Bauarbeiter errichten festen Zaun gegen die ASP in Märkisch-Oderland
Audio: Antenne Brandenburg | Marie Stumpf | 18.11.2020 | Bild: rbb / Marie Stumpf

Afrikanische Schweinepest in Brandenburg - Märkisch-Oderland baut ersten festen Zaun

Im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest baut der Landkreis Märkisch-Oderland einen festen Zaun großflächig um den Fundort infizierter Wildschweine. Ein weiterer Zaun an der polnischen Grenze könnte folgen. Von Marie Stumpf

Mithilfe eines großen Krahns bohren die Bauarbeiter dicke Pfähle in den Boden bei Podelzig. Diese sind das Gerüst für den ersten von zwei massiven Zäunen, der die so genannte weiße Zone um das Kerngebiet, in dem infizierte Schweine gefunden wurden, umschließen soll.

Im Gegensatz zu den umstrittenen Elektrozäunen ist der neue feste Zaun mit einem Unterwühlschutz ausgestattet. "Der Zaun wird sozusagen umgelegt, so dass die Tiere drauftreten und sich nicht einwühlen können", erklärt Thomas Schossig, einer der Verantwortlichen für den Zaunbau.

Helfer auch aus Veranstaltungsbranche

Insgesamt soll der Zaun 40 Kilometer lang werden. Für solch eine Strecke werden viele Mitarbeiter gebraucht. Zum Teil sind es Selbstständige aus der corona-gebeutelten Veranstaltungsbranche. "Die haben vorher auch schon Zäune mitgebaut – hier und in anderen Gebieten von Deutschland", sagt Schossig "Sie haben also Erfahrung."

Erst Fallwildsuche, dann Zaunbau

Nichtsdestotrotz: Für viele Landwirte und Jäger kommt der Zaun deutlich zu spät - knapp zwei Monate nach dem ersten bestätigten Fall der Afrikanischen Schweinepest in Märkisch-Oderland. Thomas Berendt, Sprecher des Landkreises, hält dagegen: "Der erste Schritt ist immer die Fallwildsuche, um zu sehen, wie weit die Seuche sich ausgebreitet hat. Erst dann kann ich Elektrozäune setzen und auch feste Zäune." So verhindere man auch, einen Zaun mehrmals bauen zu müssen.

Ausgebreitet habe sich die Seuche durch den fehlenden Zaun nicht, so Behrendt weiter. Alle bisher infizierten Wildschweine seien ausschließlich in der Kernzone gefunden worden.

Zaun an polnischer Grenze geplant

Damit es nicht mehr werden, will das Land Brandenburg einen festen Zaun auch an der Grenze zu Polen errichten. Dagegen hatte sich der Landkreis lange gesträubt, doch jetzt kommt Bewegung in die Sache. "Der Landrat hat ja immer gesagt, er ist gegen einen festen Zaun an der Oder, wenn der Hochwasserschutz nicht gewährleistet ist", so Berendt, "Da haben wir jetzt eine Trasse vom Land vorgeschlagen bekommen, die den Hochwasserschutz nicht gefährdet."

Wann dieser Zaun gebaut werden soll, ist aber noch offen - ebenso wie beim zweiten Zaun an der weißen Zone. Zumindest der am Mittwoch begonnene erste Zaun soll voraussichtlich Ende November fertig sein.

Fallwildsuche läuft aktuell noch

Davon hängt auch ab, wann in der weißen Zone mit der gezielten Reduzierung der Wildschweine begonnen werden kann. Bis zum 07. Dezember soll die Suche nach verendeten Schweinen im Gefährdungsgebiet noch andauern - mit Unterstützung von 100 Reservisten der Bundeswehr. Die Soldaten markieren die Kadaver und melden ihren Fund dem Veterinäramt. Dieses testet dann, ob das tote Tier an der Seuche erkrankt war.

Jagdverbot wird wohl bis zum Ende der ASP andauern

Für die Jäger in Märkisch-Oderland gibt es dagegen kaum Hoffnung, dass das absolute Jagdverbot in Kernzone und Gefährdungsgebiet bald aufgehoben wird. Laut Kreissprecher Berendt wird das erst möglich sein, wenn Brandenburg frei von der Schweinepest ist.

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