Fahrlehrer und Fahrschüler mit Mund-Nasen-Masken wegen Corona
Video: Brandenburg Aktuell | 13.05.2020 | Autor: Michel Nowak | Bild: rbb/Michel Nowak

Fahrschulen dürfen wieder Unterricht geben - Fahrstunde nach sieben Wochen Pause

In den Brandenburger und Berliner Fahrschulen ist der Unterricht wieder angelaufen. Sowohl Lehrer als auch Schüler müssen aber zusätzliche Regeln beachten, denn in den Autos können die Abstandsregeln nicht eingehalten werden. Von Michel Nowak

Vorsichtig lenkt der 17-jährige Ben Humboldt das Fahrschul-Auto aus der Parklücke auf dem Seelower Marktplatz. Sieben Wochen sind seit seiner letzten Fahrstunde vergangen. "Ich hatte erst das Gefühl, gar nichts mehr zu können", sagt der Schüler aus Reitwein im Landkreis Märkisch-Oderland, "das kommt jetzt glücklicherweise während der Fahrt wieder."

Dabei hat er diesmal mit einer weiteren Erschwernis zu kämpfen. Genauso wie Fahrlehrer Gordon Wühler trägt er eine Mund-Nase-Maske: "Damit ist die Konzentration schneller weg und ich brauche mehr Pausen."  

Mund-Nase-Maske ist Pflicht

Das Tragen der Mund-Nase-Masken ist Teil der Auflagen, unter denen Fahrschulen jetzt wieder öffnen dürfen. Weil der Mindestabstand im Auto nicht eingehalten werden kann, müssen Fahrschüler und -lehrer sie über den gesamten Zeitraum aufsetzen. Zudem darf sich im Auto – abgesehen vom Prüfer – auch keine weitere Person aufhalten.

"Gewöhnungsbedürftig, aber notwendig", findet Lehrer Gordon Wühler in Seelow die Maske. "Ich bin aber vor allem heilfroh, dass wir wieder arbeiten können", sagt er. Mit der Soforthilfe sei sein Betrieb recht gut über die Wochen der Schließung gekommen. Inzwischen gebe es aber einen regelrechten "Fahrschüler-Stau". Deshalb sei es für ihn höchste Zeit, dass der Betrieb wieder anlaufe.

Fahrlehrer und Fahrschüler mit Mund-Nasen-Masken wegen Corona

Fahrschüler wollen fertig werden

"Unsere Fahrschüler wollen ja auch fertig werden", sagt der Lehrer. Schon in der vergangenen Woche konnte er praktische Fahrstunden für angehende Motorradfahrer geben, in dieser Woche kamen nun die Autos dazu. Auch der Theorie-Unterricht ist wieder möglich – allerdings nur in kleinen Gruppen mit maximal fünf Teilnehmern. Auch Segel- und Flugschulen haben in Berlin und Brandenburg jetzt übrigens wieder geöffnet.

Wer mit einem Mund-Nase-Schutz ein Auto steuert, muss laut ADAC darauf achten, dass die ausschlaggebenden Gesichtszüge gut erkennbar sind. Das gilt auch für die Fahrlehrer und ihre Schüler. Ben Humboldt freut sich in Seelow in jedem Fall, dass er wieder hinter dem Steuer sitzt und an seinem Führerschein arbeiten kann: "Es ist jetzt wirklich angenehm, wieder fahren zu dürfen", sagt er und steuert die nächste Parklücke an.  

Sendung: Brandenburg Aktuell, 13.05.2020, 19:30 Uhr

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ja das widerspricht sich doch alles. In meiner Flugsportsparte sind wegen der Mindestabstände keine Schnupper- und Rundflüge gestattet, aber der Schulbetrieb darf laufen, zwar mit Einschränkungen der Desinfektion des Innenraums, der Kopfhörer nach jedem Gebrauch. Personal nur minmal und mit ensprechendem Abstand - sonst niemand und für jeden muss eine Liste geführt werden und auch nur nach vorherigem Temperaturmessen darf entweder geflogen werden, oder auch nicht, wenn Fieber vorhanden ist.
    Ich verstehe es halt einfach nicht, warum Fahr- und Flugschulen betrieben werden dürfen, aber gem. STVO keine Masken getragen werden dürfen, jedoch der Schulbetrieb machbar ist.
    Es ist alles so widersprüchlich. Ich liebe mein Hobby, aber werde es vorerst nur allein betreiben, auch wenn andere anderes machen - stay safe - meine Devise.

  2. 1.

    Der ADAC kann auch nicht helfen wenn das der Verkehrspolizist das anders sieht und abkassiert. Das Vermummungsverbot ist nicht aufgehoben.

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