Archivbild: Reisende auf dem Berliner Hauptbahnhof steigen in einen DB Regio Express. (Quelle: imago/Rainer Weisflog)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.07.2019 | Autor: Maximilian Horn | Bild: imago-Archivbild/Rainer Weisflog

Landtagswahl Brandenburg - Wahlkreis 14 - Konzepte gegen den Verkehrsinfarkt in Ostbrandenburg

Vorschläge zur Entspannung des Pendlerverkehrs gibt es - passend zur Landtagswahl - viele: Zehn-Minuten-Takt für die S-Bahn, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Straßen. Die Grünen fordern zum Beispiel einen Metropolexpress. Von Maximilian Horn

Die Landtagswahlen stehen vor der Tür und die Parteien formulieren große Pläne. Ein wichtiges Thema im Wahlkreis 14 (Stadt Bernau bei Berlin und Gemeinde Panketal) ist die Entspannung des Pendlerverkehrs. Denn aus dem Landkreis Barnim – dessen Süden zum sogenannten Speckgürtel gehört - pendeln jeden Tag rund 30.000 Menschen in die Hauptstadt. Verstopfte Züge, Staus und Verspätungen durch Baustellen gehören zum Pendleralltag.

Zehn-Minuten-Takt

Schaut man in die Wahlprogramme, sind sich die Parteien bei vielen Punkten recht einig. So fordern die meisten Parteien einen konsequenten Zehn-Minuten-Takt für die S-Bahn, eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs und einen Ausbau des Schienennetztes. Aber wo liegen Besonderheiten?

Grüne fordern "Metropolexpress"

Eine Idee zur Stärkung des Schienenverkehrs kommt zum Beispiel von den Grünen. Mit dem Metropolexpress soll die von den Grünen identifizierte Lücke zwischen S-Bahn und Regionalverkehr geschlossen werden – und für mehr Klarheit im Zugnetz gesorgt werden. Der Metropolexpress soll alle Bahnhalte in Brandenburg abdecken: "In Berlin würden dann nur noch ganz bestimmte Knotenpunkte angefahren werden", sagt Danilo Zoschnik von den Grünen, der im Wahlkreis 14 antritt. Durch den Metropolexpress solle eine direktere Anbindung des ländlichen Raums in den Berliner Metropolenraum ermöglicht werden.

Geduld der Pendler

Bei einem anderen großen Thema - den Baustellen – appelliert Danilo Zoschnik dagegen an die Geduld der Pendlerinnen und Pendler: "Die Baustellen brauchen wir, um das Netz zu verbessern. Wir brauchen sie auch, um die marode Infrastruktur wiederherzustellen", sagt Zoschnik, der selbst als Student zur Universität pendelt.

Baubeschleunigungsgesetz

Das sieht einer seiner insgesamt sieben Konkurrenten im Wahlkreis 14 anders. Péter Vida von den Freien Wählern fordert für Deutschland ein generelles Baustellenbeschleunigungsgesetz. "Damit gegenüber Unternehmen viel stärker eine frist- und vertragsgemäße Erledigung eingefordert wird", sagt Vida.

Zuzug begrenzen

Ein Grund für die Verkehrsprobleme ist laut Péter Vida der starke Zuzug in die Region. Insbesondere in Bernau seien zu viele Baugebiete ausgewiesen worden: "Solange die infrastrukturellen Maßnahmen nicht ausreichend mitwachsen, müssen wir den Zuzug besser steuern beziehungsweise begrenzen", sagt Vida.

Ideen gegen Pendlerchaos

Ob mit einem Sonderprogramm zu Förderung von Ortsumgehungsstraßen (AfD) oder mit der Abschaffung der ersten Klasse im VBB-Netz (Die Linke), ob mit einem "30-60-90-Modell“ für die Taktung der Züge (CDU) oder mit WLAN in allen Nahverkehrszügen (SPD): Für das Pendlerchaos haben alle Parteien etwas im Angebot. Auch wenn man sich nicht immer über die Lösung des Problems einig ist, so doch wenigstens darüber, dass es eines gibt. Und das ist doch auch schonmal etwas.

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