Musikalisches Nachwuchstalent - 14-jähriger Frankfurter gewinnt Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert"

Di 21.06.22 | 13:54 Uhr
Die Aufschrift „Bundeswettbewerb Jugend musiziert" steht auf einem Plakat, während ein Mädchen ihre Geige spielt. (Quelle: dpa/H.-C.Dittrich)
Audio: Antenne Brandenburg | 21.06.2022 | Elke Bader | Bild: dpa/H.-C.Dittrich

Einer der besten Nachwuchs-Cellisten kommt aus Frankfurt (Oder): Emanuel Grigori Schulze hat im Finale in seiner Altersgruppe den ersten Preis in der Kategorie "Tiefe Streicher" gewonnen. Mit seinem Talent will er es auf die ganz großen Bühnen schaffen.

Leidenschaftlich spielt Emanuel Grigori Schulze auf seinem Instrument. Hochkonzentriert, ohne dabei auf die Notenblätter zu schauen. Anfang Juni hat er sich damit für das Finale des Bundeswettbewerbs von "Jugend musiziert" in Oldenburg (Niedersachsen) gespielt - und schließlich auch gewonnen. Nicht nur deshalb gilt Emanuel als einer der besten Nachwuchs-Cellisten Deutschlands.

Frühzeitige Begeisterung

Schon früh war klar, dass Emanuel Musiker werden will. "Ich hatte das Cello direkt in meinen Händen, und da war ich schon echt fasziniert", sagt er im Gespräch mit dem rbb. Die Vielfalt, die das Instrument biete, und die Schönheit der Klänge hätten ihn schon als kleinen Jungen begeistert.

Emanuel Grigori Schulze am Cello. (Quelle:privat)
Emanuel Grigori Schulze | Bild: privat

Sein Talent für das Streichinstrument hatte auch seine Mutter Klaudyna erkannt. Sie ist selbst Violinistin und spielt wie ihr Mann beim Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt (Oder). "Das erste Zeichen war eigentlich das Vibrato", sagt sie und erklärt, "ein Ton zum Modellieren." Die geringfügige Änderung der Frequenz des gehaltenen Tons habe ihr verdeutlicht, dass ihr Sohn prädestiniert für das Instrument sei. Normalerweise würden Kinder diese Fähigkeit, den Ton schöner machen zu wollen, erst nach vier oder fünf Jahren Unterricht entwickeln. Bei Emanuel sei das bereits nach einem halben Jahr erfolgt.

Begabung wird gefördert

An das Talent von ihrem Sohn glauben aber auch noch andere. So wird Emanuels Begabung von der Carl-Hans-Graf-von-Hardenberg-Stiftung aus Lietzen (Märkisch-Oderland) gefördert. Die Stiftung möchte nach eigenen Angaben Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Märkisch-Oderland und benachbarten Landkreisen inklusive Polen Hilfestellung zur Weiterentwicklung geben – auch durch Übernahme von Kosten.

Denn die Kosten sind im Falle von professionellem Cello-Unterricht sehr hoch. "Also wir haben Unterricht zu bezahlen, wir haben den zusätzlichen Unterricht in Berlin. Wir müssen das Instrument bezahlen und der Bogen muss regelmäßig bezogen werden", sagt Vater Eckard Schulze. Allein das speziell für Emanuel angefertigte Cello koste 25.000 Euro, berichtet er. Doch ist das noch lange nicht alles.

Kosten sollen sich auszahlen

Neben dem Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" hatte Emanuel bereits in der Vergangenheit mehrfach Preise abgeräumt – unter anderem in Amerika, Spanien und Belgien. Die Teilnahme daran war jeweils online. Dafür musste vorab ein Video produziert werden - auf eigene Kosten. "Den Saal mieten, das Klavier mieten, den Klavierstimmer bestellen, den Pianisten bezahlen – das kostete Tausende Euro", sagt Klaudyna Schulze.

Kosten, die sich irgendwann auch auszahlen sollen, hofft Familie Schulze. Und das hofft auch Emanuel: "Ich will versuchen, es in die Berliner Philharmonie zu schaffen", sagt er. Ein großes Ziel, das für ein Talent wie Emanuel Grigori Schulze durchaus realistisch erscheint.

Sendung: Antenne Brandenburg, Antenne am Nachmittag, 20.06.2022, 14:40 Uhr

Mit Material von Elke Bader

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