VBB plant Preiserhöhung - Eberswalder Studierende sagen Nein zum Semesterticket

Do 18.11.21 | 16:32 Uhr
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Ein Zug der Firma ODEG fährt durch Eberswalde (Bild: imago images/Andreas Gora)
Audio: Antenne Brandenburg | 19.11.2021 | OT Maxie Martin | Bild: imago images/Andreas Gora

Eine Mehrheit der Studierenden von 53 Prozent der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde hat am Mittwoch gegen das teurere Semesterticket gestimmt. Damit folgt dem Nein zum Semesterticket der Studierenden aus Frankfurt (Oder) von vergangener Woche nun die nächste Hochschule.

Maximal würden die Eberswalder einer Preissteigerung um 12,50 Euro auf 182,50 Euro zustimmen. Aktuell zahlten sie genauso viel wie die Frankfurter, nämlich 170 Euro im halben Jahr. Mit ihrem jetzigen Votum beauftragten die HNEE-Studierenden ihren Asta, die Verhandlungen mit den VBB abzubrechen, wenn dieser auf seiner 245-Euro-Forderung weiterbeharre.

Maxie Martin, Studierendensprecherin der HNEE, sagte auf Anfrage des rbb: "Wenn es nicht möglich ist, dann wird es in Eberswalde auch kein Semesterticket geben." Martin sehe eine Lösung darin, wenn die Zuschusszahlung des Landes Brandenburg nächstes Jahr fortgeführt werden würde.

Nein aus Frankfurt kam überraschend

Zuletzt hatte der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg auf eine schrittweise Anhebung des Tarifs von 170 auf 245 Euro beharrt. Studierendenvertreter betonten, dass sie sich so eine Steigerung nicht leisten könnten.

Nach dem Nein der Frankfurter Studierendenschaft zum erhöhten Semesterticket hat sich der VBB überrascht gezeigt. Bisher hatten sich sämtliche Hochschulen in Urabstimmungen stets für ein Semesterticket entschieden. Die Stadt Frankfurt (Oder) sprach von einem "erheblichen Wettbewerbsnachteil", wenn es tatsächlich dazukommen sollte, dass das Semesterticket für Frankfurt Ende März 2022 auslaufen sollte.

Auch die anderen Brandenburger Hochschulen werden in den kommenden Wochen über die Weiterführung des Semestertickets entscheiden müssen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.11.2021, Regionalnachrichten, 07:30

11 Kommentare

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  1. 11.

    Wow, Sie haben ja richtig Ahnung. Hauptsache Frust raus allen, egal worum s geht. In Eberswalde wird Wert schaffen gelernt, Sie Nase, und zwar im nicht klassischen Profitsinn, sondern im Gegenteil: Forstleute, Nachhaltige Wirtschaft, Holztechnik w wird dort gelehrt. Bitte gern geschehen, der kostenlose bildungsbeitrag, extra für Sie. vor dem Brüllen vielleicht beim nächsten Mal mehr Hintergrundinfos sammeln ;)

  2. 10.

    Eigentlich ist es egal worüber hier diskutiert wird. Die Studenten haben sich entschieden und müssen jetzt mit den Folgen leben. Im Ergebnis kostet es den Studenten, die nicht mit Auto fahren und die öffentlichen nutzen deutlich mehr als mit dem Semesterticket. Die Einführung des Semester Tickets war meiner Zeit ein harter Kampf zwischen den Studenten und dem öffentlichen NahVerkehr. Es ging hier auch um Solidarität untereinander. Das Abstimmungsergebnis zeigt aber, wie auch im Großteil der Bevölkerung, dass man sich selbst immer am nächsten ist, gegenseitige Solidarität keine Rolle mehr spielt und es einem Großteil der Studenten so gut zu gehen scheint, dass der öffentliche Nahverkehr nicht mehr wesentlich genutzt werden muss. Es gibt sicher ein paar Fahrradfahrer, aber der Anteil der Autofahrer ist vermutlich deutlich höher.
    Letztlich bleibt nur festzuhalten: jeder ist seines Glückes Schmied!

  3. 9.

    Auch mir fehlen da ein paar Hintergründe.
    Aus dem Text: "Die Stadt Frankfurt (Oder) sprach von einem "erheblichen Wettbewerbsnachteil", wenn es tatsächlich dazukommen sollte, dass das Semesterticket für Frankfurt Ende März 2022 auslaufen sollte."
    Ich denke, dass die Studierenden um ihre Macht wissen, dass die Brandenburger Universitätsstädte es sich nicht leisten können, am Ende gar kein ermäßigtes Ticket für diese Personengruppe anzubieten. Es muss also wohl nachverhandelt werden, damit am Ende beide Seiten zufrieden sind.

  4. 8.

    Lieber B:

    Als ich vor vielen Jahren einmal studiert habe, habe ich gelernt, dass man Beiträge (ob in Wort oder Schrift) zunächst einmal inhaltlich unvoreingenommen (bedeutet losgelöst von eigenen Befindlichkeiten) analysieren muss. Da ist wohl noch einiges zu tun.

    Ich hatte rbb nach den Auswirkungen gefragt, da ich den Bericht inhaltlich für sehr dürftig hielt (wie in meinem Beitrag erwähnt). Dass das Semesterticket nach Deinen Aussagen sozusagen ein „Zwangsticket“ ist, war mir nicht bewusst (wie vielen anderen sicherlich auch, die im Bekanntenkreis keinen Studenten m/w/d/unentschlossen haben) und genau das hätte eben auch dann im rbb-Beitrag als Erläuterung stehen müssen.

    Ich hatte übrigens in meinem Beitrag keinerlei Studienrichtung erwähnt, weder „brotlos“ (dann werde ich mit der Aufzählung ja gar nicht fertig) oder „handfest“ (so viel zum Thema Befindlichkeiten).

  5. 7.

    „Was der Staat zahlt, zahlen wir, das solltet ihr nicht vergessen. Und wir zahhlen schon euer Studium und schießen Krankenversicherung zu und Bafög usw. Wie Eintrittspreise und Vergünstigungen aller Art.“

    Ganz so gönnerhaft brauchen Sie das gar nicht darzustellen. Schließlich trägt das alles mit dazu bei, die Ausbildung beispielsweise von Lehrern, Medizinern, Ingenieuren, Wissenschaftlern und anderen gut ausgebildeten Fachkräften zu ermöglichen, die – ebenso wie andere Berufe auch – unverzichtbar dafür sind, den ganzen Laden hier am Laufen zu halten.

    „Irgendwer muss ja auch mit seinen Händen die Werte schaffen, die andere verleben und aufessen. Und Pflegen geht auch nicht mit paar gemalten Bildchen oder virtuell sondern mit Manpower.“

    Genau! Und viele andere Berufe lassen sich eben nur ausüben, wenn man sich das dafür notwendige Wissen zuvor in einem Studium angeignet hat. Eigentlich ganz einfach, oder?

  6. 6.

    Genau, Ärzte und Richter, Biologen und Lehrer sollten demnach, lieber Martin, auch einfach eine Lehre machen und „gut is“!?
    Dass nicht jeder Beruf per Lehre erlernbar ist, sondern viele eine akademische Ausbildung erfordern - und es davon mal ganz abgesehen in Berlin und Brandenburg ein Azubi-Ticket gibt, das kein Solidarmodell wie das Semesterticket ist (alle zahlen, egal wieviel sie es nutzen), sondern ein individuelles Angebot ist und deshalb dermaßen massiv von beiden Ländern subventioniert werden muss, dass es völlig jenseits von den Summen ist, um die es hier geht - das scheint an Ihnen vorbei gegangen zu sein.

  7. 5.

    Als Berliner Student*in muss man das Semesterticket kaufen, es wird gemeinsam mit den Semestergebühren bezahlt. Sich davon befreien zu lassen ist nur in seltensten Fällen möglich. Das wird bei anderen Unis wohl genauso sein. Bevor Sie die These in den Raum werfen, Studis haben eine Wahl, ein Ticket zu kaufen - vielleicht einfach mal informieren.
    Zumindest in Berlin & vermutlich in Brandenburg ebenso hat man z. B. 3 volle Semester ohne Präsenzunterricht ein Ticket bezahlt, dass die wenigsten genutzt haben.
    Sicherlich nicht für jeden repräsentativ, aber in meinem Freundeskreis fahren alle das ganze Jahr über Fahrrad - egal ob Schnee/Regen. Ich habe das Semesterticket in 4 Semestern für 6 Fahrten genutzt, nur zum Impfen, insg. 4x190€.
    Auch viele andere Studis nutzen das Ticket kaum.
    Übrigens arbeite ich, wie auch jede*r Student*in in meinem Freundeskreis. Was "Handfestes" btw., auch wenn es egal sein sollte - Ihre Vorurteile gegen manche Studiengänge sind einfach nur daneben.

  8. 4.

    NEIN heißt NEIN. Punkt.

  9. 3.

    Ich bin zwar kein Student mehr (71) solidarisiere mich aber voll und ganz mit den Student./.innen, denn in Brandenburg wird durch die Landesregierung soviel "Unsinniges" finanziert. Da müßte es für die Studierenden auch eine finanziellen Zuschuß geben und weniger Unsinniges. Aber vielleicht könnte man ja die Diäten unserer sehr aktiven Politiker ein wenig abschmelze oder eine eventuelle Erhöhung aussetzen

  10. 2.

    Was der Staat zahlt, zahlen wir, das solltet ihr nicht vergessen. Und wir zahhlen schon euer Studium und schießen Krankenversicherung zu und Bafög usw. Wie Eintrittspreise und Vergünstigungen aller Art.
    Wir brauchen nicht den 5 Mio. Gamedesigner (warum is das überhaupt ein Studium und kein normaler Beruf) sondern Fach- und Pflegekräfte. Ich würde außerdem mal den NC nach oben drehen oder bei manchen überhaupt erstmal einführen.
    Irgendwer muss ja auch mit seinen Händen die Werte schaffen, die andere verleben und aufessen. Und Pflegen geht auch nicht mit paar gemalten Bildchen oder virtuell sondern mit Manpower.

  11. 1.

    Was bedeutet das jetzt? Kein Semesterticket? Die Studenten zahlen dann also den vollen Preis? Dann wäre ja die Abstimmung voll nach hinten los gegangen?
    Vielleicht könnte das rbb ja mal erläutern? Also diese Berichterstattung ist inhaltlich sehr dürftig. Sollte man vom öffentlichen Rundfunk mehr erwarten dürfen.
    Bei dem Semesterticket ist übrigens auch die Frage, dass diese Sonderpreise ja von Fahrgästen, Kommunen, Ländern und Steuerzahlern bezuschusst werden müssen. Wenn Studenten eine Subvention ablehnen, können sie meiner Meinung nach auch gerne voll bezahlen. Niemand wurde gezwungen, ein Semesterticket zu kaufen.

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