Interview | Axel Schulz zum Holyfield-Comeback - "Man sieht ja, dass er fit und trainiert ist"

Axel Schulz im November 2019 (Bild: imago images/Rim Rehbein)
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Audio: Antenne Brandenburg | 10.09.2021 | Sarah Schiwy mit Axel Schulz | Bild: imago images/Tim Rehbein

Der Ex-Schwergewichtsweltmeister Evander Holyfield steigt mit 58 in der Nacht zu Sonntag noch mal in den Ring. Nach zehn Jahren Pause. Wegen seines hohen Alters hat er aber keine Genehmigung für einen richtigen Titelkampf bekommen.

In Sachen Comeback kann der ehemalige Frankfurter Schwergewichtsboxer Axel Schulz sehr gut mitreden. Sein wohl größter Titelkampf gegen George Foremann 1995, der Schulz zum "Sieger der Herzen" machte, war selbst ein Comeback des damals 45-jährigen Gegners. Der Amerikaner konnte sich letztlich durch einen umstrittenen, knappen Punktsieg gegen Schulz durchsetzen. Der Frankfurter ist von der Holyfield Rückkehr elektrisiert. Holyfield tritt in Florida im Showkampf gegen den 44-jährigen Brasilianer Victor Belfort an, Schulz will den Kampf am Bildschirm verfolgen.

rbb|24: Herr Schulz, was halten Sie von der ganzen Geschichte rund um Holyfields Comeback?

Axel Schulz: Ich finde das sensationell. Holyfield ist einer der größten Namen im Boxen. Er ist einer der Boxer der 90er Jahre und auch ein bisschen später noch. Man sieht ja, dass er fit und trainiert ist. Wenn er wirklich Lust darauf hat, warum nicht? Jeder sollte seinen Traum leben, egal wie alt er ist.

Der Mann ist aber fast 60. Ist das denn noch richtiges Boxen?

Nein! Aber das ist ja nach wie vor eine Überwindung, in den Ring zu gehen. Du wirst geschlagen, getroffen und das auch wahrscheinlich hart. Ich finde das trotz allem sensationell. Ich meine, warum soll er das nicht machen, wenn er da nicht richtig Bock drauf hat. Der zwingt ja keinen, sich den Kampf anzusehen. Deshalb finde ich das okay.

Hat Holyfield denn überhaupt eine Chance?

Also schlagen wird er sich auf jeden Fall gut. Man merkt ja, dass er einer der weltbesten Schwergewichtler war. Auch im Cruisergewicht war Holyfield sehr erfolgreich und das Boxen verlernt man ja nicht. Du siehst ja, dass die jungen Namen nicht ganz so ziehen. Und da buddelt man eben wieder die alten Namen aus.

Apropos die Alten wieder ausgraben: Zu Ihren Zeiten oder zu denen von Henry Maske oder Sven Ottke hat die ganze Nation vor dem Fernseher gesessen. Wo ist der alte Glanz hin?

Weltweit gesehen, haben wir natürlich gute Schwergewichtler oder generell gute Boxer. Aber wir haben in Deutschland nicht unbedingt einen Sender, der das auch überträgt. Das ist eben der Nachteil, dass das Boxen im Moment nur wenig In ist.

Mit Blick zu Holyfiled, juckt es Axel Schulz nicht doch wieder in den Fäusten? Planen Sie auch ein Comeback?

Zwischen den Seilen ist es jetzt ein wenig steinig. Ich war gerade im Boxring, aber nicht mehr boxen. Das reicht dann. Für mich ist das erledigt, weil ich das körperlich gar nicht mehr hinbekomme. Also ich würde das Konditionstraining nicht mehr hinbekommen, weil meine Knie so sehr kaputt sind.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Tony Schönberg, rbb|24

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.09.2021, Antenne-Der Nachmittag, 14:40 Uhr

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