Symbolbild: Aus einem Wasserhahn strömt Leitungswasser (Bild: dpa/Wedel)
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Audio: Antenne Brandenburg | 23.02.2021 | Anna Bayer | Bild: Wedel/Kirchner-Media

Mit Kalk und Sulfat belastet - Bürgermeister von Werneuchen kündigt Millionen-Investition in sauberes Trinkwasser an

Immer mehr Sulfat und Kalk wird im Trinkwasser von Werneuchen, nordöstlich von Berlin, gefunden. Das Problem ist bereits seit einiger Zeit bekannt. Jetzt schlägt der Bürgermeister Alarm, will Millionen Euro in die Hand nehmen und das Netz erneuern.

Werneuchen hat jahrelang sein Trinkwassernetz auf Verschleiß gefahren. Über einen langen Zeitraum wurden notwendige Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten vernachlässigt, wie Bürgermeister Frank Kulicke (Unabhängige Wählergruppe Werneuchen) jetzt erklärte. Hintergrund seien Klagen von Stadteinwohnern, die sich bei ihm über die Wasserqualität beschwert hätten. In einer ersten Reaktion kündigte Kulicke am Dienstag im rbb an, die Schäden schnell aufarbeiten zu lassen.

Mehr als drei Millionen Euro für sauberes Wasser

Dafür würden jetzt jährliche Investitionen von bis zu einer Million Euro notwendig. In der Vergangenheit wurden nur 100.000 Euro im Jahr aufgewendet. Die Investitionen seien auch vor dem Hintergrund notwendig, weil Werneuchen in den kommenden Jahren mit einem Bevölkerungszuwachs von mehr als 30 Prozent rechnen muss, betonte das Stadtoberhaupt. Insgesamt will die Stadt mehr als drei Millionen Euro für reines Wasser ausgeben, hieß es. So soll zum Beispiel einen neuen Reinwasserbehälter geben und das Rohrnetz erneutert werden. Um alles zu finanzieren, plant Frank Kulicke auch die Wassergebühren zu erhöhen.

Schnelles Handeln erforderlich

Überprüfungen hatten zuletzt ergeben, dass sich Sulfat- und Kalkwerte in einem kritischen Bereich befänden. Doch das sei nichts Neues. Die Stadt habe die Probleme gekannt, so Kulicke. Die Ergebnisse seien nie veröffentlicht worden. Kulicke selbst, der erst seit gut einem Jahr im Amt ist, habe es zu seiner Aufgabe gemacht, die Resultate kommunizieren. "Es hilft jetzt nicht, den Deckel draufzuhalten. Sonst versteht kein Mensch in zwei Jahren, warum wir geschwiegen haben", betonte das Stadtoberhaupt. Für Kulicke ist es bereits "15 Minuten nach 12". Daher müsse schnell gehandelt werden.

Jahrelang sich nicht ums Trinkwassernetz gekümmert

Die massiven Sulfatwerte seien ein Ergebnis der intensiven Landwirtschaft. Das gelöste Salz im Trinkwasser beeinträchtigt den Geschmack, kann auch zu Magenbeschwerden führen. Auch die Kalkwerte seien bedenklich, wie der Geschäftsführer der Wasserwerke, Robin Dahlke, erklärte: "Wir sind über 20 Grad deutscher Härte, das ärgert viele Werneuchener, das sieht man immer an den Kalkflecken."

Ein Brunnen sei deshalb bereits 2019 vom Netz genommen worden. Prognosen der Stadtwerke Werneuchen zeigten, dass bald auch weitere Brunnen gefährdet sein könnten, wenn die Stadt nicht handelt. "Es wurde versäumt, Investitionen durchzuführen, Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten durchzuführen sowie die Fortbildung des Personals wurden vernachlässigt", erklärte Geschäftsführer Dahlke.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.02.2021, 14:40 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Der Bürgermeister sollte aber auch mal bei den Landwirten nachfragen, ob sie ihre Düngepraxis überdenken...Wenn die für die hohen Werte mit verantwortlich sind, sind Investitionen ins Leitungsnetz ja nur Kosmetik.

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