Ein Wildschwein mit ihren Frischlingen überquert eine Straße in Berlin (Bild: dpa/F. Moellers)
Bild: dpa/F. Moellers

Keine Scheu vor Menschen - Frankfurt(Oder) lässt Wildschweine im Stadtgebiet abschießen

Sie verwüsten Vorgärten, leeren Mülltonnen und durchwühlen Parkanlagen: In vielen Orten Brandenburgs sind Wildschweine schon länger eine Plage. Jetzt wandern sie auch massiv in Frankfurt (Oder) ein. Die Stadtverwaltung ergreift dagegen drastische Maßnahmen.   

Im Stadtgebiet von Frankfurt (Oder) sollen künftig Wildschweine gejagt und abgeschossen werden. Das sagte Stadtsprecher Uwe Meier am Dienstag dem rbb. Hintergrund sind zahlreiche Beschwerden von Bürgern nach Begegnungen mit Wildschweinen in Kleingartenanlagen oder auch auf der Oder-Insel Ziegenwerder. Ob die Tiere durch Anfüttern in die Stadt gelockt wurden, konnte er nicht sagen. "Was wir wissen, ist, dass einige Tiere offenkundig ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren." Darauf seien die Probleme zurückzuführen. "Uns ist nichts von einer zunehmenden Population bekannt, dsarauf kommt es in diesem Fall auch nicht an."

Jäger beauftragt

Die Stadtverwaltung gab einem Jäger den Auftrag, die Tiere zu schießen. Der Jäger sei mit einer Schusswaffe unterwegs, sagte der Stadtsprecher. Er müsse jeden Schuss anmelden und mit der Polizei abstimmen. Die Jagd im Stadtgebiet werde die Ausnahme bleiben, so der Stadtsprecher, und: "Der Jäger wird sehr darauf achten, Leib und Leben der Menschen nicht zu gefährden", er achte dabei insbesondere auf die Sicherheit von Anwohnern und Passanten. "Natürlich steht dabei die Gesundheit und Unversehrtheit der Menschen an erster Stelle."

Der Abschuss von Wildschweinen in befriedeten Gebieten sei zwar grundsätzlich verboten - möglich seien aber kommunale Ausnahmegenehmigungen. Und die habe die Stadt nun erteilt. 

Waffen mit geänderter Munitionsstärke

Wildschweine sorgen in Brandenburg immer wieder für Ärger: Die Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) nahe Berlin leiden seit Jahren unter einer Wildschweinplage. In Stahnsdorf hatten innerhalb eines Jahres etwa 70 Tiere den Ort heimgesucht und Schäden angerichtet.

Eine angedachte Jagd auf Wildschweine mit Pfeil und Bogen war in Brandenburg zuvor gescheitert, weil sich für die wissenschaftliche Begleitung keine Einrichtung gemeldet hatte. Das Land plant nun gemeinsam mit den beiden Gemeinden, dass zur Jagd Waffen mit geänderter Munitionsstärke für kurze Schussdistanzen sowie Schalldämpfer eingesetzt werden.

Sendung: 23. Juli 2019 14:30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Wie fänden die Befürworter solcher Abschüsse eigentlich die Vorstellung, wenn die Wildschweine zu den Waffen griffen, weil die komischen Menschen in ihren Lebensraum eindringen? Aaaah, natürlich, das ist was gaaaaanz anderes, wir dürfen das, weil wir ja die Krone der Schöpfung sind. *kopfschüttel*

  2. 2.

    Öffentliche Schweinereien werden hier nicht geduldet. ... und Peng!

  3. 1.

    Das wäre hier in Neu Westend auch schon lange notwendig. Da fällt mir übrigens folgender Klassiker zu ein. "Mit der Wende kamen se rüber!"
    https://www.youtube.com/watch?v=-D2mjbrcN3A

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