Blauweißes Schild als Notfallrettungskonzept am Autbahnkreuz Barnim
rbb/Michael Lietz
Video: Brandenburg Aktuell | 15.05.2020 | Autor: Michael Lietz | Bild: rbb/Michael Lietz

Notfallrettung am Autobahndreieck Barnim - Schilder lotsen Rettungsdienst schneller an Unfallorte

Bei Unfällen auf Autobahnen kann viel Zeit verloren gehen, wenn Retter falsch geleitet werden. Am Autobahndreieck Barnim kam das so häufig vor, dass sich die Feuerwehr ein eigenes Beschilderungskonzept ausdachte. Die erste Bilanz: Es wirkt. Von Michael Lietz

Wenn ein Notruf vom Autobahndreieck Barnim bei der Regionalleitstelle Nord/Ost in Eberswalde eingeht, stellt Klaus Prillwitz inzwischen immer die Frage nach den blau-weißen Schildern. "Wo genau ist der Unfallort? Sehen sie ein Schild - und welche Kilometerangabe steht darauf?", fragt er. Dank dieser Angaben kann er dann die genauen Koordinaten des Unfalls an die Freiwillige Feuerwehr Zepernick weitergeben. Die Feuerwehrleute werden so in wenigen Minuten auf der Autobahn sein.

Autobahndreieck Barnim mit Zubringern und Tangenten von oben
| Bild: rbb/Michael Lietz

Überflieger und Tangenten in verschiedene Fahrtrichtungen

Früher war das häufig anders: Wenn sich Unfall-Beteiligte nicht orientieren konnten, kam es zu lebenbedrohlichem Zeitverzug, sagt Thomas Bielicke von der freiwilligen Feuerwehr Zepernick. "Wenn wir am Autobahndreieck sind, ist es doch sehr unübersichtlich", sagt er. "Wir haben Überflieger und Tangenten in verschiedene Fahrtrichtungen, und wenn sich jemand, der sich nicht auskennt oder von außerhalb kommt, dort befindet, weiß der absolut nicht, wo er ist." Wenn die Feuerwehr aber erstmal eine verkehrte Auffahrt erwischt habe oder in der falschen Richtung unterwegs sei, verlören sie oft eine halbe Stunde, bis sie am Unfallort einträfen.

Idee kam von der Feuerwehr

Die Idee, am Dreieck Barnim alle hundert Meter Schilder mit eindeutigen Ortsangaben aufzustellen, kam von Thomas Bielicke und seinen Kameraden von der Feuerwehr Panketal. Gemeinsam mit Land und Bund wurde sie vor einem Jahr umgesetzt. 65.000 Euro haben die Schilder gekostet, die im Ernstfall Leben retten können. Auf den Schildern steht die Autobahn-Nummer, die Fahrtrichtung und die Kilometerzahl. Dank dieser Angaben kann die Leitstelle den Unfallort direkt zuordnen - und auch die richtige Feuerwehr herausschicken.

Kaum noch Fehlalarme

Bei etwa der Hälfte aller Einsätze muss die Freiwillige Feuerwehr Zepernick zur Autobahn. Oft sind es Routineeinsätze, oft geht es aber auch um lebensbedrohliche Situationen. Koordiniert wird die Arbeit aus Eberswalde; die Regionalleitstelle dort ist zuständig für den Barnim, Oberhavel und die Uckermark - und damit für hunderte Kilometer Autobahn.

Dass sich die neuen Schilder bewährt haben, steht außer Frage, sagt Silvio Salvat-Berg, der Kreisbrandmeister Barnim. "Wir haben jetzt zu 98 Prozent keine Fehlalarme mehr", sagt er. "Ich hätte das gar nicht vermutet, aber der Erfolg gibt uns letztendlich recht in der Annahme, dass die Kennzeichnung unbedingt notwendig war."

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Das wird schon in mehreren Länder (Holland z.B.) schon lange, lange gemacht...

  2. 6.

    Icke staune nur wie schnell dieser "Verbesserungsvorschlag" (hihihi,kann icke von früher) unserer Feuerwehrmänner umgesetzt wurde!!! Applaus!! Ham se jut gemacht!

  3. 5.

    Die Leitpfosten stehen aber auch 50 Meter auseinander, die neuen und größeren Schilder also gerade Mal im doppelten Abstand, also genau so viel, als wenn ein Leitpfosten fehlt. Ihre Idee ist zwar auch tauglich, aber die Schilder dürften deutlich stabiler sein, wenn man sieht, wie oft Leitpfosten umgefahren werden.

  4. 4.

    Mit den Aufklebern finde ich auch super aber was die Feuerwehr sich dort ausgedacht hat eine gute Idee für schnelle Hilfe. Danke ihr Feuerwehr Kameraden. Wieso kommt man im Verkehrministerieum nicht auf solche Guten Ideen.
    Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  5. 3.

    Was ist denn eigentlich mit den Notrufsäulen an den Autobahnen, weiß man nicht wo diese stehen wenn von dort angerufen wird?

  6. 1.

    Einfache Idee mit guter Wirkung. Aber alle hundert Meter ein Schild nur an unübersichtlichen Autobahnabschnitten kostet und bringt nur an diesen Stellen etwas. Nachts muss man sich erst auf die Suche begeben. Warum nicht bundesweit Aufkleber alle 10m an die eh vorhandenen Leitplanken? Dann wissen alle sofort, woran sie sich orientieren können und müssen nicht erst die Idee der jeweiligen Feuerwehr suchen. Und falls mal ein Aufkleber weg sein sollte ist der nächste in Sichtweite...

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