Football-Spieler Paul Rubelt (Quelle: rbb/Philip Barnstorf)
Audio: Inforadio | 28.10.2019 | Phlip Barnstorf | Bild: rbb/Philip Barnstorf

American Football in Brandenburg - Frankfurter erhält Football-Stipendium in USA

Über zwei Meter groß, 140 Kilo schwer - Paul Rubelt ist wie gemacht für American Football. Bald wird der Frankfurter an einer der angesehensten Sport-Unis der USA zum Profi ausgebildet. Ein Teil des Erfolgs: seine Trainer in der Oderstadt. Von Philip Barnstorf

Paul Rubelt brennt für seinen Sport. Deswegen wird er seine ostbrandenburgische Heimat im Januar verlassen und mehr als 9000 Kilometer nach Phoenix im US-Bundesstaat Arizona reisen. Dort wird der Noch-Teenager, wenn alles gutgeht, vier Jahre unter professionellen Bedingungen Football spielen und außerdem studieren. Leisten kann er sich das durch ein umfangreiches Sportstipendium der Arizona State University.

Ursprünge in Frankfurt

Aber lange bevor ihm sein Sport die große, weite Welt öffnete, fing die Football-Karriere des 19-jährigen Blondschopfs ganz lokal an. 2012 hat seine Mutter ihn bei den Frankfurt Redcocks angemeldet. Schon damals maß der Junge 1,85 Meter. "Kommt auch nicht so oft vor, dass ein 12-Jähriger seinen Trainer überragt", schmunzelt heute Coach Oliver Frütsch. Inzwischen ist Paul zu einem 2,13-Meter-Hünen herangewachsen. "Damit war auch meine Position auf dem Feld klar. Ich bin Offense Tackle", erklärt Paul. Seine Aufgabe ist es, den eigenen Quarterback vor den anrennenden Verteidigern zu schützen.

Gegner überrennen

Fortan rempelte Paul also die Spieler der Suburbian Foxes aus Radebeul oder der Cottbus Crayfish von seinem Quarterback weg. "Mir macht es Spaß, wenns mal rummst", sagt Paul. Er fand soviel Vergnügen auch am Teamaspekt des Sports, dass er schon 2016 für ein Austauschjahr in die USA ging, um dort neben der Schule Football zu spielen. "Als er zurückkam, hat er seine Gegner einfach überrannt. Die waren wie Luft für ihn", erzählt Trainer Frütsch. Gemeinsam mit anderen Trainern der Redcocks sorgte Frütsch dann dafür, dass Paul zu Auswahltrainings für die Universitätsmannschaften in die USA reisen konnte. "In Deutschland würde er sportlich auf der Stelle treten und es wär schade, sein Potenzial hier liegenzulassen", sagt Frütsch.

Wellness und Physio für Höchstleistung

Anders als in Deutschland leisten in den USA Universitäten hochprofessionelle Nachwuchsarbeit im Sport. Paul konnte gleich mehrere Unis von seinem Talent überzeugen. Aber als schließlich die Arizona State University ihm ein Stipendium anbot, war seine Entscheidung klar. "Die Trainer dort haben unglaublich viel Erfahrung und die Trainingsinfrastruktur ist gigantisch", schwärmt Paul. So gebe es etwa ein komplettes Football-Feld in einer Halle, außerdem Fitnessstudios, einen Wellnessbereich und Physiotherapeuten speziell für die Mannschaft, erzählt Paul, der bisher mit den Redcocks auf einem Rasenplatz mit Rugbytor hinterm Frankfurter Carl-Friedrich-Gauß Gymnasium trainiert.

Geografie und Offense Tackle

Aber zum Fördern in den USA gehört auch das Fordern: Paul rechnet mit mindestens vier Stunden Training an sechs Tagen pro Woche. Dazu kommt noch das Bachelorstudium in Geografie. "Wenn er im Kopf klar bleibt, kann er das schaffen", sagt sein Trainer Frütsch. Auch die Verletzungsgefahr schreckt Paul nicht: "Football ist ein Kontaktsport. Ein verstauchter Finger gehört da manchmal dazu. Aber ansonsten bin ich durch meine Ausrüstung gut geschützt." Aber Paul hat dennoch einen Plan B: "Falls das mit dem Profi-Football nicht klappt, will ich Lehrer werden. Deshalb studiere ich Geografie als Naturwissenschaft."

In diesen Wochen stemmt der 19-Jährige fleißig Eisen im Fitnessstudio und hält als freiwilliger Helfer den Rasen der Redcocks fit. Im Januar wird er in den Flieger nach Arizona steigen und, wenn alles gut geht, vier Jahre in der Wüste Arizonas Football spielen und studieren. Ein ganz bisschen wehmütig ist der 2,13-Meter-Teenager doch: "Meine Familie und meine Freundin werden mir fehlen und deutsches Brot werde ich vermissen."

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4 Kommentare

  1. 4.

    Diesem Link zufolge ist der junge Herr 285 angelsächsische Pfund schwer. Das sind rund 130 Kilogramm, nicht 140, wie in dem RBB-Text genannt. Da gibt es einfach unterschiedliche Angaben? Der Autor wird ja nicht angelsächsisches mit heutigem deutschen Pfund gleichgesetzt haben?

  2. 3.

    Hier gibts ein paar mehr Details, inkl. seinem Highlight-Tape: https://247sports.com/player/paul-rubelt-46085412/
    Beste Grüße

  3. 2.

    Schade, hätte mir ein bisschen mehr sportlichen Hintergrund gewünscht.
    Hat er in Auswahlmannschaften gespielt? Jugendnationalmannschaften?
    Individuelle Preise gewonnen? Mannschaftspreise gewonnen?
    Welche Teams hat er gespielt?
    Statistiken?

  4. 1.

    Dann viel Erfolg, Paul Rubelt!

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