Landkreis Oder-Spree - Brand zerstört 500 Jahre alte Mühle im Schlaubetal

Do 19.05.22 | 18:30 Uhr
  19
Feuer in der Bremsdorfer Mühle
Audio: Antenne Brandenburg | 19.05.2022 | Dorett Kirmse | Bild: Feuerwehr Müllrose

Im Jahr 1520 wurde die Brehmsdorfer Mühle erbaut, nun hat ein Feuer sie weitestgehend zerstört. Dutzende Feuerwehrleute haben zwar einen Waldbrand verhindern können, die Schäden an dem historischen Gebäude sind jedoch gewaltig.

Das Gebäude der Bremsdorfer Mühle in Schlaubetal im Landkreis Oder-Spree hat in der Nacht zum Donnerstag gebrannt. Das Gebäude ist nun vollkommen unbewohnbar und einsturzgefährdet, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr wird nach eigenen Angaben noch bis Donnerstagabend im Einsatz sein.

Laut Polizei befanden sich drei Menschen in dem Haus. Sie konnten sich selbst aus dem Objekt retten und erlitten leichte Verletzungen. Die Brandursache war zunächst unklar. Die Polizei ermittelt. Auch die Höhe des Sachschadens war noch nicht bekannt.

"Es ist ein ganz trauriger Tag, weil die Bremsdorfer Mühle ein wichtiges Ausflugsziel ist und eines unserer Kulturdenkmäler, das jetzt durch das Feuer geschädigt wurde", sagte im rbb Mario Quast, Amtsdirektor Schlaubetal. Die Bremsdorfer Mühle im Naturpark Schlaubetal wurde 1520 gebaut, bis 2003 saniert und diente auch als Gaststätte.

Großes Feuer gelöscht, aber kleine Brandnester schwer zugänglich

70 Feuerwehrmänner waren kurz nach Mitternacht im Einsatz. Der Einsatzleiter der Feuerwehr Schlaubetal, Christian Weiss, sagte dem rbb: "Bei Eintreffen der Feuerwehr stand der Dachstuhl in ganzer Ausdehnung in Flammen. Es gab auch schon Teil-Einstürze. Deshalb konnten wir nur einen Außenangriff vornehmen."

Die Feuerwehr hatte anscheinend ein Überspringen der Flammen auf den angrenzenden Wald verhindern können. Das berichten auch Touristen, die auf dem Campingplatz nur wenige Meter vom Brandort übernachtet haben. Auch die benachbarten Gebäude der Jugendherberge, private Häuser und der direkt angrenzende Wald konnten nach Angaben der Feuerwehr durch die Löschmaßnahmen geschützt werden und erlitten keinen Schaden.

Bilder der Müllroser Kameraden [facebook.com] zeigen den nächtlichen Einsatz. Auf diesen ist zu sehen, dass das komplette Dach des Fachwerkhauses in Flammen steht. Ein weiteres Foto zeigt das Gerippe des ausgebrannten Dachstuhls.

Einer der Feuerwehrleute vor Ort sagte dem rbb am Vormittag, dass die großen Brandherde gelöscht seien: "Das Problem sind die Lehmdecken und die zum Teil eingestützten Wände. Wir kommen nicht rein, um die restlichen Brandnester abzulöschen."

Feuer in der Bremsdorfer MühleFeuerwehr vor der ausgebrannnten Bremsdorfer Mühle

Blick ins Innere nicht möglich

Der Einblick ins Innere des Hauses ist derzeit nicht möglich, weil Einsturzgefahr droht, sagt Patrick Grunow, Vize-Amtsleiter in Schlaubetal. "Die bauliche Situation ist so, dass das Gebäude vom Dachgeschoss und vom zweiten Obergeschoss herab abgetragen werden muss." Die Zwischendecke muss laut Grunow geöffnet werden, um die Glutnester löschen zu können.

Werkfeuerwehr ArcelorMittal um Hilfe gebeten

"Wir haben jetzt Spezial-Technik nachgefordert: Eine Höhenrettungsgruppe und ein Teleskopmast", sagte der Feuerwehr-Einsatzleiter, Christian Weiss, dem rbb. Wie die Müllroser Feuerwehr selbst mitteilte, wurde die Werkfeuerwehr ArcelorMittal aus Eisenhüttenstadt angefragt.

Die Spezialisten können sich dank dieser Technik gegen Absturz besonders gesichert auf den einsturzgefährdeten Flächen bewegen. Der gesamte Dachstuhl und die beiden Giebelseiten werden nach Feuerwehrangaben auf diese Weise von Hand abgetragen. Der Schutt soll mit einem Bagger in LKWs verladen und später entsorgt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.05.2022, 09:30 Uhr

Mit Material von Magdalena Dercz

19 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 19.

    Das ist sooooo schade

  2. 18.

    @heidekind Ich vermute mal, dass Sie das Lokal kennen.Ich war häufig über die Jahre da.Schließlich führt einer der schönsten Wanderwege dort an der Schlaube entlang. -
    Man liest hier immer wieder von warmem Abbruch bei denkmalgeschützten Gebäuden.Dafür gibt es kaum Abrissgenehmigungen. Warten wir doch einfach die Ermittlungen ab. Ausgebrochen ist das Feuer jedenfalls in der geschützten Wassermühle.

  3. 17.

    Da muss ich leider zustimmen. Die Betreiber/Pächter haben nicht viel Herzblut gezeigt. Liegt wohl an der Nationalität? Davor war es eine viel bessere Situation. Trotzdem schade vor dem Himmelfahrtstag.

  4. 16.

    Entsetzlich, dass ein Denkmal der Geschichte nach dem anderen verschwindet.
    Sehe auch, das viel mehr am Brandschutz investiert werden sollte. Unabhängig, ob über eine Brandstiftung philosophiert wird.
    Eigentümer, selbstredend Behörden und der Denkmalschutz, nicht sollten, nein müssen hier grundsätzlich nachsteuern.

  5. 15.

    Werter Geheimnisträger
    Konkret passt ihr Beispiel nicht zum Objekt und die offiziellen Zahlen findet man auf den Seiten der Behörden. Im Zweifelsfall frage ich einen Freund.

  6. 14.

    Und sie haben kein ungutes Gefühl bei dem was sie schreiben?
    Wissen sie wieviel Verfahren mit Verdacht auf Brandstiftung wir jedes Jahr bearbeiten?
    Ich darf leider keine Zahlen angeben, aber 3/4 der Verdachtsfälle bestätigen sich, insbesondere wenn Denkmalschutz einem Abriss wegen Grundstücksverkauf im Wege steht.
    Blauäugigkeit kann manchmal auch hinderlich sein.

  7. 13.

    Wie wärs mit lang anhaltender Trockenheit, hervorgerufen durch sinnfreies autofahren, fliegen und sonstigem dekadenten Müllerzeugungsverhalten und Energieverschwendung!
    Obwohl, kann ja garnicht sein....

  8. 12.

    Ja, überall war Feuer im Spiel.
    Echt, da brennt so ein Kleinod ab und es wird sinnfrei gestichelt. Da kann man wirklich Streitlust bekommen.

  9. 11.

    Wann wurde dort die letzte Brandschutzbelehrung durchgeführt ?

  10. 10.

    Mir kommen die Tränen. Bin ehem. Eisenhüttenstädter. Liebe das Schlaubetal und war dort oft angeln und in der Gaststätte. Hoffentlich kann man sie wieder aufbauen.

  11. 9.

    Schlimme Nachricht. Die Mühle war immer ein beliebtes Ausflugsziel. Hoffentlich wird sie wieder aufgebaut.

  12. 8.

    Unsere Familie fährt seit 20 Jahren mehrmals im Jahr an den Wirchensee. In den letzten Jahren waren es noch nur noch die Kinder. Sie berichteten, dass das Gasthaus Bremsdorfer Mühle langsam verfiel.
    Das lässt vermuten, dass es eher keinen Wiederaufbau gibt.

  13. 7.

    Wirklich schade, so ein schönes Haus. Wenn man das mit den seelenlosen Häusern vergleicht die heutzutage zusammengeschustert werden...

  14. 6.

    Schlimm. Hoffentlich tun sich alle Beteiligten (Versicherung, Bauamt, Landkreis, Baufirmen) schnell zusammen und errichten die Bremsdorfer Mühle nahe am Originalzustand, in kurzer Zeit wieder. Selbst für uns Berliner war und ist sie seit Jahrzehnten ein beliebtes Wander-, Fahrrad-, Motorradausfahrt- und Ausflugsziel per Auto.

  15. 5.

    Oh nein, wie traurig!!! So ein schönes Fleckchen Erde. Das tut mir wirklich Leid. Das Essen war hervorragend. Alles Gute für die Bewohner und den Betreibern!

  16. 4.

    Ziemlich viele Brände im Osten Brandenburgs derzeit. Guckt da mal jemand nach Zusammenhängen?

    Gut dass keine*r ernsthaft zu Schaden gekommen ist

  17. 3.

    "Die Brandursache war zunächst unklar" Ist sie nun klar? Warum nicht einfach "Die Brandursache ist nicht bekannt"? Und wenn man sie kennt wird einfach nachberichtet.

  18. 2.

    Das ist ja eine schlimme Nachricht für Freunde des Schlaubetals. Ob das noch mal aufgebaut wird?
    Da haben wir viele schöne Stunden verbracht.

  19. 1.

    Es tut weh, das zu sehen. Es war ein wunderschönes Gebäude und ich bin beim Wandern sehr gerne dort eingekehrt. Hoffentlich wird es wieder aufgebaut...

Nächster Artikel

Bild in groß
Bildunterschrift