Die Klosteranlage in Neuzelle mit der katholischen (r) und evangelischen Kirche (l). (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | Torsten Sydow | 18.11.2020 | Bild: dpa/Patrick Pleul

Zisterzienser-Mönche in Neuzelle - Land will Mönchen Grundstück für neues Kloster verkaufen

Das historische Kloster in Neuzelle ist ein Touristenmagnet. Aber Mönche leben dort nur im benachbarten Pfarrhaus. Aber bald könnten sich die Zisterzienser ein neues Kloster vor den Toren von Neuzelle bauen.

Eine Tankstelle für die Seele könnte das neue Kloster werden, heißt es aus dem Stiftungsrat des Klosters Neuzelle. Aber noch ist es nicht so weit. Am Mittwoch haben sich die Stiftung und das Priorat der Zisterzienser-Mönche in Potsdam zunächst auf eine Kaufoption für 75 Hektar Land bei Treppeln (Oder-Spree) geeinigt. Die Mönche, die derzeit noch 12 Kilometer entfernt im Pfarrhaus des historischen Klosters direkt in Neuzelle leben, haben nun fünf Jahre Zeit zu entscheiden, ob sie sich bei in Treppeln ein neues Kloster bauen wollen.

Mönche auf ehemaligem Stasi-Land?

Zum 750-jährigen Bestehen des Klosterbaus in Neuzelle vor zwei Jahren hatte die Zisterzienser Abtei in Wien die Mönche entsandt, um das Kloster an der polnischen Grenze wiederzubeleben. Weil im Originalkloster schon ein Museum und eine Schule einquartiert sind, soll nun ein neues Gebäude her.

Landeskulturministerin Manja Schüle, die das Land in der Stiftung Neuzelle vertritt, ist begeistert von dem Plan. "Ich finde, das ist ein wunderbares Signal, gerade in dieser Zeit, wenn sich die Zisterzienser hier wieder ansiedeln, hier beten, hier arbeiten, hier singen, hier Gemeinschaft stiften", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Potsdam. Sie sieht "einen Gewinn für Brandenburg".

Für 219.000 Euro können die Mönche das Grundstück, das in den 80er Jahren dem Ministerium für Staatssicherheit gehörte, nun kaufen. "Kein Vorzugspreis", betont Ministerin Schüle und verweist auf Altlasten auf dem Gelände.

Gäste willkommen

Wann der Bau des neuen Klosters beginnen könnte, wollten die Mönche nicht sagen. Auch über die Kosten schwiegen sie sich aus. Aber einen Namen für das zukünftige Zuhause haben sie schon. "Maria Mutter Friedenshort" soll es heißen und es regionalen Baumaterialien energeeffizient und nachhaltig gebaut werden. "Wir sind keine Nostalgiker, sondern bauen im 21. Jahrhundert", sagt Zisterzienser-Pater Kilian. Deshalb solle auch jeder der bis zu 50 Mönche ein eigenes Zimmer bekommen. Aber damit nicht genug: "Das ist ein wesentlicher Auftrag für uns, die Menschen, die anklopfen und dort hinkommen wollen, auch aufzunehmen", sagt Pater Kilian weiter.

1 Kommentar

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  1. 1.

    Wieviel Geld wird solchen Weltfremden noch hinterher geworfen?
    Ein fast geschenktes Grundstück, die Altlasten möchte ich sehen!

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