Frankfurt und Slubice - Pride-Parade fordert, Doppelstadt zu LGBT-freundlichem Raum zu erklären

Teilnehmer der 2. Slubice-Frankfurt-Pride 2021 unter dem Motto 'Liebe ohne Grenzen'. Slubice, 05.09.2021 (Quelle: dpa/Jean MW/Geisler-Fotopress)
Audio: Antenne Brandenburg | 05.09.2021 | Elke Bader | Bild: dpa/Jean MW/Geisler-Fotopress

In Polen erklären sich viele Landkreise zu LGBT-freien Zonen. Die Pride-Parade in Frankfurt (Oder) und Slubice fordert deshalb, die Doppelstadt zu einem offenen und LGBT-freundlichen Raum zu erklären. 800 Demonstrierende zogen dafür über die Grenze.

Etwa 800 Demonstrierende aus Deutschland und Polen sind am Sonntag für die Rechte der LGBT-Community durch Frankfurt (Oder) und Slubice gezogen. Trotz der Corona-Pandemie und des Bahnstreiks sind damit mehr Teilnehmende zur Pride-Parade gekommen als vom deutsch-polnischen Veranstaltungsteam erwartet.

Sie protestierten gegen körperliche und verbale Gewalt, die Homo- und Transsexuelle immer wieder in ihrem Alltag erfahren, aber auch für mehr politische Präsenz und eine bessere queere Infrastruktur in der Doppelstadt an der Oder. Ein Großteil der Teilnehmenden war mit Regenbogenfarben bekleidet und geschminkt, der Protestzug verlief fröhlich und ausgelassen.

Homo- und transfeindliche Straftaten in Brandenburg verdoppelt

Die Pride-Parade zog in den Mittagsstunden vom Slubicer Stadtzentrum über die Stadtbrücke Richtung Frankfurt (Oder). Auf der Oderbrücke forderte das Orgateam die Lokalpolitiker beider Städte auf, dass sich die Doppelstadt zu einem offenenen und LGBT-freundlichen Raum erklärt. Damit fordern sie eine klare Haltung gegen die LGBT-freien Zonen in mehreren polnischen Gemeinden.

Anlässlich der Pride-Parade und des in Cottbus begangenen Christopher Street Days (CSD) an diesem Wochenende hatte die Brandenburger Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) bereits am Freitag zu Akzeptanz und Vielfalt aufgerufen. Nonnemacher wies darauf hin, dass sich laut der polizeilichen Kriminalstatistik im vergangenen Jahr die Straftaten mit homo- oder transfeindlichem Hintergrund im Vergleich zum Vorjahr in Brandenburg verdoppelt hätten. Diese Tendenz sei nicht zu akzeptieren, so die Ministerin.

Nonnemacher warb dafür, dass Übergriffe und Hasskriminalität aufgrund der sexuellen Orientierung oder des Geschlechts zur Anzeige gebracht werden, um öffentlich auf die Diskriminierung von LGBT-Menschen aufmerksam zu machen und Maßnahmen gegen Straftaten zu ergreifen.

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9 Kommentare

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  1. 9.

    Es wäre hilfreich zu wissen welche Landkreise Minderheiten diskriminieren, dann könnten die bundesdeutschen Landkreise überlegen ob sie dort eine Städtepartnerschaft haben und diese suspendieren bis die Landkreise diskreminierungsfrei sind.

  2. 8.

    Sie haben den Artikel anscheinend nicht wirklich gelesen. Sonst wüßßten Sie, dass es bei der Parade darum ging ein Zeichen zu setzen gegen Anfeindungen und Übergriffe gegen queere Menschen in Polen und Brandenburg. Das ist vollkommen legitim, es geht nicht um Anpassung der Gesellschaft, es geht darum, dass queere Menschen so leben können wie sie möchten, ohne bepöbelt oder angegriffen zu werden.

  3. 7.

    Ähem, im Text steht: "Nonnemacher warb dafür, dass Übergriffe und Hasskriminalität . . ." Sie fordert also nicht, sondern WIRBT dafür, Übergriffe und Anfeindungen zur Anzeige zu bringen. Erkennen Sie den Unterschied?

    Und Ihr Verweis auf "dutzende Kommentare" hilft nicht wirklich weiter; werden Sie mal konkret, "nachdenklicher".

  4. 6.

    "Pride-Parade fordert.... " auf welcher Rechtsgrundlage wird hier laufend irgendetwas gefordert? Es geht mir vordergründig nicht um Schwule und Lesben. Sie haben das Recht so zu leben wie sie wollen und wenn sie jemand angreift sollen sie Anzeige erstatten, das mache ich auch, auch wenn ich hier beleidigt und angegriffen werde. Was soll dieser Drang nach mehr Aufmerksamkeit?

    Jeder fordert, dass sich unsere Gesellschaft an ihn anpassen muss, im Ergebnis werden Straßen umbenannt, genauso wie Konditoreierzeugnisse und harmlose Suppen und es wird gegändert.
    Was soll das alles? Haben wir keine anderen Sorgen? Werden damit Obdachlose von der Straße geholt? Nein!!!!!
    Wagenknecht hat sich dazu mal geäußert, aber das ist hier nicht erwünscht.


  5. 5.

    Erstens fordert sie selbstverständlich damit mehr Anzeigen und zweitens braucht ef ihnen garnichts zu belegen.
    Es gibt dazu Dutzende Kommentare, alle gesichert, und der Sachverhalt liegt Woidke, allen Fraktionen und dem UA7/1 vor.

  6. 4.

    Erstens fordert Nonnemacher selbstverständlich mehr Anzeigen, wie im Beitrag nachzulesen, und zweitens braucht er ihnen nichts zu belegen.
    Es gibt dazu Durzende Kommentare, alle gesichert und eine Weitwrleitung des Sachverhaltes an den UA7/1 uns alle Fraktionen des Landtages.

  7. 3.

    Machen auch Sie mit, gegen Hass und Homophobie, gegen diskriminierende Kommentare, für eine gewaltfreie Stadt ohne Übergriffe auf Minderheiten, seien Sie dabei.

  8. 2.

    Nonnemacher fordert nicht mehr Anzeigen, sondern warb bei den Betroffenen dafür, Hass- und vor allem Gewaltvorfälle auch zur Anzeige zu bringen. Das mal dazu. Und dass sie "die Verfolgung von Coronaanzeigen vereitelt", können Sie sicher belegen, Franky.

  9. 1.

    Sie fordert mehr Anzeigen und vereitelt gleichzeitig die Verfolgung von Coronaanzeigen, wie hier in Kommentaren mehrfach zu lesen.

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