Von Fernwärme bis Kultur - Schwedter Stadtwerke feiern 30-jähriges Bestehen

Di 23.11.21 | 12:40 Uhr
Die Stadtwerke Schwedt bei der Arbeit.
Audio: Antenne Brandenburg | 23.11.2021 | Autor: Riccardo Wittig | Bild: Stadtwerke Schwedt / Sebastian Hellmuth

Vor 30 Jahren begann die Geschichte der Schwedter Stadtwerke. Sie entwickelten sich vom reinen Fernwärmeversorger zum Unternehmensverbund, der Wärme, Strom, Gas, TV und Telekommunikation liefert sowie Kino, Schwimmbad und Hafen betreibt. Von Riccardo Wittig

 

An nur einigen Stellen in der Oderstadt Schwedt (Uckermark) ist die riesige graue Fernwärme-Leitung noch sichtbar. Mit hohem Druck führt sie aus der PCK Raffinerie Wärme in tausende Haushalte und Unternehmen der größten uckermärkischen Stadt. Das riesige System ist fast 60 Jahre alt. Nach der politischen Wende 1991 gründeten sich die Schwedter Stadtwerke und begannen mit der Lieferung von Fernwärme.

Jens Uhliar ist Abteilungsleiter Technik. Er ist seit der ersten Stunde im Unternehmen. Sein Herzstück ist die Netzleitwarte am Hauptsitz. Jeden Morgen führt der erste Gang dorthin. Sein Kollege Bernd Arndt hat die unendlich vielen Monitore im Blick. Von hier aus wird das Strom-, Gas- und Wärmenetz der Oderstadt kontrolliert. Gäbe es Probleme, wäre Jens Uhliar längst informiert worden. "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Schwedter nur einen Tag auf Warmwasser verzichten mussten", sagt Jens Uhliar.

"Wir stehen in der Stadt für Freizeit und Kultur"

73 Kilometer lang ist das Leitungsnetz, welches 70 Prozent der Schwedter Haushalte mit Wärme und Warmwasser versorgt. Seit 30 Jahren wächst das Unternehmen stetig. Zum Kerngeschäft gehören auch Gas und Strom, Telekommunikation und Fernsehen. "Wir machen viel, viel mehr. Wir stehen in der Stadt für Freizeit und Kultur mit dem Filmforum. Ich glaube es gibt kein anderes kommunales Stadtwerk, dass ein Kino betreibt", sagt Geschäftsführer Dirk Sasson.

Alt-Bürgermeister Peter Schauer schickt in diesen Tagen Glückwünsche in die Firmenzentrale. Er gehört zu den Gründern und ist stolz, dass das städtische Unternehmen heute so breit aufgestellt ist. Besonders hebt er die Telekommunikationssparte heraus: "Die Stadtwerke haben Anfang der 1990-ziger Jahre ein Internetsystem über das TV-Kabel installiert, das bis heute auf höchstem Niveau funktioniert." Schwedt gehörte zu den Städten, die vor der politischen Wende Kabelfernsehen betrieben.

Sorgenkind Schwedter Schwimmbad

Außerdem betreiben die Stadtwerke seit einigen Jahren einen Hafen und ein Schwimmbad. Dafür hatten sie viele Millionen Euro an Fördermitteln nach Schwedt geholt. Doch bei aller Freude über den runden Firmengeburtstag müssen sie jetzt Entscheidungen über die Zukunft des Schwimmbades treffen. Dort war im Juli diesen Jahres das Dach über dem Sportbecken zusammengekracht.

Gutachter haben herausgefunden, dass an einem tragenden Bauteil vor 23 Jahren falsch gerechnet wurde. Nun wollen die Stadtwerke das Schwimmbad wieder aufbauen. Mehr als zwei Millionen Euro wird der Neubau kosten. Bis dahin erhalten laut Unternehmensangaben die Schwedter Schwimmsportler eine Spende in Höhe von mehr als 150.000 Euro für Ausrüstungen und Fahrten in benachbarte Bäder.

Die Stadtwerke Schwedt verlegen Kabel für den Bandbreitausbau.

Glasfasertechnik über Brandenburg hinaus

In Kooperation mit dem Unternehmen e.discom haben die Stadtwerke in den Landkreisen Uckermark, Märkisch-Oderland, Teltow-Fläming und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns mehrere tausend Kunden neu gewonnen und Versorgen diese in Zukunft mit Glasfasertechnik. "Wo andere den Spatenstich feiern, da machen wir das letzte Loch zu", sagt Breitbandausbau-Projektleiter Stefan Döring. In Schwedt liegen die Rohre mittlerweile unter der Erde. In den nächsten Wochen sollen mehr als 1.800 Haushalte und 300 Unternehmen ans Glasfasernetz angeschlossen, so die Stadtwerke.

Eigentlich wollten die Stadtwerke am kommenden Freitag ihren 30. Geburtstag feiern. Doch diese Party wurde wegen Corona abgesagt und soll im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.11.2021, 14:10 Uhr

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