Marika Ruft steht am Hochbeet im Diabetes-Garten Gusow
rbb/Uta Schleiermacher
Audio: Antenne Brandenburg | 05.06.2018 | Autorin: Uta Schleiermacher | Bild: rbb/Uta Schleiermacher

Diabetes-Garten in Gusow - Wo Schafgarbe und Wermut wuchern

Nur sechs Teelöffel pro Tag. Mehr Zucker braucht ein erwachsener Mensch nicht, erklärt Marika Ruft. Und die sechs Teelöffel, die sind schnell voll. Seit 15 Jahren ist Marika Ruft selbst Diabetikerin. Ihr Wissen über die Krankheit möchte sie gern weitergeben. Vor allem beim gemeinsamen Ernten und Kochen in ihrem extra angelegten Diabetes-Garten. Denn bei fertig gekauftem Essen ist oft Zucker drin - sogar in Sauerkraut oder Essig-Gurken. "Wir wollen zum August hin dann Gurken zusammen einlegen, da kann sich jeder sein Glas oder Topf mit nehmen", sagt Ruft.  

Erdbeeren und Topinambur

Im Diabetes-Garten hinter dem Haus der Familie Ruft in Gusow wachsen Erdbeeren und Eichblattsalat. Aber auch die Wildkräuter Schafgarbe und Wermut wuchern im Hochbeet. Am Zaunrand zur Straße hin baut Marika Ruft Topinambur an. Alles Pflanzen, die bei Diabetes gut tun.

Brigitte Dubek aus Kienitz kommt regelmäßig zu den Gesprächsrunden in Gusow, denn die Ärzte haben bei ihrem Mann eine Vorstufe zur Diabetes festgestellt. "Bisher haben wir viele Fertigprodukte gegessen", sagt sie. "Hier habe ich gelernt, dass viele Pflanzen Bitterstoffe enthalten und dass das Bittere den Appetit auf Süßes nimmt."

Beet in einer alten Jeans im Diabetes-Garten Gusow
| Bild: rbb/Uta Schleiermacher

Bittere Schafgarbe gegen den Hunger auf Süßes

Gegen Heißhunger auf Zucker hilft Schafgarbe als Tee oder Chicorée im Salat. Es sind aber nicht nur solche Tipps, die die Treffen in Gusow wertvoll machen, sagt Margit Prey. Auch sie hat seit längerer Zeit Diabetes. "Wenn du allein sitzt und versuchst, in deinem Leben etwas zu ändern, ist das ziemlich schwer, aber wenn in einer Runde jeder seine Erfahrungen teilt, kommst du eher dazu, etwas neues auszuprobieren", sagt sie. "Die Seele ist das Wichtigste. Wenn die stimmt, stimmt alles Andere auch."

Denn anstatt nach einer Diabetes-Diagnose Tabletten zu nehmen und weiterzumachen wie zuvor kann Ernährung, Bewegung und überhaupt ein veränderter Lebensstil viel bewirken, meint Marika Ruft. "Die Aufklärung fehlt einfach. Hätte ich damals schon gewusst, was ich heute weiß, hätte ich es vielleicht geschafft, die Diabetes aus eigener Kraft zu überwinden." Ihren Garten und die Treffen dort sieht Ruft daher auch als Diabetes-Prävention.  

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