Toter Migrant an deutsch-polnischer Grenze - Mordkommission ermittelt nach Tod eines 25-jährigen Irakers

Mi 24.11.21 | 13:47 Uhr
  11
In den Nationalfarben Deutschlands steht ein Grenzpfeiler auf einem Deich nahe dem deutsch-polnischen Grenzfluss Oder. (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Inforadio | 23.11.2021 | T. Glauche | Bild: dpa/Patrick Pleul

Nach dem Tod eines 25-jährigen Irakers an der deutsch-polnischen Grenze ermittelt nun die Mordkommission. Das teilte die zuständige Polizeidirektion Ost am Mittwoch mit. Dienstagvormittag war in einem Waldstück zwischen Breslack und Coschen (Oder-Spree) eine siebenköpfige Gruppe von Flüchtlingen entdeckt worden. Ein Mann war tot.

Von Schleuser nach Brandenburg gebracht

Sie sollen nach eigenen Aussagen von einem Schleuser von Polen nach Deutschland gebracht und im Wald bei Coschen ausgesetzt worden sein, so die Polizei. Die Flüchtlinge riefen dann selbst den Notruf, weil es einem Mann aus der Gruppe gesundheitlich sehr schlecht ging. Eintreffende Rettungskräfte konnten dem Mann aber nicht mehr helfen, er verstarb noch vor Ort. Die verbliebenen fünf Männer und eine Frau wurden von der Brandenburger Polizei vernommen.

Die Gruppe war vermutlich über Belarus und Polen nach Deutschland gereist und hatte eine kleine Brücke bei Coschen passiert. Die logistischen Umstände der Fluchtroute sind noch unklar. Eine Obduktion des Verstorbenen findet erst am kommenden Donnerstag statt. Anhand der Todesursache muss die Mordkommission entscheiden, wie sich die Ermittlungen weiter gestalten.

Erster Todesfall in Brandenburg

Seit dem Sommer flüchten tausende Menschen, vor allem aus Syrien und dem Irak, über Belarus und Polen nach Deutschland. An der belarussisch-polnischen Grenze werden regelmäßig Todesopfer unter den Geflüchteten vermeldet. An der deutsch-polnischen Grenze wurde bislang Ende Oktober nahe der A4 bei Görlitz in Sachsen ein Toter aufgefunden, der sich in einem Transporter mit Migranten befand [mdr.de].

In Brandenburg wäre es der erste bekannte Todesfall im Zusammenhang mit der aktuellen Fluchtsituation.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.11.2021, 12:30

Die Kommentarfunktion wurde am 23.11.2021 um 18:58 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

11 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 11.

    Hier wird's im Detail erklärt: https://www.dw.com/de/wann-sind-pushbacks-an-der-eu-au%C3%9Fengrenze-illegal/a-59436744

  2. 10.

    Sind sie Mitglied im Verein "Wir packen's an" ? Ihre Argumente kommen einem sehr bekannt vor.
    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2021/11/fluechtlinge-grenze-belarus-polen-interview-grafmanns-bad-freienwalde.html

  3. 9.

    Sie verbreiten Fake-News! Selbstverständlich gewährt Polen nach internationalem Recht Asyl, wenn es ordnungsgemäß erbeten wird. Die illegale Einreise mit Gewalt ist kein ordnungsgemäßes Asylgesuch und daher sind Pushbacks sehr wohl zulässig und nicht EU-Rechts-widrig, wie immer wieder behauptet. Griechenland und Spanien verfahren im Übrigen seit Jahren genau so.

  4. 8.

    Sie verbreiten Fake-News! Selbstverständlich gewährt Polen nach internationalem Recht Asyl, wenn es ordnungsgemäß erbeten wird. Die illegale Einreise mit Gewalt ist kein ordnungsgemäßes Asylgesuch und daher sind Pushbacks sehr wohl zulässig und nicht EU-Rechts-widrig, wie immer wieder behauptet. Griechenland und Spanien verfahren im Übrigen seit Jahren genau so.

  5. 7.

    Inwieweit das polnische Asylrecht den EU-Standards entspricht, haben allerdings weder Sie noch NGOs zu entscheiden. Auch in der Hinsicht gilt das Gewaltmonopol des Staates.

  6. 6.

    So oder so sind die Menschen nicht asylberechtigt. Sie sind NICHT politisch verfolgt. Sie kommen NICHT aus einem Kriegsgebiet. Sie haben sich Flugtickets gekauft und sind dann nach Belarus gereist, mit dem Ziel es bis nach Deutschland zu schaffen. Es sind Touristen die auf ein neues, besseres Leben in Deutschland hoffen, finanziert mit deutschen Steuergeldern. Das ist verständlich, aber es existiert kein Recht darauf.

  7. 5.

    Hallo Herr Neumann,
    da in Polen ein ordnungsgemäßes Asylverfahren (Stichwort pushbacks)nicht möglich ist, fehlen die Voraussetzungen für GG16a Absatz 2. Erst wenn die Bedingungen in 16 a Absatz 2 in Polen erfüllt sind, könnte man von den Flüchtenden verlangen den Antrag in Polen zu stellen. Halbbildung ist gerade in Verfassungsfragen gefährlich.

  8. 4.

    Wenn ich in Heimatkunde aufgepasst habe, liegt zwischen Weißrussland und der Bundesrepublik noch das EU-Land Polen. Stichwort EU-Recht. Vielleicht Kritik in Richtung der Schlepper...

  9. 3.

    Halbbildung ist gerade in Verfassungsfragen gefährlich. Schaue Sie sich deshalb den Art 16a GG bitte genauer an und bedenken, dass die Flüchtlinge über Polen nach Deutschland kamen.

  10. 2.

    Falsch. Es existiert kein Grundrecht darauf, im Land seiner Wahl (wo man am meisten Geld bekommt) Asyl zu beantragen. Die Menschen aus Belarus haben die EU zuerst in Polen betreten, und müssen laut geltender Rechtslage dementsprechend auch in Polen einen Asylantrag stellen. Gesetz ist Gesetz und gilt für jeden. Abgesehen davon erfüllen die Menschen, die im Moment aus dem Nordirak nach Belarus kommen, nicht die Definition von "Flüchtling". Es sind de facto keine Flüchtlinge.

  11. 1.

    Das ist das Ergenis der inhumanen Asylpolitik der Bundesregierung, die sich weigert Flüchtlinge aus Belarus aufzunehmen. Den Menschen wird das Grundrecht auf Asyl verwehrt. Das ist ein Skandal!

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift