Brandenburg - Gemeinschaft historischer Altstädte will Leben in Innenstädten erhalten

Fr 07.01.22 | 15:28 Uhr
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Historischer Stadtkern von Beeskow (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Audio: Antenne Brandenburg | 07.01.2022 | Arne Sprung | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Die Vorsteher Brandenburger Städte mit historischen Kernen wollen Leerstand und Verödung verhindern. Viele haben in der Vergangenheit ihre Läden aufgegeben. "Wir versuchen aber nicht, Einkaufszentren zu kopieren", sagte der Bürgermeister von Beeskow (Landkreis Oder-Spree) und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen, Frank Steffen (SPD), am Freitag auf deren Jahres-Pressekonferenz.

Innenstädte sollten weiter Treffpunkte und Begegnungsstätten für die Bürger sein. Er wisse jedoch, dass der traditionelle Handel es derzeit nicht leicht habe.

Beeskow: Dienstleister statt Einzelhandel?

In Beeskow sei mittlerweile auf Anregung der jüngsten Einwohner ein Sandspielkasten auf dem Marktplatz entstanden und eine große Attraktion. Er locke viele in die Altstadt. "Die Kinder spielen und die Erwachsenen gehen einkaufen", berichtete Steffen. Wenn der Vormieter in Geschäftsgebäuden aufgebe, zögen dort auch Dienstleister wie Physiotherapeuten, Kosmetikstudios oder Friseure ein, die viel Publikum anlockten. "Zwei neue Gaststätten eröffneten, weitere Projekte sind in der Planung."

Coworking Spaces in Perleberg

"Sieben leere Geschäfte konnten im vergangenen Jahr wieder mit Leben gefüllt werden", bilanzierte die Bürgermeisterin von Perleberg (Prignitz), Annett Jura. Auch neue Ideen seien dabei, an die früher gar nicht gedacht worden sei - etwa die Eröffnung von Coworking Spaces mit flexiblen Arbeitsplätzen.

Brandenburg unterstütze die Kommunen mit dem Innenstadtwettbewerb, damit die Zentren lebendig und lebenswert blieben beziehungsweise würden, sagte Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU). Die Mitgliedsstädte der Arbeitsgemeinschaft seien seit 1991 allein aus den Bund-Länder-Programmen und den Landesbauprogrammen mit fast 1,6 Milliarden Euro Bundes- und Landesmitteln unterstützt worden. Dies seien mehr als 40 Prozent der seit 1991 landesweit bewilligten über 3,7 Milliarden Euro.

In der Arbeitsgemeinschaft sind 31 Städte mit historischen Stadtkernen Mitglied.

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.01.2022, 12:30 Uhr

2 Kommentare

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  1. 1.

    Die wirkliche Bedeutung dieses jh. lang wirklich erwachsenen Potenzials kann garnicht ermessen werden. Einkaufen nicht in einer Atmosphäre eines Rundum-Gequäke, eines Blinkens hier da und dort, hier langt eine Hand aus dem Schaufenster raus und will zu meinem Portemonaie, dort steht mir wieder einer dieser "Kundenstopper" im Weg, um mich zum einzig richtigen Sonderangebot zu locken.

    "Und der Himmel steht Ihnen offen" wäre ein sehr schönes Werbemotto, wenn das Potenzial wirklich erkannt würde: Keine Verkaufsmaschinerien, wie in diesen unsäglichen Einkaufszentren, die schneller abgerissen als gebaut sind und heute so, morgen so und übermorgen ganz anders aussehen. Stattdessen ein Schatz, der im Grunde bleibt, wie er ist.
    Nur erkannt zu werden braucht es.

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