Die Stadtbrücke in Frankfurt (Oder). (Quelle: imago-images/Jürgen Ritter)
Audio: Brandenburg aktuell | 02.12.2019 | Markus Woller | Bild: imago-images/Jürgen Ritter

Mehrjährige Freiheitsstrafen und Schmerzensgeld - Zwei Frauen nach Oder-Stoß wegen versuchten Mordes verurteilt

Zwei Frauen hatten eine dritte misshandelt und anschließend - mitten im Winter - in die Oder gestoßen. Das Opfer überlebte, konnte sich selbst aus dem Fluss retten. Nun wurden die 19 und 31 Jahre alten Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. 

Zwei Frauen, die in Frankfurt (Oder) eine andere Frau misshandelt und in die Oder gestoßen haben, sind zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Beide hatten in dem Verfahren am Frankfurter Landgericht zugegeben, eine 34-Jährige am 7. Januar dieses Jahres zunächst gemeinsam mit anderen stundenlang misshandelt, ihr Drogen verabreicht und sie kurz vor Mitternacht in die eiskalte Oder gestoßen zu haben.

Die 19 und 31 Jahre alten angeklagten Frauen wurden wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die 19-Jährige erhielt eine Jugendstrafe von fünfeinhalb Jahren. Die 31-Jährige muss für sieben Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Zudem wurde für beide Frauen aufgrund ihrer langjährigen Alkohol- und Drogenabhängigkeit eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt festgelegt.

Verurteilte müssen auch Schmerzensgeld zahlen

Die wirklichen Gründe für die Tat hätten nicht geklärt werden können, hieß es in der Urteilsbegründung. Den beiden Frauen sei klar gewesen, dass das Opfer hätte sterben können, sagte die Vorsitzende Richterin. Dass sich die 34-Jährige selbst aus der Oder retten konnte, sei "ausgesprochenes Glück", jedoch kein Verdienst der beiden jetzt Verurteilten gewesen.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht nur geringfügig unter den Strafanträgen von Anklagevertretung und Nebenklage. Die Verteidigung hatte keine konkreten Strafen beantragt. Vor Gericht war am Montag außerdem ein Vergleich geschlossen worden, wonach die beiden Verurteilten dem Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von jeweils 6.000 Euro zu zahlen haben.

Sendung: Brandenburg aktuell, 02.12.2019, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Welche Strafe schwebt ihnen denn so vor? 10 Jahre, 15 Jahre, lebenslang? Haben Sie die Urteilsbegründung selbst gehört? Oder stammt ihre Forderung aus einer Laune heraus? Das Schmerzensgeld richtet sich natürlich auch danach, wie die wirtschaftliche Situation des Verurteilten ist. Es nützt ja nichts, eine hohe Schmerzensgeldsumme zu urteilen, wenn diese Summe niemals aufzubringen wäre. Denn davon kann sich das Opfer auch nichts kaufen.

  2. 3.

    Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht.
    Den beiden Frauen sollte die volle Härte des Gesetzes treffen. Und Schmerzensgeld sollte festgelegt werden als monatl. Geld bis ans Lenbensende, damit die beiden tagtäglich an ihre Tat errinnert werden.

  3. 2.

    Die Strafen sind angemessen. Die Forderung einger ganz Empörter aus der Bevölkerung nach immer härteren Strafen dagegen hat nichts mit unserem Rechtsstaat zu tun, sondern mit purer Rache. Und die gehört nicht in eine aufgeklärte Gesellschaft.

  4. 1.

    Das Schmerzensgeld allein ist ja schon lächerlich. Die Freiheitsstrafen erst recht. Wo ist denn da die Relation zu "geringeren" Straftaten?

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