Passagiere an Deck aber nur mit Mundschutz
Audio: Antenne Brandenburg | 18.06.2020 | Autor: John-Alexander Döring | Bild: rbb

Neue Verordnung in Brandenburg - Reeder kritisieren verschärfte Maskenpflicht auf Ausflugsschiffen

Nach der neuen Corona-Verordnung in Brandenburg müssen Passagiere auf Ausflugsschiffen auch auf dem Freideck Mund und Nase bedecken. Vorher war das nur unter Deck vorgeschrieben. Den Reedereien macht das zu schaffen. Von J.-A. Döring

Während in Brandenburg zuletzt weitere Corona-Verordnungen gelockert wurden und vieles wieder erlaubt ist, gelten für die Ausflugsschiffe auf Brandenburger Gewässern jetzt wieder strengere Regeln.

Verschärfung statt Lockerung

Seit dem 25. Mai dürfen die Schiffe wieder fahren, doch galt neben dem Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eine Maskenpflicht bislang nur unter Deck, in den Gängen oder beim Ein- und Aussteigen. Auf Verordnung der Landesregierung vom 12. Juni [www.landesrecht.brandenburg.de] müssen seit vergangenem Dienstag Passagiere und Besatzungsmitglieder nun auch an der Luft auf dem Außendeck den Mund-Nasen-Schutz tragen. Die neue Verordnung fasst Schiffsausflüge, Busreisen, Stadtrundfahrten und vergleichbare touristische Angebote in einer Kategorie zusammen, womit dort für alle Fortbewegungsmittel die gleichen Hygieneregeln gelten.

Mund-Nase-Schutz nur in Brandenburg

Das Gesundheitsministerium bestätigte dem rbb am Donnerstag, dass auf Ausflugsschiffen in Brandenburg Maskenpflicht besteht. Zum Essen und Trinken dürfe die Maske jedoch abgenommen werden.

In Berlin greifen die Vorgaben für die Maskenpflicht hingegen nicht. Auf den dortigen Gewässern können Passagiere den Mund-Nase-Schutz dann abnehmen.

IHK kritisiert Vorgaben

Tourismusexpertin Manuela Neumann von der Brandenburger Industrie- und Handelskammer (IHK) kritisiert die verschärften Regeln: "Die Schiffe sind nur halb voll und dann müssen die Gäste auch bei über 20 Grad eine Maske tragen. Das will doch keiner tun", zeigte sie sich überzeugt.

Fahrgastschifffahrt nur mit Maske_Michael Kutzker von der Reederei KutzkerReederer Michael Kutzker für Rückkehr zu alter Regelung

Auch Michael Kutzker von der Reederei Kutzker in Grünheide (Oder-Spree) zeigte für die Verordnung am Donnerstag gegenüber dem rbb wenig Verständnis. Das belaste ihn und andere Anbieter von Fahrgastschifffahrten schwer. Kutzker sagte: "Viele Kunden rufen an und fragen, ob das mein Ernst ist."

Aufruf an die Politik

Dem Unternehmer zufolge tauschen sich die Reederei in Brandenburg derzeit über die neue Situation aus und wollen gegebenenfalls gemeinsam gegen die Verordnung angehen. Mehrfach habe Kutzker bereits mit Rolf Lindemann (SPD), dem Landrat des Kreises Oder-Spree, gesprochen. Auch dieser sehe die Vorgaben kritisch und habe eine Zusage für Ausnahmereglungen gegeben. "Das hat der Landrat von Oder-Spree gesagt - nutzt aber den anderen 25 bis 30 Firmen in Brandenburg, wie etwa der Weißen Flotte in Potsdam, nichts", so Kutzker weiter.

Deshalb hätten er und andere Betreiber über das Bürgertelefon Kontakt zum Gesundheitsministerium des Landes aufgenommen, um die Rückkehr zur alten Regelung zu bewirken. Notfalls wollen die Reedereien sogar juristische Schritte einleiten.

Was Sie jetzt wissen müssen

Sendung: 18.06.2020, 15:42 Uhr

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17 Kommentare

  1. 17.

    Auf dem Unterdeck kann ich das ja noch nachvollziehen, aber draussen? Bei Fahrtwind? Auf dem Aussendeck muss eine Maske getragen werden? Oh Mann. Das Lebe ich generell sehr gefährlich ...

  2. 16.

    Maskenpflicht ist eine schlechte Idee. Begründung:
    das unfreiwillige Tragen von einer Maske bzw. Mund-Nase-Bedeckung (Maskenzwang/Maskenpflicht) kann bei vielen Menschen Stress und ein Gefühl von Unbehagen auslösen. Die Maske ist dann ein Stressfaktor. Sie nervt und macht wütend. Die persönliche Freiheit wird stark eingeschränkt. Das Sprechen und die Mimik stark beeinträchtigt. Man ist kaum in der Lage sich zu entspannen und lachen. Die Lebensqualität leidet und wird beeinträchtigt und zwar täglich. Wenn man sich ständig bedroht und angegriffen fühlt (unbewusst, teilbewusst und bewusst), werden im Körper Stresshormone freigesetzt. Diese beeinträchtigen die psychosomatische Gesundheit der Individuen.
    Der Schaden einer Maskenpflicht hinsichtlich der psychosomatischen Gesundheit der Menschen ist daher viel höher als ihr Nutzen. Rasoul Tanghatar (M.A.)

  3. 15.

    Dafür musste ich jeden Tag im Hort angeben, von wann bis wann genau meine Arbeitszeiten sind: ich durfte mein Kind vor 1/2 Stunde vor Arbeitsbeginn abgeben und halbe Stunde nach der Arbeit abholen müssen. Zeiten für den Arbeitsweg hat hort vorgeschrieben, wenn man es nicht geschafft hat pünktlich von der Arbeit wegzukommen, dann gab es sofort Gemeckere , warum man nicht pünktlich das Kind abholen würde.
    Helfen bei Schulaufgaben? Das ist nicht ihre Aufgabe.

    Ergo: ich fühlte mich beobachtet, verfolgt und fühle mich bis heute in meinen Grundrechten eingeschränkt.

    Das ist blödsinn mit den Masken, jetzt kommt Hochsommer und wird mehr schaden anrichten als nutzen. Stichwort: Kreislaufprobleme!!! Und die Masken sollen noch draußen auch tragen??? Sorry, lieber nicht! Und ich denke, bin damit nicht alleine.
    Die Reeder tun mir leid...

  4. 13.

    Vielleicht mal daran gedacht, dass uns die befürchtete zweite Welle erspart geblieben ist, weil der vernünftige Teil der Bevölkerung sich an die Maßnahmen und Regeln gehalten haben?
    Ich bin nicht für das Einsperren der Menschen und wenn man sich mal im Gegensatz zu anderen Ländern die bisherigen Maßnahmen in Deutschland anschaut, sind wir ein durchaus freies Land.
    Ich musste zumindest nie einen Zettel ausfüllen, in dem ich die Uhrzeit eintragen musste, wann ich mein Haus verlassen habe, siehe Frankreich.

  5. 12.

    Huiiii, hieß es nicht immer, gerade an der frischen Luft sei das Risiko, sich anzustecken, quasi nicht vorhanden? Lüften sei das Wichtigste? Genau so würde ich es auch einschätzen, zumal an Deck meistens doch eine rcht "steife Brise" weht. Ich denke, da wurde mal wieder nicht zu Ende gedacht. Die Reeder tun mir leid...

    Allerdings wurde gleich eine Lösung des Problems mitgeliefert: "Zum Essen und Trinken dürfe die Maske jedoch abgenommen werden". Sie glauben gar nicht, wie lange man an einem großen Glas frisch gezapften Bieres nippen kann, immer nur ganz wenig, dafür ganz oft ;-)

  6. 11.

    Ist ja lustig dass man immer wieder von diesen einsperrern und lockdown Befürwortern die Referenz zur Schlauchboot Party hat, und das obwohl weder eine zweite welle noch eine Explosion der infektionszahlen gekommen ist.
    Aber gut mit normalen Argumenten und Zahlen kann man den Angst Wesen eh nicht kommen.

  7. 10.

    Wir haben laut RBB einen Anstieg in den letzten 7 Tagen im Vergleich zur Vorwoche von 160% bei den Neuansteckungen. Sollte man nicht doch die Sache etwas ruhigen angehen. Was ist wenn die Kähne in 3 Wochen wieder abgeschlossen werden? Auch in anderen Bereichen ist es oft nicht anders. Deutschland hat zur Zeit mehr Nueansteckungen als Italien und das täglich mehr.

  8. 9.

    Man macht so eine Fahrt um sich zu amüsieren und auch mal den ganzen Mist für ein Weilchen zu vergessen. Bei Maskenpflicht auf dem Oberdeck würde ich mir eine Fahrt auch zweimal überlegen. Da hätte man es wie im Restaurant machen können. Maske bis zum Platz, Maske ab auf dem Platz, die Zeit genießen, beim Verlassen des Schiffes wieder Maske auf.

  9. 8.

    Dann müssen eben genug Potsdamer Studenten der dortigen Uni mal eine "Schlauchbootparty" - ähm "Demonstration" - auf dem Wasser machen und die Politik "wachrütteln". Dann merken die lustigen Gesellen im Regierungssitz, daß es den Bürgern zu weit geht und sie sich mehr mehr dran halten. Geht Politikern ja auch so. Man denke an die spontane Umarmung der Frankfurter OBs (ich glaube schon an die Spontanität dieser Handlung). Er war einfach tief gerührt und hat das gemacht, was wir seit Generationen mit Freunden machen. Statt Distanz und Ellbogen Umarmung. Im Bundestag gibt es ja das gleiche Problem: "Den Abgeordneten des Bundestags scheint es zunehmend schwer zu fallen, den wegen der Corona-Pandemie empfohlenen Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten. Während der namentlichen Abstimmung über einen Bundeswehreinsatz sah sich Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) genötigt, die Parlamentarier zu tadeln. ..." https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-mittwoch-115.html

  10. 7.

    Am besten wir machen es wie Brasilien wa? Einfach so tun als wär nichts, die paar Toten merkt sicher keiner. MNS zu tragen ist ja praktisch Folter.

  11. 6.

    Doch, ist es. Denn viele würden die Fahrten nutzen, um an der frischen Luft ein wenig Ablenkung ohne diese dämliche Maske zu finden.
    Es gibt jede menge Menschen, die durch die Masken Panik, dauernde Kopfschmerzen oder Atemnot bekommen und die würden gern mal etwas Abwechslung ohne Maske genießen.
    Aber man denkt ja nicht an andere, solange es einen selbst nicht stört, nicht wahr?
    Ich gehe momentan nicht mal einkaufen, weil ich einfach nach 5 Minuten Maske und Brille dröhnende Kopfschmerzen bekomme.

  12. 5.

    Wer glaubt denn - daß sich ALLE Passagiere an diese - in den Augen der meisten Bürgern - irrsinnige Vorschrift hält? Der Kapitän darf aus juristischen Gründen ein Schild zur Aufklärung aufhängen und per Lautsprecher durchsagen. In den Banken hängen auch überall Schilder mit der maximalen Zahl an Besuchern im Vorraum mit den Automaten. Zählt da irgendein Kunde durch bevor er reingeht? Wenn die Bedienung am Tisch auf Deck auffordert zur Maske zu greifen, will man gerade ein Bonbon lutschen (also Essen). Oder man bestellt einen Kaffee an dem man die ganze Fahrt trinkt. Und die auf Trinkgeld hoffende Bedienung wird sich meistens nicht mit Kunden anlegen. Was soll dem intelligenten Kunden auch passieren? Daß das Boot irgendwo auf dem See den Passagier rauswirft (vorschriftsmäßig mit Rettungsring)? Oder die Polizei rufen, die dann beim Anlegen den Passagier nach dem - vorsichtshalber nicht mitgenommen - Perso fragt um ein Bußgeld auszusprechen?

  13. 4.

    Immerhin können dort die Schiffe fahren. Hier in Berlin gäbe es wegen Partydemonstranten kaum ein Durchkommen.

  14. 3.

    Anrufen wird wahrscheinlich nichts bringen außer Telefonkosten. Einzige sinnvolle Lösung ist der Weg zum Gericht.
    Je eher desto besser für die Unternehmen. Die Saison ist nur noch 3,5 Monate. Allerdings wenn man bei Schwarze Pumpe vorbeifährt sollte man die Maske unbedingt wieder aufsetzen.

  15. 2.

    Ganz ehrlich, die Redereien sollen sich nicht so haben. Wäre es denen lieber, dass eines der Schiffe als Corona Hotspot in die Presse kommt? Eine Maske zu tragen - auf dem Oberdeck wo man frische Luft hat - kann doch nicht so schwer sein. Oder?

  16. 1.

    ..tja, was soll man sagen. Ich warte eigentlich stündlich darauf, das wir auch zum zu Bett gehen, MNS tragen müssen. In anderen Ländern wird die MNS Verpflichtung ab Juli aufgehoben, in Deutschland als das Allheilmittel angesehen. ich kann es nicht mehr hören/lesen.
    Schaden haben wieder die Unternehmer und deren Angestellte. Bin ja gespannt, was so bis zum Jahresende alles den Bach runtergeht ( Wirtschaft). Schöne Sommerzeit...

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