Symbolbild - Eine Hygienefachkraft eines Krankenhauses desinfiziert seine Hände. (Bild: dpa/Maja Hitij)
Bild: dpa/Maja Hitij

Barnim - Klinikum in Bernau kämpft gegen multiresistente Darmbakterien

Isolation und Tests bei Patienten, strenge Hygiene-Maßnahmen: Im Immanuel-Klinkum in Bernau sind Infektionen mit einem multiresistenten Keim festgestellt worden. Neun Personen waren bisher betroffen.

Im Immanuel-Klinikum in Bernau (Barnim) ist auf einer Intensivstation bei neun Patienten ein multiresistenter Darmkeim (Klebsiella pneumoniae) nachgewiesen. Einer der Patienten mit einer lebensbedrohlichen schweren Grunderkrankung starb. "Wir gehen davon aus, dass die Grunderkrankung die Ursache war", sagte KLinik-Sprecherin Jenny Jörgensen am Dienstag. "Die Todesursache wird aber nun untersucht." Der betroffene Patient ist demnach am Montag gestorben.

Strenge Hygienemaßnahmen nach Ausbruch

"Wir nehmen die Situation sehr ernst. Die Sicherheit unserer Patienten ist unsere wichtigste Aufgabe. Alle Patienten auf der Intensivstation und deren Angehörige wurden über das Ausbruchsgeschehen informiert. Wir sind in engem Austausch mit den Behörden", so Geschäftsführer Andreas Linke.

Laut Krankenhaushygieniker Michael Zänker sind die betroffenen Patienten weiterhin streng isoliert und werden von eigenem ärztlichen und pflegerischen Personal betreut. Er sagte: "Die intensiven Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen und umfangreichen Testungen von Patienten sowie Geräten und Oberflächen werden kontinuierlich wiederholt".

Laut Krankenhaus wurden in dem betroffenen Bereich seit Anfang September keine neuen Patienten mehr aufgenommen. Alle übrigen Abteilungen, Stationen sowie die Intensivstation-2 unseres Krankenhauses seien nicht betroffen, hieß es am Dienstag auf der Internetseite.

Patienten unterschiedlich stark betroffen

Bei sechs der neun Personen wurde eine Besiedlung mit dem Erreger festgestellt, aber keine Infektion. Vier von ihnen wurden bereits aus der Klinik entlassen.

Bei drei Menschen wurde eine Infektion mit dem Erreger festgestellt. Einer der Patienten konnte den Angaben zufolge vergangene Woche entlassen werden. Die anderen beiden Patienten wurden mit Reserve-Antibiotika behandelt. Nachdem beide Patienten zunächst klinisch stabil waren, starb einer der beiden nach längerer intensivmedizinischer Behandlung.

Verortung der Keime ist entscheidend

Klebsiella pneumoniae ist ein Keim, der beim gesunden Menschen zu den normalen Bewohnern des Magen-Darm-Trakts zählt. Anderswo, zum Beispiel in der Lunge, ist er gefährlich. Manche Klebsiella-Keime sind resistent gegen Medikamente. Am gefährlichsten sind die der Klasse 4-MRGN (die Abkürzung steht für "multiresistent gramnegativ"), wie sie in Bernau nachgewiesen wurden. Sie sind gegen alle vier üblichen gegen das Bakterium zugelassenen Antibiotikagruppen immun. Dann besteht nur noch Hoffnung auf Reserve-Antibiotika.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.09.2020, 08:30 Uhr

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.09.2020, 08:30 Uhr.

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