Pole hat doch gar keine Lust mich zu unterstützen?'; hat man bald gesagt: 'der kann mich gar nicht unterstützen'." Denn nicht immer laufen die Abläufe in den Institutionen der Länder gleich ab. Dafür konnten die Polizisten im Miteinander das Verständnis bekommen. Es sei wichtig, die Besonderheiten der Polizeistrukturen sowie Kultur und Mentalität des anderen Landes kennenzulernen. 

"Insofern sind das zehn sehr wichtige Jahre, die uns gelehrt haben, besser miteinander umzugehen und dass wir unsere Zusammenarbeit eruieren konnten." Nun seien viele neue Projekte gemeinsam entstanden, um die Arbeit im Grenzgebiet zu verbessern. Im Vis à vis beschreibt einige dieser Fälle näher.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein Zug der RB36 steht im Bahnhof Joachimsthal
rbb/Björn Haase-Wendt

Schorfheidebahn vor dem Start - Bahnstrecke Eberswalde - Templin

Templin in der Uckermark ist mit seiner Therme beliebt bei Touristen und Tagesgästen. Doch mit der Bahn ist die Stadt aus dem Osten Brandenburgs nur schwer zu erreichen. Ab Dezember soll sich das ändern. Dann soll es nach zwölf Jahren wieder eine direkte Bahnverbindung zwischen Eberswalde und Templin geben. Während die Templiner jubeln, haben andere ihre Bedenken.

Bild in groß
Bildunterschrift