Symbolbild: Zwei Menschen arbeiten in einem Kleingarten in Frankfurt (Oder). Augenommen 2017 (Quelle: dpa/ Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 30.07.19 | 15.40 Uhr | Bild: dpa/ Pleul

Kleingartenanlage in Bad Freienwalde - Beschaulichkeit statt Obst- und Gemüsewettbewerb

Brandenburger Kleingärten blühen heute anders als früher. Wo zu DDR-Zeiten anspruchsvolle Auflagen erfüllt werden mussten, ist jetzt mehr Entspannung eingekehrt. Das spiegelt sich auch in der Kleingartenanlage "Dr. Schreber" in Bad Freienwalde wieder.

Man muss nicht lange suchen um in der Kleingartenanlage "Dr. Schreber" auf moderne Schrebergärtner zu stoßen. Eine junge Patchworkfamilie Familie aus Berlin ist mächtig am Werkeln. Mutter Jessica Köhler baut mit dem Akkuschrauber aus Holzpaletten ein neues Hochbeet. Das Material dazu hat sie von einer Baustelle gegenüber ihrem Wohnhaus in Berlin mitgebracht.

Ursprünglich kommt Jessica Köhler aus Thüringen. Auch dort hatte sie einen Kleingarten, den sie seit dem Umzug in die Hauptstadt vermisst hat. Da fiel die Entscheidung zum Schrebergarten in Bad Freienwalde nicht schwer. Auch die Kosten sind überschaubar und so stellt auch die Anfahrt von einer Stunde kein Hindernis dar. Gemeinsam mit ihrem Ex-Mann und ihrem neuen Partner baut sie hier seit fast einem Jahr ein neues Paradies auf.

Kein Fernseher im Kleingarten

Während der eine oder andere Laubenpiper früher vielleicht stolz auf den Farbfernseher in der Laube war, sind Fernseher und Videospiele für Jessica Köhler ein Tabu. Gerade wegen der Kinder hat sie sich bewusst gegen Unterhaltungstechnik im Garten entscheiden. Nun müssten die Kinder zwar manchmal noch etwas angestupst werden, hätten aber schon neue Freunde in der Kleingartenanlage gefunden, sagt sie.

Mehr Regeln zu DDR-Zeiten

Auch Rentner Günter Wartenberg hat in Bad Freienwalde seine Parzelle. Er ist froh, dass jetzt mehr Beschaulichkeit Einzug gehalten hat. Zu DDR-Zeiten gab es deutlich mehr Auflagen, sagt er. Damals habe es einen regelrechten Wettbewerb unter den Kleingartenvereinen gegeben. Auf 100 Quadratmetern habe man 100 Kilo Obst und Gemüse anbauen müssen, um das Quorum zu erfüllen. Günter Wartenberg hat das damals mit seinen Birnen geschafft, sagt er. Doch dann kam auch noch der Kaninchenboom dazu. Das sieht er heute nicht mehr.

Das Kleingartengesetz sagt heute noch, dass ein Drittel der Fläche für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden muss. Aber alles in allem sei das aber nicht mehr so viel Arbeit für die Kleingärtner wie früher, sagt Wartenberg. Dafür bleibt heute mehr Platz um im Liegenstuhl zu chillen und beim kühlen Fußbad einen Mate zu schlürfen.

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