Corona in Ostbrandenburg - In Oder-Spree wächst die Verunsicherung

Mi 24.11.21 | 18:45 Uhr | Von Mit Material von Felicitas Montag
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Das Impfangebot des Landkreis Oder-Spree wird rege angenommen.
Audio: Antenne Brandenburg | 24.11.2021 | Autorin: Felicitas Montag | Bild: rbb /Felicitas Montag

Die Kreisstadt Beeskow hat eine Sieben-Tage-Inzidenz bei aktuell 627,5. Für manche bedeutet das die Impfangebote nun verstärkt wahrzunehmen. Aktuell können 500 Menschen in Beeskow täglich geimpft werden.

Im Landkreis Oder-Spree hat am Mittwoch die Sieben-Tage-Inzidenz abermals die 600 überschritten. Angesichts steigender Corona-Zahlen plädiert der Landrat Rolf Lindemann (SPD) für die Einführung einer Impfpflicht. Nach seiner Meinung funktioniere die freiwillige Impfpflicht nicht, deswegen bleibe keine andere Wahl als 2G oder gar eine Impfpflicht.

Seit Dienstag gilt in Brandenburg die 2G Regel auch im Einzelhandel, in der Gastronomie und für körpernahe Dienstleistungen, wie beim Friseur.

Sabine und Bastian Gierke betreiben in der Beeskower Altstadt ein Herrenmodegeschäft Eine Anweisung zur Kontrolle der Maßnahmen habe es bislang nicht gegeben. Bisher kontrollieren sie den Impfstatus nicht. "Die Kunden können reinkommen und wir vertrauen ihnen, und wir vertrauen denen, dass sie geimpft oder genesen sind", sagt Gierke.

Geteilte Meinung auf der Straße

Die Verschärfung der Maßnahmen stößt bei den Beeskowern auf ein geteiltes Echo. Eine Impflicht, die auf politischer Ebene gerade diskutiert wird, halten viele für notwendig. Eine von ihnen ist die 53-jährige Silke: "Ich bin im Osten aufgewachsen, wir hatten eine Impflicht und ich fand sie jetzt nicht wirklich schlimm."

Anders sieht das der 21-jährige Lukas: "Impflicht finde ich nicht gut, es sollte sich jeder für sich entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht." Lukas ist selbst nicht geimpft, möchte es auch nicht.

Drive-in ohne Pommes

In Beeskow können am Tag bis zu 500 Menschen geimpft werden. Aktuell Biontech, auf Nachfrage auch Johnson&Johnson. Ab nächster Woche Moderna, weil sie bei Biontech kontingentiert sind. Dies ist an einer Drive-in-Stelle möglich, direkt neben der Kreisverwaltung in Beeskow. Hier herrscht reger Betrieb. Das Prinzip – Autos fahren rein, warten und werden bedient - erinnert ein wenig an McDonalds nur ohne Pommes, sagt Dana Handreck von der Kreisverwaltung.

Die Aktion kommt bei vielen Besuchern gut an. Skeptisch ist noch eine junge Lehrerin aus Oder-Spree. Für sie war es heute die erste Impfung: "Ein bisschen Verantwortung sollte man ja doch übernehmen. Man wird auch ein bisschen eingeengt. Ob ich jetzt wirklich hinter dem Impfstoff stehe, ist fraglich."

Impftermine gibt es auf der Landkreis-Seite [landkreis-oder-spree.de]. Die sollte auch regelmäßig gecheckt werden, empfiehlt Dana Handrek, denn es gebe regelmäßig Stornierungen und somit täglich freie Plätze.

Sendung: Antenne Brandenburg, Antenne am Nachmittag, 24.11.2021, 16:40 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Was haben sich unseren Oberen eigentlich dabei gedacht mit 2G +Test. Mal ein simples Beispiel ohne Logik. Rentner allein kein Auto auf den Bus angewiesen soll sich testen lassen. Frage wie. er darf nicht busfahren da kein Testzentrum in der Nähe also soll er Zuhause verhungern Oder sterben. Armes Deutschland

  2. 1.

    „Lukas ist selbst nicht geimpft, möchte es auch nicht.“

    Lukas hat wohl keine älteren Angehörigen oder Freunde mit solchen, die dadurch gefährdet werden, dass das Virus weiterhin in der Bevölkerung zirkuliert.

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