Protest gegen fossile Brennstoffe - Aktivisten kleben sich auf Zufahrt des PCK-Tanklagers in Seefeld

Mo 23.05.22 | 16:00 Uhr
Ein Polizist löst mit einem Lösungsmittel den Klebstoff, mit dem sich ein Aktivist festgeklebt hat, von der Hand und der Fahrbahn (Bild: dpa/Carsten Koall)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.05.2022 | Polizeisprecher Roland Kamenz | Bild: dpa/Carsten Koall

Aktivisten haben am Montag das PCK-Mineralöl-Tanklager in Seefeld (Barnim) blockiert. Das bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Ost auf Anfrage dem rbb.

Demnach sollen sich 23 Personen am Vormittag vor der Zufahrt auf der Straße festgeklebt haben. Zwei weitere sollen nach Polizeiangaben auf einen Tanklastwagen geklettert sein und sich dort ebenfalls festgeklebt haben.

Gruppe "Letzte Generation" bekennt sich zu Aktion

Bei den Aktivisten soll es sich um Mitglieder der Gruppe "Letzte Generation" handeln. Ein entsprechendes Schreiben liegt dem rbb vor. Demnach soll mit der Aktion gegen die Einfuhr und Nutzung fossiler Brennstoffe demonstriert werden.

In dem Schreiben fordert die Gruppe Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf, eine "Lebenserklärung" abzugeben: "Es darf keine neue fossile Infrastruktur geben, insbesondere keine neuen Öl-Bohrungen in der Nordsee", heißt es. Bereits in der Vergangenheit hatte sich die Gruppe zu ähnlichen Aktionen bekannt.

Bundesweite Aktionen - auch in Berlin

Zudem haben weitere Aktivisten der Gruppe in Berlin, München, Stuttgart und Mannheim Straßen blockiert und teils erhebliche Verkehrsbehinderungen verursacht. So sollen in Berlin gegen 7:45 Uhr sechs Personen im Bereich Brandenburger Tor die Straße des 17. Juni/Ebertstraße blockiert haben. Drei von ihnen haben sich nach Polizeiangaben am Boden festgeklebt. Für den Verkehr wurde ein Ausweichfahrstreifen in der Gegenrichtung eingerichtet.

In München sollen sich zwei Personen auf einer Ausfahrt festgeklebt haben und einen Rückstau von 20 bis 30 Fahrzeugen verursacht haben, wie ein Polizeisprecher dem rbb bestätigte. Auch in Mannheim hatten sich vier von fünf Aktivisten auf einer Straße festgeklebt. In Stuttgart hingegen sollen sich drei Personen auf eine Straße gesetzt haben und konnten von Beamten weggetragen werden.

Aktivisten müssen mit Anzeigen rechnen

Zur Räumung der Zufahrt zum Tanklager in Seefeld wurden Polizisten der Technischen Einsatzeinheit angefordert, die bis 15 Uhr alle Aktivisten von der Straße beziehungsweise dem Tanklastwagen lösen konnten, wie Roland Kamenz von der Polizeidirektion Ost mitteilte. Im Anschluss wurden die Personen auf die Polizeiwache gebracht. Dort sollen die Identitäten festgestellt und Anzeigen wegen Nötigung, gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Widerstands und der Störung öffentlicher Betriebe gestellt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, Nachrichten, 23.05.2022, 14:30 Uhr

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift