Effiziente Föne und kürzere Öffnungszeiten - Fürstenwalder Friseursalon versucht, Energie zu sparen - doch das hat Grenzen

Fr 18.11.22 | 13:53 Uhr
Symbolbild: Eine Frau bekommt einen Haarschnitt in einem Friseursalon. (Quelle: imago images)
Audio: Antenne Brandenburg | 18.11.2022 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: imago images

Die Vorgabe der Bundesregierung 20 Prozent Energie zu sparen, zwingt viele kleine Handwerke zu Einschnitten. Doch beim Frisör können weder Trockenhaube kalt, noch Fön aus bleiben. In Fürstenwalde versuchen es die Betreiber dennoch mit dem Sparen.

Seit Oktober sind Privatperson oder Unternehmen per Gesetz dazu verpflichtet, Energie zu sparen [www.tagesschau.de]. Das geht aus einer entsprechenden Verordnung der Bundesregierung hervor. Im Alltag bedeutet das, Heizung zu optimieren und runter drehen oder keine Lichter brennen zu lassen, wenn sie nicht gebraucht werden. Für Unternehmen, wie beispielsweise Friseure, kann der Sparkurs jedoch ungleich schwieriger werden.

Kunden weg bei kaltem Kopf?

Wenn im Frisörsalon "Haarfantasien" in Fürstenwalde (Oder-Spree) Fön, Trockenhaube und Schermaschine laufen, dreht sich auch fleißig der Stromzähler mit. Auch heizen muss Chefin Barbara Hieske. Hierbei zu sparen ist kaum möglich, erzählt die 71-jährige. "Der Grund ist ganz einfach: die Kunden sitzen hier mit einem nassen Kopf. Und wenn es dann noch kalt ist, holen die sich was weg. Und demzufolge kann man das auf keinen Fall machen."

Eine Maßnahme also, die sicherlich manch Kunden verprellen würde, so Hieske. Wenn der Frisör-Besuch zur Zitterpartie wird, dann würde Kundin Steffi Scholz nur noch ungerne kommen. "Ich muss ja, weil ich meine Frisur selber so nicht hinkriege. Aber wenn ich in einer anderen Situation wäre, müsste ich mir anders helfen." Was sehr schade wäre, fügt die Fürstenwalderin hinzu, denn diese kleine Auszeit vom Alltag sei ihr wichtig.

Die Grenze des Sparens

Zufriedene Kunden und gleichzeitig Energie sparen, hat auch für Mitarbeiterin Desiree Klein Vorrang. Doch tatsächlich ist das an vielen Stellen im laufenden Betrieb gar nicht möglich, erzählt die 30-jährige. "Wenn ich eine Dauerwelle spüle, und die muss man fünf Minuten spülen, wird aus der Welle nichts."

Und so versuchen Frisörmeisterin Barbara Hieske und ihre zwei Mitarbeiterinnen an anderen Stellen zu sparen. Teile des Salons, die nicht genutzt werden, bleiben inzwischen dunkel und auch die sonst lichtintensive Weihnachtsdeko bleibt in diesem Jahr aus. "Es sind Kosten", sagt die Inhaberin. "Und die haben wir wahnsinnig minimiert." Außerdem hat Barbara Hieske energieeffiziente Föne angeschafft, ihre Öffnungszeiten reduziert und auch sonst spare sie, wo es nur geht. Ob es am Ende reicht und die Energiekosten in einem bezahlbaren Rahmen bleiben, dass weiß die Frisörmeisterin allerdings noch nicht.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.11.2022, 14:10 Uhr

Mit Material von Eva Kirchner-Rätsch

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