Mordprozess Eberswalde Urteil Landgericht Frankfurt
Audio: Antenne Brandenburg | 23.06.2020 | Autorin: Dorett Kirmse | Bild: rbb

Dreifache Mutter erwürgt - Lebenslange Haft für Mord an Frau aus Eberswalde verhängt

Ein 38-Jähriger, der im vergangenen August seine Ehefrau in Eberswalde getötet hat, ist vom Landgericht Frankfurt (Oder) zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Mann habe die Frau aus Eifersucht erwürgt, begründete das Gericht.

Das Landgericht in Frankfurt (Oder) hat am Dienstag einen 38 Jahre alten Mann aus Eberswalde (Barnim) zu lebenslanger Haft wegen Mordes an seiner Ehefrau verurteilt.

Mord aus Heimtücke

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seine 30 Jahre alte Frau, mit der er drei Kinder hat, heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet hat. Nach der Tat hatte er Beweismittel manipuliert und versucht, einen Raubmord vorzutäuschen. Bei polizeilichen Vernehmungen verstrickte er sich dann in Widersprüche. Bereits zu Beginn des Prozesses hatte der Mann dann gestanden, die Frau im vergangenen August erwürgt zu haben.

Mord oder Totschlag?

Fast vier Stunden brauchte die Vorsitzende Richterin Claudia Cottäus, um das Urteil in der Schwurgerichtssache zu begründen. Es ging vor allem um die Frage, ob die Tat als Mord oder Totschlag zu werten ist.

Die Staatsanwaltschaft klagte den 38 Jahre alten Mann wegen Mordes an. Heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen habe er seine Ehefrau getötet. Die Verteidigung plädierte hingegen auf Totschlag und forderte eine mehrjährige Haftstrafe.

Egoistische Motive

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass es sich klar um einen Mord gehandelt habe. Der Angeklagte habe seine Ehefrau unvorbereitet von hinten angegriffen und erwürgt. Die zierliche 30-Jährige sei völlig arg- und wehrlos gewesen.

Gerichtssprecher Jasper Schüler-Dahlke sagte zur Begründung der Kammer: "Der Angeklagte soll es aufgrund seiner egozentrischen Sichtweise seiner Frau nicht zugestanden haben, dass ein eigenes, möglicherweise glückliches Leben mit einem neuen Mann zu führen und es so zusammengefasst, dass, wenn er sie nicht haben kann, sie kein anderer haben soll."

Mord an Frau verdrängt

Eine eigene Erklärung für die Tat blieb der Angeklagte während des gesamten Prozesses schuldig. Er könne sich nach eigenen Angaben kaum noch daran erinnern und habe alles rund um die Tat verdrängt. "Feige" nannte Richterin Cottäus das Verhalten des Angeklagten. Dass er sich nicht erinnern könne, sei eine Schutzbehauptung.

Verteidiger Stefan Böhme widerspricht der Einschätzung: "Die Frage ist, ob er das nicht will oder ob er das nicht kann. Und der Sachverständige, den wir dazu gehört haben, konnte das eben auch nicht belegen."

Keine Verantwortung für eigenes Handeln

Der psychiatrische Gutachter bescheinigte dem Angeklagten in der vergangenen Woche eine stark verminderte Intelligenz. Das Ergebnis sei aber nicht aussagekräftig, weil der 38-Jährige sich bewusst dumm gestellt habe. Er manipuliere permanent seine Umwelt, um keine Verantwortung für sein Verhalten übernehmen zu müssen. Das habe er auch in seiner eigenen Ehe so gehandhabt. Laut Gutachter betrachtete er seine Frau als Versorgerin und Mutterersatz. Auch mit der Erziehung der drei gemeinsamen Kinder habe er wenig zu tun gehabt.

Nach 14 gemeinsamen Jahren habe die Ehefrau dann die Beziehung endgültig beendet. Bezahlt hat sie diese Entscheidung mit ihrem Leben.

Mit dem Schuldspruch folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die ebenfalls die Höchststrafe gefordert hatte. Die Verteidigung hat bereits Rechtsmittel gegen das Urteil angekündigt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.06.2020, 17:42 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Volle Zustimmung, ich möchte nicht das mir so ein Typ nachts entgegen kommt.

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