Brandenburg, Grünheide (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Video: Abendschau | 04.11.2019 | Regina Paschke | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Mit erneuerbarer Energie aus Brandenburg - Tesla kündigt CO2-neutrale Produktion in Grünheide an

Umweltfreundliche E-Autos und Batterien von Tesla - klimaneutral produziert in einer Giga-Factory in Grünheide. Aber reicht der grüne Strom der Region dafür aus? Ein Netzbetreiber rechnet vor: Das Werk werde so viel verbrauchen wie die Stadt Leipzig.Von Elke Bader

Als ganz große Nummer hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke die Investition von Tesla in Grünheide am Mittwoch bezeichnet. "Wir Brandenburger sind Vorreiter in erneuerbaren Energien und wir können auch Vorreiter in der Industrie werden", sagte er. Das Tesla-Werk wäre die größte Industrieansiedlung in Brandenburg seit 1990. Und Tesla will seine Autos und Batterien mit grünem Strom produzieren. 

Ausreichend grüner Strom

Aber reicht die grüne Energie auch aus, um Elektroautos und Batterien rund um die Uhr herzustellen? "Wir sagen erstmal: ja", so der Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg, Gundolf Schülke. Und grüner Strom werde in Brandenburg genug produziert, sagt auch Dirk Biermann vom Netzbetreiber 50Hertz. "Wir sind ja eine ausgesprochene Energie-Region, wir sind in Deutschland die Region mit dem höchsten erneuerbaren Anteil", das passe gut zu den Ambitionen von Tesla, die sagten, dass sie ihre Stromversorgung auf grünen Strom umstellen wollen. "Perfekt, würde ich sagen."  

Lohn über Tarif angekündigt

Von welchem Betreiber Tesla später seinen Stom bezieht, ist noch unklar. Auf jeden Fall wird Tesla ein guter Kunde sein. Denn ein Werk in der geplanten Größenordnung wird soviel Strom verbrauchen wie zum Beispiel die Stadt Leipzig, sagen die Experten von 50Hertz.

Bisher hat der Fahrzeughersteller Werke in China und Amerika. Dort werden andere Löhne bezahlt. Aber die Tarifverhandlungen werden von der Gewerkschaft geführt, kündigt Holger Wachsmann von der IG Metall an. "Wir wissen, dass in Amerika der Konflikt viel mehr im Vordergrund steht als bei uns in Deutschland", sagt er. "Das wird eine Umgewöhnungsphase sein."

Tesla-Chef Elon Musk hat zunächst angekündigt, dass die Mitarbeiter am Standort Grünheide über Tarif bezahlt werden.

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8 Kommentare

  1. 8.

    Ökologisch verträgliche Batterien wären schon ne tolle Sache. Hoffe das wird was. Vielleicht gibt es ja irgendwann Biomaschinen.

  2. 7.

    CO2-neutral ist nur zu Fuss zu gehen, die Produktion von Fahrrädern ist schon nicht mehr so neutral, aber bei Autos ganz bestimmt nicht, ganz zu schweigen von der gesamten Verkehrsinfrastruktur.

  3. 6.

    Wow...
    und was ist mit den Umweltschäden aus der Batterieproduktion
    un diesen ungelösten Problemen:
    https://tirol.orf.at/stories/3021270/ ?

    E-Autos sind wie Windräder keie Beitrag zum sogenannten Klimaschutz

  4. 5.

    Hallo Frau Bader, da hat sich der "Netzbetreiber" ganz schön nach oben verrechnet. Fragen Sie doch bitte mal, was die hoch industrialisierte Stadt Leipzig an Strom verbraucht. Dort hat sich übrigens BMW angesiedelt, für die die 300 ha Wald vorgesehen waren. Über 500.000 Menschen wohnen dort. Aber fragen kostet Zeit...
    In Sachen Tesla-Ansiedlung in Grünheide wird seit Bekanntwerden euphorisch alle 12 Stunden "eine andere Sau durch das Dorf getrieben". Schauen wir mal...

  5. 4.

    Vergleichbar mit Leipzig, wow das ist schon eine Hausnummer. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg und bin guten Mutes.

  6. 3.

    Interessante Idee! Kann mir sehr gut vorstellen, dass Tesla genau sowas auch plant. Um eben unabhängiger zu sein. Würde zumindest ins grüne Konzept passen.

  7. 2.

    "Wir sind ja eine ausgesprochene Energie-Region, wir sind in Deutschland die Region mit dem höchsten erneuerbaren Anteil"

    Welche Region ist denn gemeint? Weil Brandenburg mit seiner Braunkohleverstromung ist es gewiss nicht.

  8. 1.

    Tesla könnte doch gleich sein eigenes AKW bauen, Überschüsse könnten dann das Umland mitversorgen.

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