Gründer von Club Tresor Dimitri Hegemann - Berliner Techno-Urgestein bekommt grünes Licht für Club in der Uckermark

Archivbild: Dimitri Hegemann steht im März 2015 in dem vin ihm gegründeten Techno-Club Tresor (Bild: dpa/Tagesspiegel/Doris Spiekermann-Klaas)
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Audio: Antenne Brandenburg | 10.06.2021 | Georg-Stefan Russew | Bild: dpa/Tagesspiegel/Doris Spiekermann-Klaas

Dimitri Hegemann, der Gründer des Berliner Clubs Tresor, plant, in Prenzlau einen Szenetreff zu eröffnen und ein Open-Air-Festival zu veranstalten. Der uckermärkische Kreistag winkte am Mittwoch einen Zuschuss von über 150.000 Euro durch. Von Georg-Stefan Russew

Dimitri Hegemann, seines Zeichens Gründungsvater des Berliner Technoclubs "Tresor" postete auf Facebook einen Plan. Er wolle in der Uckermark einen Club aufmachen - das war im März. Die Wellen zwischen Templin und Schwedt, der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern und Berlin schwappten hoch. Wenige glaubten wirklich an das Projekt in der Uckermark.

Doch in Prenzlau geht was, sagte sich Jugenddezernent Henryk Wichmann (CDU). Auch wenn es nicht eine Kopie des Tresors in der Uckermark werden soll. Man wolle mit Dimitri Hegemann, dem Gründer des Tresors, in Prenzlau ein neues Angebot für Jugendliche schaffen. "Zur Freizeitgestaltung aber auch zur Bildung und natürlich hin und wieder auch zum Feiern", sagte Wichmann am Mittwoch auf dem uckermärkischen Kreistag dem rbb. Er schränkte aber ein, dass sie keinen großen Club daraus machen könnten, der andauernd Partynächte organisiere.

Grünes Licht von dem Kreistag Uckermark

Hegemann, der auch in der Uckermark lebt, ist ein namhafter Kulturmanager mit besten Verbindungen. 400.000 Euro könnte er vom Bund für ein Festival in diesem Sommer bekommen, wenn der Kreis mit 100.000 Euro gegenfinanziert.

Die Chance auf Club samt Open-Air wollte sich Wichmann offenbar nicht nehmen lassen und brachte das Thema in den uckermärkischen Kreistag am Mittwoch ein. Es wären weitere 50.000 Euro als Mietzuschuss für den Club notwendig. Für die Kreistags-SPD ist das alles zu wackelig. Der Abgeordneter Mike Bischoff befürchtet, dass das nicht nachhaltig funktionieren könne in der Region.

Man müsse auch mal was wagen, betont Elisabeth Becker von den Grünen. Das Projekt habe schon jetzt Strahlkraft und es gehe um eine in der Pandemie vernachlässigte Gruppe. Am Ende votierte der Kreistag pro Jugend, für Hegemanns Club und Festival. Wichmann war selig: "Es gibt viele Angebote für den Tag und es wird ein paar wenige Angebote für den Abend und die Nacht geben. Und ich denke, die Balance macht es am Ende auch, dass das Leben für Junge Leute in der Region lebenswert ist."

"Die Jugend braucht Raum"

Dimitri Hegemanns bekanntestes Projekt ist der Berliner Techno-Club "Tresor". Er ist außerdem Gründer der Initiative "Happy Locals", die eigenen Angaben das kulturelle Leben in Städten und im ländlichen Raum fördern will. Der 68-jährige Berliner Technopionier veröffentlichte im März einen Aufruf auf Facebook: Er suche "junge Macher/innen in Prenzlau, die Interesse haben, einen kleinen Club für elektronische Musik aufzubauen und zu leiten". Er betonte, das Projekt zusammen mit Anwohnern stemmen zu wollen, er selbst wolle nur Unterstützung leisten. "Die Jugend braucht Raum" sagte er, ein Club könne hier Impulse setzen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.06.2021, 14:10

7 Kommentare

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  1. 7.

    Hier ein interessanter Leserbrief in einer Berliner Tageszeitung über Herrn Hegemanns Engagement in Schwedt vor einigen Jahren, wo wohl Ähnliches geplant war. Herausgekommen ist offensichtlich nicht viel - nur dass viele Fördermittel geflossen sind:
    "1. Happy Locals kennt man nicht in Schwedt.
    2. Das Schwedt.Labor gipfelte in 2 Workshops in denen jungen Leuten Hoffnungen und Träume zu einem interessanteren Schwedt gegeben wurden.
    3. Als sich das erste Mal zur Organisationsplanung zu einem Festival getroffen wurde, war von .....D. Hegemann nichts mehr zu sehen. Auch telefonisch war dort für mehrere Menschen niemand mehr erreichbar.
    4. Der angebotene Erfahrungstransfer zur Unterstützung fand nicht statt........"
    Quelle: https://www.tagesspiegel.de/berlin/uckermark/techno-statt-tischtennisplatte-tresor-gruender-dimitri-hegemann-mischt-die-uckermark-auf/10160028.html

  2. 6.

    Als würde Lärm tagsüber nicht nerven und krank machen. Nicht jeder hat einen 9-5-Job. Und was heißt hier typisch Berliner? Als würden in Berlin nicht auch Einfamilien-, Reihenhäuser und Lauben stehen und Leute nicht wissen, was eine Harke und eine Sense sind. Erst nachdenken, dann pöbeln.

  3. 5.

    Typisch Berliner, ich habe noch nie einen Rasenmäher in der Nacht gehört, aber genug laut feiernde Leute,. Erst nachdenken, dann meckern.

  4. 4.

    Ich hoffe, sie nutzen keinen motorisierten Rasenmäher und andere laute Gartengeräte, wenn sie so auf ihre Ruhe bedacht sind. Die sind im Sommer schlimmer als ab und zu feiernde Menschen.

  5. 3.

    Wenn man nicht will, dass junge Leute abwandern, muss es Angebote für sie geben. Nur Supermärkte reichen da nicht aus. Zur Infrastruktur gehören auch Freizeitangebote verschiedener Art. Früher gab es auf fast jedem Dorf einen Tanzsaal und am Wochende Tanz mit DJ oder Band. Wir sind in den 70ern sogar von Ost-Berlin aus manchen Bands hinterhergetingelt. Daher Daumen hoch dafür.

  6. 2.

    Enthalte mich eines Kommentars, nur so viel: Das Umfeld darf nicht durch erhöhtes Verkehrsaufkommen und Lärm in der Nacht belästigt werden.

  7. 1.

    Großartiges Vorhaben! Ich drücke die Daumen, dass es klappt. - Die Zeit der Einschränkungen durch die Maßnahmen der Pandemie ist verlorene Zeit für die Jugend - die kommt nie mehr zurück. Ich bin daher froh, diesem Alter schon lange entwachsen zu sein...

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