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Audio: Antenne Brandenburg | 17.02.2021 | Imker-Sprecher Holger Ackermann | Bild: rbb/DOKfilm

Bienenzucht in Brandenburg - Imkerverband verzeichnet deutlichen Mitglieder-Zuwachs

Die Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie haben auch positive Folgen: In Zeiten von Lockdown und Home-Office wenden sich viele Brandenburger vermehrt der Bienenzucht zu. Vor allem jüngere Menschen haben Lust auf eigenen Honig.

Deutschlandweit interessieren sich immer mehr Menschen für die Bienenzucht. Nach Angaben des Deutschen Imkerbundes gab es im vergangenen Jahr einen starken Anstieg der Mitgliederzahlen in allen 19 Landesverbänden. Auch der Verband Brandenburgischer Imker verzeichnete einen Zuwachs von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Jüngere Menschen begeistern sich für Bienen

Verbandssprecher Holger Ackermann aus Groß Schauen bei Storkow (Oder-Spree) sprach gegenüber dem rbb von einem "Corona-Effekt": "Es ist positiv, dass sich die Leute dem Thema widmen, Lebensmittel selbst herzustellen. Die Menschen befassen sich mit ihrer unmittelbaren Umwelt."

Wegen der Pandemie müssten viele Begleit-Schullungen zur erfolgreichen Zucht derzeit hauptsächlich im Internet stattfinden. Dadurch steigt Ackermann zufolge auch bei jüngeren Menschen das Interesse. "Was vor 15 Jahren noch ein Alte-Männer-Hobby war, geht jetzt wirklich nach unten rein. Wir haben Leute, die sind 25 bis 45 Jahre alt und fangen jetzt mit der Imkerei an. Die fangen klein an und haben meist ein bis zwei Bienenvölker neben der eigentlichen Arbeit. Aber es ist wichtig, erst einmal den Start hinzubekommen."

Der Altersschnitt ist laut Bundesverband seit 2010 von 60 auf 55,4 Jahre gesunken. Gleichzeitig wuchs im vergleichbaren Zeitraum der Anteil an Frauen um ein Drittel auf 20,5 Prozent.

Unverzichtbare Arbeiter

Im Landesverband Brandenburgischer Imker e.V. sind rund 100 Vereine mit aktuell etwa 3.100 Mitgliedern organisiert. In Berlin gibt es derzeit rund 1.400 Bienenzüchter.

Honigbienen sind als Bestäuber von Wild- und Kulturpflanzen unersetzlich. Denn 80 Prozent aller heimischen Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Bienen übernehmen daran einen bedeutenden Anteil.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.02.2021, 13:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Ja, es ist richtig, dass die Honigbienen für die Bestäubung wichtig sind. Viel wichtiger sind jedoch die Wildbienen und Hummeln als Bestäuber, d.h. wir müssen deren natürlichen Lebensraumes achten und erhalten. Schutzmaßnahmen dürfen nicht nur auf die Honigbiene ausgerichtet sein, da der Wildbienenschutz auch immer einen positiven Effekt auf die Honigbienen hat. Die Honigbiene ist auch nicht gefährdet, da der Mensch, als Abnehmer ihres Honigs, ein starkes Interesse an ihrem Erhalt hat, indem er ihr Bienenstöcke bietet. Trotzdem ist es gut, dass auch junge Menschen sich für die Bienen interessieren :-)

  2. 1.

    Eine erfreuliche Nachricht. Ich habe auch mein kleines Bienenparadies auf dem Balkon.

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