Ab dem Wintersemester - Ostbrandenburger Hochschulen wollen wieder in den Präsenzmodus

Studierende der Viadrina Universität schreiben eine Klausur nach.
Audio: Antenne Brandenburg | 04.06.2021 | John-Alexander Döring | Bild: rbb / Brandenburg Aktuell

Kinos, Freibäder, Theater und Gaststätten - überall dort kehrt nach den strengen Corona-Verordnungen bei uns in Brandenburg immer mehr die Normalität zurück. Und das soll jetzt auch für Brandenburgs Hochschulen gelten. Von John-Alexander Döring

Zum Wintersemester 2021/22 sollen mehr als die Hälfte der Lehrveranstaltungen wieder in Präsenz stattfinden. Darauf haben sich das Wissenschaftsministerium, Hochschulen, Studierendenvertretungen und Studentenwerke geeinigt.

Miray Koyunco, die Recht und Politik an der Europauniversität Viadrina in Frankfurt (Oder), studiert kann es gar nicht abwarten. Obwohl sie schon im 2.Semester ist, hat sie einen normalen Unialltag biskang noch nicht kennengelernt. "Das ist eine Erfahrung, auf die ich seit Jahren gewartet habe, weil ich mir so gedacht habe, endlich gibt es Mitmenschen, die auch über Politik reden wollen und dann kommt so etwas", so Koyunco. "Es wird endlich so eine Struktur in mein Leben bringen, wenn ich wieder in die Uni gehen und aus der Wohnung raus kann“, sagt sie.

Präsidentin: Wie viel Präsenz entscheidet die pandemische Lage

Auch die Präsidentin der Europauni in Frankfurt (Oder), Julia von Blumenthal, begrüßt die Rückkehr zum Präsenzmodus. Möglichst viele Studenten sollen sie dann auch besuchen können. "Wie viel möglich sein wird, wird natürlich von der ganz konkreten pandemischen Situation abhängen; ganz besonders davon, wie viel Abstände wir in den Hörsälen einhalten müssen", erklärt sie.

Neben den Hygienemaßnahmen erwartet von Blumenthal weitere Herausforderungen: "Wir haben sehr viele internationale Studierende, die gar nicht an ihrem Studienort sein können. Wir müssen also daran denken, dass wir für diese Studierenden ein gutes Angebot zu finden." Zudem stehe zu befürchten, dass die vergangenen drei Semester auch Lücken im Lernen hinterlassen haben." Auch da müssen wir sehen, dass wir die richtigen Angebote machen, damit sie im Studium den Anschluss finden", betont von Blumenthal.

HNEE plant Corona-Teststationen

Wie an der Viadrina will auch die Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (Barnim) gut vorbereitet sein, wenn Studenten wieder in den Hörsälen sitzen. Unter anderem sind Corona-Teststationen geplant, sagt Alexander Pfriem, Vorsitzender des dortigen Corona-Krisenstabs. Er freut sich auf einen lebendigen Campus, will aber auf Digitalveranstaltungen nicht verzichten. "Es wäre schade, wenn wir diese Kompetenzen, die wir jetzt zwangsweise erarbeitet haben, jetzt wieder vergessen würden", sagt Pfriem. Er glaubt, dass es digitale Lernangebote in Zukunft geben und das bestehende Präsenzlehrangebot ergänzen wird.

Neben den Hörsälen sollen auch die Mensen ab dem Wintersemester wieder öffnen. Die Hochschulen wollen außerdem prüfen, wie sie Impfungen für Studierende unterstützen können und die Studentenwerke wollen das Angebot für psychosozoziale Beratungen ausbauen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.06.2021, 16:10 Uhr

 

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