Teure Strom- und Heizkosten - Schwedter Wohnungsbaugenossenschaft fordert Staatseingriff gegen Energiepreise

Mo 19.09.22 | 15:08 Uhr
Symbolbild: Drehen am Heizventil (Quelle: dpa/Winfried Rothermel)
dpa/Winfried Rothermel
Audio: Antenne Brandenburg | 19.09.2022 | Matthias Stammert | Bild: dpa/Winfried Rothermel

Langsam bekommen Mieter- und Wohnungsunternehmen Probleme bei den teuren Energiepreisen. Der Chef der Schwedter Wohnungsbaugenossenschaft hofft auf eine "handfeste Lösung", da die meisten Mieter schon genug sparen würden.

Die teuren Energiepreise sind für Wohnungsunternehmen und Mieter ein Problem. Der Staat müsse deswegen regulierend eingreifen und die Kreisverwaltungen Lösungen für sozial schwache Mieter finden, fordert Matthias Stammert, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsbaugenossenschaft Schwedt. Die Genossenschaft aus der Uckermark hat 4.500 Wohnungen im Bestand. Darin lebt rund ein Viertel der Schwedter Bevölkerung.

"Hier muss staatlich eingegriffen werden oder wir müssen doch zusehen, dass wir die Energie herkriegen, wo wir sie bisher herhatten", sagte Stammert dem rbb und kritisierte damit indirekt die Politik für die aktuelle "Preisspirale". Er gehe davon aus, dass nicht alle Genossenschaftsmitglieder und Mieter die hohen Energiekosten bezahlen können, weil das Einkommen oder die Transferleistung nicht ausreichen würden.

"Die Leute sparen schon"

Als Genossenschaft habe man nicht viel Kreditfähigkeit, um Millionen zu verauslagen. Stammert fordert deswegen eine "handfeste Lösung", denn Spartipps seien nicht genug. "Die Leute sparen schon. Siebzig Prozent der Heizkörper in unseren Wohnungen werden traditionell nicht beheizt", sagte er.

"Wir haben schon die ersten Interessenten, die Ablehnungen kriegen, weil die Wohnungen und die Heizkosten zu teuer sind, obwohl wir dem Landkreis mitgeteilt hatten, dass wir die aufgrund der gestiegenen Energiepreise erhöhen mussten", beschwerte sich Stammert. Er spricht von "Wirrwarr" in den Verwaltungen.

Preise von fast ein Euro pro Kilowatt Strom seien auch für Gutverdiener nicht bezahlbar, so der Vorstandsvorsitzende weiter. Er fragt sich, ob man zukünftig noch bezahlbare Mieten anbieten könne und ob sich die Genossenschaft im nächsten Jahr Modernisierungen und Neubau leisten können wird. Die unbezahlbaren Preise würden die Gesellschaft und das Land schwächen, so Stammert.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.09.2022, 9:30 Uhr

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