Hochwasserkatastrophe - Panketaler Feuerwehr im Hilfseinsatz in Erftstadt

Ein Foto, das die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter verbreitete, zeigt Überschwemmungen in Erftstadt-Blessem. Laut der Behörde sind einige Häuser eingestürzt, mehrere Menschen würden vermisst. (Quelle: dpa/Rhein-Erft-Kreis)
Video: rbb|24 | 18.07.2021 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Rhein-Erft-Kreis

Die Bilder, die die Feuerwehr Panketal aus der Hochwasserregion in Westdeutschland erreichten, sind für sie nicht auszuhalten. Daher sind sie kurzerhand zu ihren Freunden nach Erftstadt in den Hilfseinsatz gefahren. Von Georg-Stefan Russew

Seit Sonntagnachmittag ist die Panketaler Feuerwehr bei ihren Freunden im rheinischen Erfstadt, um bei der Bewältigung der Flutkatastrophe zu helfen. Die Meldung Ende vergangener Woche von vielen Toten und massiven Schäden hat sie nicht in Ruhe gelassen, denn über die Zepernicker Ortswehr sind die Panketaler eng mit der Feuerwehr Erftstadt befreundet. "Das ist wirklich nicht auszuhalten", sagte Gemeindewehrführer Thomas Bielicke dem rbb.

Freunde helfen sich - Ehrensache

Erftstadt nahe Köln drohte, komplett zu versinken. Die Lage im Ortsteil Blessem ist nach wie vor angespannt. Experten untersuchen die Abbruchkanten eines Erdrutsches. Dort tat sich durch die Hochwasser-Fluten der Erft ein riesiger Krater auf. Mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Es herrscht immer noch akute Lebensgefahr.

"Wann, wenn nicht jetzt müssen Freunde zusammenstehen", so Bielicke, denn seit über 30 Jahren hält die Freundschaft mit den Kameraden aus Erftstadt bereits.

Diese kämpften seit Tagen um jedes Menschenleben, dass sie retten können. Dabei sind auch sie selbst von dieser Naturkatastrohe mit ihrem Hab und Gut sowie ihren Angehörigen betroffen . "Wir haben sofort versucht, unsere Freunde per Telefon zu erreichen", erklärte Bieleicke. Das habe nicht sofort geklappt. "Dann hat es doch funktionert und wir haben unsere Hilfe angeboten." Seit Sonntagnachmittag ist die Panketaler Wehr mit neun Kameraden in Erftstadt im Einsatz. "Hier liegt alles in Schutt und Asche. Wahnsinn!", sagte Bielicke.

Selbst habe die Feuerwehr der Gemeinde Panketal schon viel Leid gesehen - tödliche Verkehrsunfälle, Brände und ähnliches. "Wir sind als Feuerwehrleute leider Kummer gewohnt. Das jetzt, diese Hochwasserkatastrophe, liegt für uns außerhalb jedweder Vorstellungskraft. Das ist apokalyptisch", erklärte Bielicke. Das sehe wie im Krieg nach einem Bombenangriff aus. "Kameraden haben ihr Leben riskiert., einige mussten dann selbst gerettet werden." Bieleicke könne das kaum mit Worten ausdrücken, was er in der kurzen Zeit seit Sonntag in Erftstadt erlebt habe.

Bis Montagmorgen knapp 9.000 Euro nach Spendenaufruf in Panketal zusammengekommen

"Es ist wirklich ungeheuer, mit welcher Dankbarkeit uns die Menschen in Erftstadt begegnen", so Bielicke. Dabei sei es unter Freunden eine Sebstverständlichkeit, dass man sich helfe.

Dankbar blickt der Gemeindewehrführer auch in Richtung Panketal. Am Freitagnachmittag habe die Feuerwehr kurzerhand ein Spendenkonto eingerichtet. "Bis Montagmorgen sind schon fast 9.000 Euro zusammengekommen. Und das nur aus unserer Gemeinde", freute sich Bielicke.

"Was den Menschen in Erftstadt wirklich jetzt hilft, dass ist Geld. Viele haben wirklich alles verloren und müssen sich teilweise eine neue Exitenz aufbauen." Bielicke und seine acht Kameraden wollen noch eine Weile in Erftstadt helfen. Aktuell pumpten sie verstärkt Keller aus.

Feuerwehr steht in den Startlöchern für zusätzliche Hilfsaktion vor Ort

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.07.2021, 14:30 Uhr

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