23.12.2019, Brandenburg, Frankfurt (Oder): An einem deutschen Grenzpfeiler auf dem Deich am deutsch-polnischen Grenzfluss Oder steht ein Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 10.01.2020 | John-Alexander Döring | Bild: dpa/Patrick Pleul

Kampf gegen Afrikanische Schweinepest - Nachbarschaftshilfe am Wildschutzzaun

Die Afrikanische Schweinepest hat Brandenburg noch nicht erreicht. Zuletzt war auf polnischer Seite, 20 Kilometer von der Neiße entfernt, ein damit infizierter Kadaver gefunden worden. Bei der Bekämpfung will Deutschland dem Nachbarn nun helfen. Von John-Alexander Döring

Der Parlamentarische Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums Uwe Feiler hat am Freitag mit Vertretern aus Polen ein Teilstück des 120 Kilometer langen Wildschutzzaunes in Ratzdorf (Oder-Spree) besucht, um sich vor Ort ein Bild über die Schutzmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest zu machen.

Schon einmal fanden zwischen Deutschland und Polen am Pegelhäuschen in Ratzdorf intensive Gespräche statt, um ein gemeinsames Problem in den Griff zu bekommen. 1997 war das, als die Oderflut Ratzdorf zuerst erreichte. "Wenn Polen um Hilfe bittet, dann kommen wir dem gerne nach", sagte Feiler nun.

Gute Zusammenarbeit, hoher Wartungsaufwand

Der Staatssekretär lobte bei seiner Besichtigung: "Da laufen gute Gespräche. Auf Facharbeitsebene funktioniert das schon sehr gut und jetzt unterstützen wir das poltisch." Man möchte Polen gerne auch aus Eigeninteresse heraus unterstützen, so Feiler. "Das Problem kriegen wir nur gemeinsam gelöst vor Ort."

Von dem Wildschutzzaun hat der Staatssekretär einen guten Eindruck und glaubt, dass das eine wichtige Präventionsmaßnahme ist. In Ratzdorf wurde Feiler aber auch über Probleme unterrichtet, die Tierärztin Diana Holland vom Landesamt für Gesundheit festgestellt hat. Sie war an der Planung des Zaunes beteiligt.

Ein Problem sei die aufkommende Vegetation. Man müsse dann die Zäune umsetzen, um die Flächen darunter zu mähen, was auch Kosten verursache, sagte Holland. 

Hinzu komme die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Viele Spaziergänger würden die Zäune beschädigen und überwinden, blieben darin hängen und verursachten damit erheblichen Schaden - wie die Zerstörung der durchgängigen Stromversorgung. "Und auch Diebstahl ist ein großes Problem", sagte die Veterinärin.

Skepsis bei polnischem Regierungspräsidenten

Der polnische Regierungspräsident des Lebuser Landes, Wojciech Percak glaubt nicht, dass ein Elektrozaun überall ausreichend Schutz bieten kann. In Wäldern sei das schwierig. Hier würden die Tiere oft aufgescheucht und bewegten sich oft in größeren Gruppen, sagte Percak. "In Polen bauen wir deshalb feste stabile Zäune ohne Strom. Sie sind nicht so leicht zu überwinden", sagt er.

Am Ende des gemeinsamen Treffens am Wildschutzzaun in Ratzdorf beschlossen beide Seiten sich weiterhin intensiv auszutauschen, um gemeinsam die Schweinepest zu bekämpfen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.01.2020, 16:10 Uhr

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