Jobberatung in Frankfurt (Oder) - Schüler lassen sich "in letzter Minute" beraten

Lehrstellenbörse wieder in Präsenz.
rbb / Brandenburg Aktuell
Audio: Antenne Brandenburg | 08.06.2021 | Autor Tony Schönberg | Bild: rbb / Brandenburg Aktuell

Das Schuljahr steht kurz vor dem Ende. Da stehen viele Schulabgänger vor der Frage, wie es denn nun weitergehen soll. In Frankfurt (Oder) konnten sich Interessierte am Dienstag zum ersten Mal seit Beginn der Krise wieder live beraten lassen.

25 Betriebe reihen sich am Vormittag Tisch an Tisch im Bildungszentrum der Handwerkskammer Frankfurt (Oder). Und sie haben reichlich Material mitgebracht: Übergroße Plakate, bunte Aufsteller und Broschüren, soweit das Auge reicht. Manche sogar mit technischem Know-How aus ihren Werkstätten. Beste Voraussetzungen also, um mit den Ausbildungs-Suchenden ins Gespräch zu kommen.

Die Messe ist Teil der IHK-Aktionswoche Fachkräftesicherung "Treibstoff Mitarbeiter" und eine gemeinsame Veranstaltung der IHK Ostbrandenburg, Agentur für Arbeit FF(O), und der Handwerkskammer Region Ostbrandenburg. Mitorganisatorin Silke Hartwig von der IHK freut sich über den regen Durchlauf: "Wir haben um 9 Uhr begonnen und von Anfang an waren viele Jugendliche hier." Die Resonanz sei sehr froh.

Umschauen nach möglichen Berufswegen

Bei den Jugendlichen kommt die Beratungsstunde auch gut an. So will sich die 17-jährige Paulina aus Ziltendorf auf der Messe beraten lassen: "Ich bin hier, um mich erst einmal umzugucken und um zu schauen, ob es noch etwas anderes für mich gibt. Weil ich einfach noch auf dem Weg bin zu gucken, was ich mache." Sie führt weiter aus, dass es in der Schule abgesehen von dem einen Praktika nicht so viele Möglichkeiten gäbe sich umzuschauen. Paulina könnte sich vorstellen in die Medizin zu gehen-ist aber noch unschlüssig. Und auch Freundin Indira aus Frankfurt ist auf der Suche. Die Online-Beratungen im Corona-Jahr konnten ihr bei der Zukunftsgestaltung nicht helfen, sie sei noch sehr unschlüssig, was ihre Zukunftsgestaltung angehe.

Fachkräfte in unterschiedlichen Bereichen gesucht

Die Chancen einen geeigneten Ausbildungsplatz auf der Messe zu finden, stehen recht gut. Allein die IHK hat noch fast 600 Stellen zu vergeben und auch die Agentur für Arbeit und die Handwerkskammer suchen dringend nach Fachkräften, sagt Silke Hartwig, zuständig für den Fachbereich Ausbildung bei der IHK: "Ich merke es momentan bei den Kaufleuten für Büro-Management. Da gibt es einen Boom und da schnellen die Zahlen nach oben." Außerdem würden laut Hartwig Auszubildene im Lager-Bereich, bei den Berufskraftfahrern, aber auch Elektroniker und Industrie-Mechaniker gesucht.

Die Suche nach Fachkräften in der Baubranche und im Handwerk bestätigt auch Michaela Schmidt von der Handwerkskammer. Ihr zufolge waren dort die Auftragsbücher auch in der Pandemie stets gut gefüllt. Zudem haben die Unternehmen mit breiter Werbung, etwa im Internet und auf Social-Media-Plattformen stärker auf sich aufmerksam gemacht. "Es ist auch nicht so, dass die Firmen unbedingt nur die Abiturienten haben wollen", betont Schmidt,"Die sind offen für Schüler, die vielleicht nicht gerade die besten Noten haben oder die besten Voraussetzungen mitbringen."

Nachwuchs auch gesucht für gebeutelte Betriebszweige

Überraschend ist, dass auch Branchen suchen, die besonders unter der Pandemie litten oder eingespannt waren, wie beispielsweise die Gesundheitsbranche oder Friseure und Kosmetiksalons. Michaela Schmidt von der Handwerkskammer bestätigt, dass im gesamten Kammerbezirk aktuell noch kein einziger abgeschlossenen Ausbildungsvertrag geschlossen wurde.

Gesucht wird mit den Lockerungen und der Sommer-Saison auch in der Gastronomie und Hotellerie. Das Schloss Neuhardenberg braucht etwa dringend Köche und Hotelfachleute. Doreen Dilz leitet bei der Stiftung die Ausbildung. Ihr zufolge sind die Bewerberzahlen in den Bereichen aber weiterhin rückläufig. "Es ist zögerlicher und es gehen wirklich wenige Bewerbungen ein."

Praktische Erfahrung unverzichtbar

Mit dem Ausfall praktischer Erfahrungen entgingen vielen Jugendlichen auch die Aussichten, welche Möglichkeiten gerade Berufe im Gastronomie- und Hotelbereich eröffnen können. Allerdings lernten sie so auch die negativen Seiten, wie Stress und Arbeit an Wochenenden und Feiertagen nicht kennen, so Dilz.

Am Dienstag hoffe Doreen Dilz aber auf der Messe fündig geworden zu sein: "Wir haben schon einige, wo wir uns die Ausbildung vorstellen könnten. Wir haben auch schon mit einer jungen Dame einen Termin vereinbar, um das Hotel kennenzulernen." Wie zufrieden Aussteller und die angehenden Azubis mit dem Ergebnis der Messe sind, werden die nächsten Wochen zeigen.

1 Kommentar

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  1. 1.

    Es fehlt den Kindern heutzutage Führung und klare Strukturen sowie Vorbilder. Dadurch dass man alles machen kann, alle Möglichkeiten hat, machen diese Jugendlichen dann alles auf den letzten Drücker oder gar nicht. Eltern übernehmt endlich die Verantwortung für die Zukunft eurer Kinder.

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