Schärfere Eindämmungsverordnung - Ostbrandenburger Kinos und Theater reagieren gespalten auf Maskenpflicht in den Sälen

Di 18.01.22 | 13:24 Uhr | Von Marie Stumpf, Tony Schönberg
Besucher sitzen in einem Kinosaal foto: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY/dpa
Bild: KEYSTONE/ALEXANDRA WEY/dpa

Seit Montag gehört in Kultureinrichtungen die Maske beim Besuch auch am Sitzplatz mit zur Vorstellung. Da weitere Einbußen abzusehen seien, schließen einige Kinos gleich ganz. Die Uckermärkischen Bühnen sehen in der Maskenpflicht hingegen sogar Vorteile.

Erste Kultureinrichtungen in Ostbrandenburg ziehen Konsequenzen aus der seit Montag geltenden Eindämmungsverordnung. So haben die Kinos in Beeskow und Bad Saarow im Kreis Oder-Spree vorübergehend den Betrieb eingestellt. Das teilten die Betreiber auf Facebook [www.facebook.de] mit.

Die beschlossenen Maßnahmen, wie das Tragen von Masken auch in den Sälen, würden die stark gesunkenen Besucherzahler der vergangenen Monate noch weiter reduzieren. Zudem hätte sich der Zeitaufwand für Kontrollen erhöht.

Finanzielle Verluste ohne Popcorn

Auch André Keller vom Kino „Movieland“ in Erkner (Oder-Spree) befürchtet weitere finanzielle Verluste. Bereits seit Einführung der 2G-Regelung verzeichnet sein Lichtspielhaus starke Einbrüche der Besucher-Zahlen. Im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten kämen 70 Prozent weniger Gäste.

Zu den neuesten Verschärfungen sagte er dem rbb: "Als Schutz mag es ja sinnvoll sein. Aus wirtschaftlicher Sicht ist es eine Katastrophe, da wir größtenteils davon leben, Verzehrartikel zu verkaufen. Wenn uns die jetzt wegfallen, wird es sehr schwer für uns."

Laut Brandenburgs Gesundheitsministerium darf die Maske allerdings in den Kinos für den Verzehr etwa von Popcorn kurzzeitig abgenommen werden.

UBS: Maske sorgt für Sicherheit

Die Uckermärkischen Bühnen in Schwedt würden ebenfalls deutlich weniger besucht. Zwar gebe es laut Sprecherin Jana Zazvorka nach wie vor die Nachfrage nach Kultur, doch seien etwa bei den Weihnachtsmärchen im Dezember die Gäste deutlich zurückhaltender gewesen.

Im Gegensatz zu anderen Einrichtungen sieht Zazvorka in der neuen Maskenpflicht sogar eine Chance. "Angesichts der Inzidenzen erhöht das wahrscheinlich erstmal das Sicherheitsempfinden." Laut der Sprecherin seien lediglich medizinische und keine FFP2-Masken vorgeschrieben. "Wir sind froh, den Vorstellungs-Betrieb unter 2G überhaupt erhalten können. Eine 2G-Plus-Regelung wäre wahrscheinlich ein wesentlich größeres Hindernis." Die Maskenpflicht auf dem Sitzplatz soll erstmal bis zum 13. Februar gelten.

Die Kinos in Beeskow und Bad Saarow wollen nun die Pause nutzen, um Konzepte und Investitionen zu überdenken. Im Februar soll dann wieder geöffnet werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.01.2022, 09:30 Uhr

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