Freiwilige Feuerwehr Klosterfelde unterrichtet Oberschüler
Lesen, Mathe, Feuerwehr -Lernen was Wichtig ist | Bild: Philip Barnstorf

- Feuerwehrunterricht in Klosterfelde

Mathe, Lesen, Löschen ... Feuerwehrunterricht soll an Brandenburgs Schulen Einzug halten. Seit 2014  hat Angermünde  dieses Wahl- Pflichtfach im Angebot. Nun zieht auch Klosterfelde nach.

Mit sicherer Hand greift Marcus Funk die schweren Geräte aus dem Feuerwehrauto und führt sie den Schülern vor: Etwa den Saugkorb, ein mikrowellengroßer Ansaugstutzen, mit dem man Löschwasser aus Seen saugen kann, ohne dass Fische oder Steine in den Schlauch geraten. Oder den metallenen Zumischer, mit dem man dem Wasser und Löschschaum mischen kann. Dann legt er die Geräte auf die Tische vor ihm, an denen seine 16 Schülerinnen und Schüler sitzen. Die lauschen geduldig, probieren die Hebel an der Geräten aus, und beantworten Funks Fragen zu Namen und Funktion der Werkzeuge. „Das Eis zwischen mir und den Jugendlichen ist gebrochen, als wir sie alle Feuerwehranzüge haben anziehen lassen“, sagt Ausbilder Funk, „Etwa in einem Chemikalien-Schutzanzug sieht man aus wie ein Astronaut. Das war natürlich ein Highlight.“

Am Ende ist man "Truppmann 2"

Funk ist Wandlitz‘ ranghöchster freiwilliger Feuerwehrmann und bildet seit diesem Schuljahr die Jugendlichen der Oberschule Klosterfelde zu Nachwuchsfeuerwehrleuten aus. Immer Mittwochs kommen seine Schützlinge für eine Doppelstunde in die Feuerwache im Wandlitzer Stadtteil Klosterfelde. Nach zwei Jahren erhalten sie das Zertifikat „Truppmann 2“. Dann sind sie ausgebildete Feuerwehrmänner und –frauen und können zu allen Einsätzen mitfahren. „Natürlich dürfen sie nicht direkt ins Feuer. Dafür braucht man eine Extraausbildung“, schränkt Funk ein, „aber sie können von außen unterstützen. Da gibt’s mehr als genug zu tun: Rohre legen, Atemschutzüberwachung, Leitern in Stellung bringen.“

Selber was tun

Bei den Schülerinnen und Schülern kommt der Unterricht gut an. „Ich hätte auch Biologie, Geschichte oder Sport wählen können“, erzählt die 14 jährige Genevieve, „aber ich hab Feuerwehr gewählt, weil ich da Menschen helfen kann und an Einsätzen teilnehmen kann.“ Ihrem Klassenkamerad Erik gefällt besonders, dass „man nicht nur dasitzt und zuhört und zuguckt, sondern auch selber was macht.“ Er überlegt sogar später professioneller Feuerwehrmann zu werden. Für die Schüler der neunten Klasse geht es jedoch nicht nur um Zukunftsperspektiven und das Truppmann-Zertifikat, sondern auch um Noten. Bei jeder Stunde in der Feuerwache ist ihr Lehrer Alexander König dabei. Er ist selbst in der freiwilligen Feuerwehr engagiert. Gemeinsam mit Funk hat er einen Test für die Schüler entworfen und bewertet auch ihr Engagement im Unterricht. „Das größte Problem in der Vorbereitung war der Bildungsplan, der geschrieben werden musste“, erzählt König, „Nur mit Curriculum geht das als Schulfach durch.“

Jeder Landkreis soll Feuerwehr- Unterricht anbieten

Dass das Projekt sorgfältig geplant wurde, gefällt auch Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter. Er besuchte am Mittwoch eine Unterrichtsstunde in Klosterfelde und überreichte einen Scheck vom Land über 2800 Euro. Das Geld ist für neue Feuerwehranzüge für die Jugendlichen gedacht. „Das Projekt ist ein Riesenerfolg für Brandenburg“, sagt Schröter. Außer in Wandlitz wird die Feuerwehrausbildung, die in Wandlitz weitgehend von der Gemeinde bezahlt wird, noch an Schulen in Nauen und Angermünde angeboten. Schröter ist sich sicher, dass in es in drei Jahren in  jedem Brandenburger Landkreis mindestens eine Schule gibt, an der die Feuerwehrausbildung angeboten wird.

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