Mukkefukk
Audio: Antenne Brandenburg|01.04.2021| Michel Nowak | Bild: Michel Nowak/rbb

Social Media-Angebot für Gläubige - "Mukkefukk" bietet digitalen Ersatz für Präsenz-Gottesdienste

Für viele Christen leitet der Gründonnerstag das höchste Fest des Jahres ein: Ostern. Kirchengemeinden in Brandenburg versuchen Corona-bedingt Alternativen zum Präsenz-Gottesdienst anzubieten. Dazu gehört auch das Online-Projekt "Mukkefukk" aus Templin.

Am Gründonnerstag wird des letzten Abendmahls von Jesus und seiner Jünger gedacht. Allerdings gibt es auch dieses Mal nur wenig Präsenz-Gottesdienste. Abstand halten und größere Menschenansammlungen vermeiden, gilt angesichts hoher Corona-Inzidenzen auch weiterhin. Unter der Regie der Evangelischen Kirche Templin (Landkreis Uckermark) werden nach dem Motto "Mukkefukk" auf Youtube, Instagram und Facebook Andachten, Predigten und Gedanken über Gott und die Welt angeboten.

Für die Aufzeichnung des Gründonnerstag-Gottesdienstes haben sich Vertreter verschiedener christlicher Kirchen aus dem Nordosten Brandenburgs im evangelischen Gemeindehaus von Templin getroffen. Das wurde zu einem professionellen Fernsehstudio umgebaut. Friedrichswaldes Pfarrer Ralf Schwieger sagte zur Vorgehensweise: "Wir drehen jetzt den Gottesdienst mit vier Leuten und die sagen unterschiedliche Textpassagen in der Reihenfolge. Jetzt müssen wir die Reihenfolge festlegen, denn wir wollen jetzt, dass jeder Einzelne Pfarrer hintereinander seine Texte dreht."

"Mukkefukk" erreicht Gläubige auf verschiedenen Plattformen

Auch Pfarrer werden vor dem Kamera-Auftritt im Fernsehstudio nervös, so Martin Frank von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Templin. Für ihn sei es schon ein bisschen seltsam, weil er gewohnt sei, mit den Leuten zu kommunizieren: "Unser Saal ist nicht so riesig groß und dadurch hat man immer so Augenkontakt mit den Leuten und die Gesicher fehlen mir."

Das Ergebnis der Aufzeichnung ist dann in sozialen Netzwerken zu sehen. Unter dem Titel "Mukkefukk". Der Name ist Programm. So wie Muckefuck echten Kaffee imitiert, bleiben auch die digitalen Gottesdienste vor allem eines: Ersatz. Darüber sind sich die Uckermärker hier alle einig. Tausende Klicks verzeichnet Mukkefukk trotzdem und erreicht damit Menschen, die während der Pandemie keine Gottesdienste mehr besuchen. Pfarrer Schwieger erklärt: "Wir müssen signalisieren, wir sind da. Gott ist und wir machen für euch was."

Corona bietet Chance für die Kirche, sich zu verändern

Die Templiner Pfarrerin Yonne Maßors sieht noch eine weitere Chance. "Seit 20 Jahren möchte sich die Kirche auf den Weg machen, möchte etwas verändern. Jetzt sind wir wirklich in einer Situation, in der wir müssen. Von daher haben wir ein gutes Modell entwickelt, was von mir aus auch nach Corona noch weitergehen kann."

Eins steht für die Beteiligten aber auch fest: Ganz auf ihre Präsenz-Gottesdienste wollen sie trotz "Mukkefukk" möglichst nicht verzichten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.04.2021, 14:10 Uhr

 

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