Corona-Pandemie - Impfzentren in Eberswalde und Frankfurt schließen ab Oktober

Impfzentrum Frankfurt (Oder) 1
Bild: Tony Schönberg/rbb

Ab Oktober schließen die kommunalen Impfzentren in Frankfurt (Oder) und Eberswalde. Dann wird nur noch von der regionalen Ärzteschaft gegen das Corona-Virus geimpft. Sorge bereitet hingegen die geringe Nachfrage.

Die Impfzentren in Frankfurt (Oder) und Eberswalde (Barnim) werden zum Ende des Monats September hin geschlossen. Das sei auch seit der Übernahme der Zentren durch die Kommunen von der Kassenärztlichen Vereinigung Anfang August so geplant gewesen, sagte Frankfurts Stadtsprecher Uwe Meier gegenüber dem rbb.

Die Versorgung der Anwohnerinnen und Anwohner mit Corona-Impfstoffen solle aber auch weiterhin gewährleistet sein. In Frankfurt werden dann die niedergelassenen Haus-, Betriebs- und Fachärzte die Impfungen vollständig übernehmen, so Meier weiter.

Das Impfen in Frankfurt geht weiter

Auch das Klinikum im Ortsteil Markendorf soll weiterhin aktiv sein. Dort zeigen die pflegenden Mitarbeitenden und Ärzte, dass sie geimpft sind. Mit einem entsprechenden Anstecker am Kittel wollen sie den Patienten mehr Sicherheit geben, sagt Patrick Hilbrenner von der Geschäftsführung der Klinik.

Der Andrang in den Messehallen sei unterdessen merklich zurückgegangen. Ausgelegt ist das dortige Impfzentrum für bis zu 1.000 Impfungen am Tag. Von den sechs möglichen Impfstraßen sei derzeit jedoch nur eine in Betrieb, so Meier. "Die tägliche Frequenz ist derzeit dreistellig. Da Ende des Monats geschlossen wird, können jetzt ausschließlich geplante Zweit-Impfungen stattfinden." Zwar seien auch weiterhin Erst-Impfungen möglich, allerdings müssen Patientinnen und Patienten ihre zweite Dosis an anderer Stelle selbst organisieren.

Mobile Impfteams für Booster-Impfung unterwegs

Derweil seien Mitarbeitende des Gesundheitsamtes und der mobilen Teams des Impfzentrums in den stationären Einrichtungen unterwegs, um dort Drittimpfungen - die sogenannte Boosterimpfung - zu verabreichen. "Gerade die vulnerable Gruppe der alten Menschen ist besonders gefährdet und wissenschaftliche Studien belegen, dass die Dritt-Impfungen dort hilfreich ist", so der Stadtsprecher.

Trotz der aktuell niedrigen Inzidenzen blicke die Stadtverwaltung mit Sorge auf das allgemein steigende Infektionsgeschehen in Deutschland. Anreize, Aktionen oder Schulimpfungen wie beispielsweise mit dem Impfbus in der Uckermark seien jedoch vorerst nicht geplant. Angesichts der guten Erreichbarkeit und der Impf-Infrastruktur bei den Hausärzten seien solche Angebote nicht notwendig.

Märkisch-Oderland appelliert an Unentschlossene

Auch in Märkisch-Oderland schaut die Kreisverwaltung momentan mit Sorge auf die gesunkene Impfbereitschaft. Steffen Hampel, Amtsarzt im Landkreis hält es aber für dringend notwendig, die Brandenburgerinnen und Brandenburger weiterhin zum Impfen zu bewegen. "Die Impf-Gegner werden sicher auch bleiben, aber bei den Unentschlossenen sehe ich noch Nachholbedarf."

Dort fehle es stellenweise an Aufklärung und Möglichkeiten. Hampel spricht sich deshalb dafür aus, Impfungen auch an Arbeitsplätzen oder bei Freizeitaktivitäten anzubieten. "Es sollte noch einmal ganz breit die Diskussion begonnen werden, wie Verläufe der Krankheit waren und warum man sich schützen sollte", sagte Hampel. Diese Debatte sei über den Sommer ein wenig in Vergessenheit geraten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.09.2021, 07:30 Uhr

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