Ausflugstipps für Polen
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Kanuwandern, Surfen, Fallschirmspringen - Zum Aktivurlaub nach Polen

Es ist Ferienzeit - und wer noch einen Urlaubsort mit Abenteuerfaktor sucht, für den kann sich der Blick nach Polen lohnen. Dicht hinter der polnischen Grenze geht's zum Windsurfen auf der Lebuser Seenplatte, Reiten im Lebuser Land oder Radfahren rund um Küstrin.

Nach Polen zum Einkaufen oder Tanken zu fahren, ist recht verbreitet. Zur Ferienzeit lohnt aber auch mal ein Blick auf Polen als Urlaubsziel. Wer etwa Flugreisen im Urlaub vermeiden möchte, aber trotzdem Lust auf ein anderes Land und Abenteuer-Urlaub hat, der findet im nahe gelegenen Lebuser Land nicht weit hinter der Grenze zu Polen wilde Natur und viele Möglichkeiten für Aktivurlaub: Wassersport, Reiten, Radfahren - und sogar Abheben beim Fliegen und Fallschirmspringen.

Windsurfing in den Lebuser Masuren

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An der Lebuser Seenplatte soll es die schönsten Seen in der ganzen Woiwodschaft geben. Rund 100 Kilometer östlich von Kostrzyn nad Odrą (dt. Küstrin an der Oder)gelegen, nahe der Ortschaft Dobiegniew, sind dort mehrere Seen über kleine Kanäle miteinander verbunden. Der See Lipie ist touristisch gut entwickelt. Es gibt einen Strand, an dem man baden kann, und unter anderem Windsurfing als Freizeitangebot.  

"Um die Grundlagen des Windsurfens zu lernen, braucht man zwei, drei Stunden. Einfach um zu lernen, wie das Bord sich im Wasser verhält, um zu fallen und um das Bord richtig zu wenden", sagt Martyna Jaz, die dort Windsurfing unterrichtet. "Es gibt sehr viele Manöver, um das Bord zu wenden. Deswegen fangen wir erstmal ganz langsam an." Martyna Jaz kennt den See seit ihrer Kindheit. Sie bietet auch Privatunterricht an. Eine Trainingsstunde kostet 20 Euro.

Wenige Kilometer entfernt am See Osiek schippern Ryszard Migacz und seine Frau Ania mit ihrem Segelboot gerade los. Ihr Boot liegt im Segelclub Pantarei, einem von drei Segelclubs in den Lebuser Masuren. Die beiden kommen fast jeden Tag aus dem 50 Kilometer entfernten Gorzów Wielopolski an den See. Zum Segeln, Angeln und Entspannen. Touristische Angebote gibt es am See Osiek im Gegensatz zum See Lipie so gut wie keine. Wer hier segeln möchte, muss sein eigenes Boot mitbringen.  

Mit dem Kanu auf der Drawa

Ausflugstipps für Polen - Kanutour
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Die Drawa – das sind rund 190 Kilometer atemberaubende Flusslandschaft. Mit dem Kanu geht es von Drawno aus in den Drawienski Nationalpark und dann mehrere Tage lang von Biwakplatz zu Biwakplatz. Der Nationalpark liegt auf dem Gebiet der Woiwodschaften Westpommern, Lebus und Großpolen, 100 Kilometer von Stettin entfernt.

Die Landschaft wurde während der Eiszeit geformt. Der Fluß schlängelt sich durch bis zu 30 Meter hohe Schluchten, mitten durch den Urwald mit 450 Jahre alten Eichen und 300 Jahre alten Buchen. Stromschnellen und quer liegende Bäume fordern ganz schön, manchmal geht es nur noch zu Fuß weiter.  

Im Nationalpark heißt es: Wassertouristen müssen im Infozentrum des Nationalparks Gebühren entrichten, acht Złoty pro Tag und Person. Dort gibt es außerdem Karten und Tourentipps. Reiseverantalter bieten Touren mit Gepäcktransport und Vollverpflegung an. Wer ohne Reiseveranstalter tourt, bucht den Biwakplatz über den Nationalpark. Kanuverleiher gibt es in der Umgebung.  

Mit dem Fahrrad durchs Küstriner Umland

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Eine der schönsten Routen für Radler im Lebuser Land beginnt in Kostrzyn nad Odrą und führt durch das Warthebruch. Auf der 60 Kilometer langen Strecke liegt unter anderem der Nationalpark Warthemündung, das Neue Amerika Friedrich des Großen und eine Vogelrepublik mit einer eigenen Verfassung. Die Tour endet in der Kleinstadt "Slonsk", dem einstigen Sonnenburg.

Vom alten Pumpwerk in Kostrzyn geht es 25 Kilometer auf dem Deich entlang. Der Deich verläuft quer durch den Nationalpark Warthemündung. Gebaut wurde er unter Friedrich dem Großen, der preußische König ließ den Sumpf trockenlegen, um hier Ackerbau zu betreiben. Weite Ebenen, Kanäle und die entlang des Deichs sich schlängelnde Warthe prägen die Landschaft. Mit der Fähre haben die Bauern früher ihre Ernte über die Warthe transportiert, heute ist es eine Touristenattraktion. Umgerechnet 20 Cent kostet die Überfahrt – und sie bringt die Reisenden ins Neue Amerika.

"Es heißt, arme Bauern seien zum Alten Fritz gekommen, weil sie nach Amerika auswandern wollten. Daraufhin sagte der König: Ihr bekommt hier ein eigenes Amerika", sagt Fährmann Tadeusz Paludzki. Damit sich die Siedler wie in der Neuen Welt fühlten, gab man den Orten amerikanische Namen: Pensylvania und Jamaika.

Das Neue Amerika hat tatsächlich etwas von einer Prärie. Von den deutschen Siedlungen hat sich aber nur wenig erhalten. Ein weiteres besonderes Land auf der Route: die Rezczpospolita Ptasia – die Vogelrepublik. Denn das Warthebruch zieht so viele Vögel an, wie kaum ein anderer Ort in Europa. Die Idee mit der Republik – eine Art Marketing-Gag der einheimischen Bevölkerung. Mit Naturführern geht es dort auf Vogelerkundung, Graugänse, Graureiher und Rotmilane sind zu sehen.

Die Tour durch das Naturparadies endet in Slonsk. Wichtig zu wissen: Auf der Route gibt es viele Schotterwege und bis Slonsk gibt es keine Möglichkeit etwas zu essen oder zu trinken zu kaufen.

Fliegen und Fallschirmspringen bei Zielona Góra

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80 Kilometer südostlich von Frankfurt (Oder) in der Nähe von Zielona Góra, an einem wie magischen Ort findet man alles rund um den Flugsport. Man kann hier nicht nur fliegen, auch Motorschirm, Segelfliegen, Ballon fahren oder Fallschirmspringen.

"Zur Zeit haben wir den Verein aus Pirna zu Besuch, sie kommen schon zum sechsten Mal. Man kann sich hier erholen, wir haben ein Hotel, ein Restaurant. Für Leute, die mit Fliegen nichts zu tun haben wollen, haben wir sogar einen Reiterhof", sagt Artur Haladyn, Direktor des Aeroklubs Ziemi Lubuskiej.
 
"Schon als Jugendlicher habe ich einen günstigen Gleitschirm gekauft und mir das
Fliegen selbst beigebracht. Nachdem ich den ersten Meter abgehoben bin, habe ich
vor Aufregung die ganze Nacht nicht geschlafen und wusste, ich möchte nichts
anderes mehr im Leben machen", sagt Sławek Kucharski. Mit ihm kann man nicht nur Tandemflüge machen, sondern auch innerhalb von einer Woche fliegen lernen.

Auf dem Pferd durchs Gelände kurz hinter der Grenze

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In den vergangenen Jahren sind an der deutsch-polnischen Grenze viele Reiterhöfe und Pferdeställe entstanden, die sich vor allem auf deutsche Touristen konzentrieren. Etwa der Reiterhof Podkowa in Moryn. Ein kleiner Hof mit rund 30 Pferden, der Reiten in der Halle und im Gelände anbietet. Moryn liegt knapp 40 Kilometer hinter der deutsch-polnischen Grenze.

Der Preis für Übernachtung, Vollpension und zwei Mal Reiten liegt auf dem Reiterhof Podkowa, pro Tag, bei 51 Euro. Ein besonderer Ausflugstipp, grade für Familien. Der nächste Reiterhof in Bielin liegt nur 10 kilometer weiter südlich von Moryn. Ein Gestüt, inklusive Herrenhaus und knapp 100 Pferden. Auch Sportpferde werden hier gezüchtet.

Der Hof bietet viel für Anfänger und Fortgeschrittene, auch die Kleidung zum Reiten können Besucher hier leihen. Allerdings geht es auf dem Reiterhof in Bielin immer nur mit einer Gruppe raus ins Gelände. Es sei denn, man bringt sein eigenes Pferd mit. Das findet für die Dauer des Aufenthalts sogar eine Box auf dem Gestüt. Die Reitstunde hier in Bielin kostet 13 Euro und eine Übernachtung pro Person 21 Euro.

Der Reiterhof "U Zapotocznego" liegt in Lagow, also nicht mehr ganz so grenznah. Er ist ganz im Stil des Wilden Westens gehalten. "Auf unserer Ranch züchten wir verschiedene Pferderassen. Sie sind rund um die Uhr auf unseren Wiesen, wir haben 30 Hektar. Im Winter und im Sommer sind sie draußen. Und wenn es zu heiß ist, gehen sie in den Schatten", sagt Besitzer Tomasz Zapotoczny. "Wenn ein Fohlen geboren wird, nehmen wir es immer mal wieder, für kurze Zeit weg von der Mutter und gewöhnen es an uns. Das erleichtert uns dann die Arbeit beim Satteln und bei anderen Arbeiten mit dem Pferden." Ein Holzhaus kostet rund 140 Euro pro Person, Doppelzimmer 50 Euro.

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